
Claudia Roscher
Chefarztsekretariat
Klinik für Gefäßchirurgie
Verengungen und Verschlüsse der Becken- und Beinschlagadern können die Durchblutung erheblich einschränken. Viele Gefäßveränderungen lassen sich heute minimalinvasiv über einen Katheter behandeln. Bei ausgeprägten, ungünstig gelegenen oder komplexen Gefäßverschlüssen kann jedoch eine offene Operation erforderlich sein. In unserer Gefäßchirurgie stehen uns dafür unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören die operative Entfernung von Gefäßverkalkungen, Bypassoperationen sowie sogenannte Hybridverfahren, bei denen offene Gefäßchirurgie und Kathetertechniken während eines Eingriffs miteinander kombiniert werden.
Bei eher kurzstreckigen und gut zugänglichen Gefäßverengungen kann eine Ausschälplastik, medizinisch Thrombendarteriektomie, infrage kommen. Dabei entfernen wir die einengenden Ablagerungen aus der Gefäßwand und stellen so den Blutfluss wieder her.
Häufig wird das Gefäß anschließend mit einer Patchplastik erweitert. Dabei wird ein Gefäßflicken eingenäht, um eine erneute Einengung an der behandelten Stelle zu vermeiden. Dieses Verfahren wird insbesondere an gut zugänglichen Gefäßabschnitten eingesetzt, beispielsweise im Bereich der Leistenschlagader.
Ist ein längerer Gefäßabschnitt verschlossen, kann eine Bypassoperation notwendig werden. Dabei wird das Blut über eine neu geschaffene Verbindung am erkrankten Gefäßabschnitt vorbeigeleitet.
Welches Material für den Bypass verwendet wird, hängt unter anderem von der Lage und Länge der zu überbrückenden Strecke ab. Je nach Befund kommen körpereigene Venen oder Gefäßprothesen zum Einsatz.
Nach dem Eingriff kann abhängig vom Befund und vom gewählten Verfahren eine medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung notwendig sein.
Nicht immer muss die Entscheidung ausschließlich zwischen offener Operation und Katheterbehandlung fallen. Bei komplexen Gefäßveränderungen können beide Verfahren während eines einzigen Eingriffs kombiniert werden.
Bei diesen sogenannten Hybridoperationen behandeln wir beispielsweise einen Gefäßabschnitt offen chirurgisch und einen weiteren Abschnitt mit Ballon oder Stent. Dadurch können unterschiedliche Gefäßprobleme in einem gemeinsamen Eingriff versorgt werden.
Das kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn eine alleinige Katheterbehandlung nicht ausreicht, gleichzeitig aber eine ausschließlich offene Operation vermieden oder begrenzt werden kann.
Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der Lage und Ausdehnung der Gefäßveränderungen sowie von der individuellen gesundheitlichen Situation der Patient ab.
Für die Planung nutzen wir zuvor angefertigte Gefäßdarstellungen, beispielsweise mittels Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder Angiographie. Auf dieser Grundlage entscheiden unsere Gefäßchirurg, ob ein offenes, endovaskuläres oder kombiniertes Vorgehen sinnvoll ist.
Komplexe gefäßmedizinische Fälle können zudem fachübergreifend im Gefäßboard besprochen werden.
Moderne Gefäßchirurgie verbindet heute klassische offene Operationstechniken mit minimalinvasiven endovaskulären Verfahren. Dadurch können wir die Behandlung an die jeweilige Gefäßsituation anpassen, statt für alle Patient dasselbe Verfahren einzusetzen.
Das Spektrum reicht dabei von Ausschälplastik und Bypasschirurgie bis zur Kombination mit Ballon- und Stentverfahren in einer Hybridoperation.

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