
Dr. med. Achim Ziegenbalg
Oberarzt
Präzise geplant, individuell eingesetzt

Moderne Robotik unterstützt die Spezialisten im Endoprothetikzentrum der Hohwaldklinik dabei, künstliche Kniegelenke noch präziser und individuell auf die Patientinnen und Patienten abgestimmt einzusetzen. Seit Januar 2025 kommt dafür das ROSA®-System zum Einsatz – inzwischen mit Erfahrungen aus mehr als 150 robotisch unterstützten Knieoperationen.
Im Endoprothetikzentrum der Hohwaldklinik werden jedes Jahr mehr als 800 künstliche Kniegelenke eingesetzt – Tendenz steigend.
Über die vergangenen 30 Jahre hat sich dabei beispiellose Expertise in der Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Hüft- und Kniegelenke entwickelt. Dazu gehört sowohl der erstmalige Einsatz (Primärendoprothetik) eines künstlichen Gelenks als auch der Austausch (Revisionsendoprothetik) bereits vorhandener Prothesen.
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Herstellern und vor allem durch die Erfahrungen und Rückmeldungen unserer Patientinnen und Patienten konnten verschiedene Prothesensysteme im Laufe der Jahre weiterentwickelt und hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten beurteilt werden.
Bereits seit mehr als 20 Jahren setzen wir bei ausgewählten Eingriffen computergestützte Navigationsverfahren ein. Diese unterstützen den Operateur dabei, die einzelnen Schritte der Operation möglichst genau zu planen und umzusetzen.
Die technische Entwicklung ist inzwischen weiter fortgeschritten. Seit etwa zehn Jahren werden insbesondere beim künstlichen Kniegelenk zunehmend moderne Robotiksysteme eingesetzt.
Dabei ist wichtig: Der Roboter operiert nicht selbstständig. Die Operation wird weiterhin vollständig vom erfahrenen Operateur durchgeführt. Das Robotiksystem unterstützt den Operateur vielmehr bei der Planung und Umsetzung des Eingriffs und kann so künftig zu einer noch besseren Ergebnisqualität beitragen.
Seit Januar 2025 setzen wir auch im Endoprothetikzentrum der Hohwaldklinik bei Knieoperationen das ROSA®-System der Firma Zimmer Biomet in Verbindung mit dem Persona®-Knieprothesensystem ein.
Das System ermöglicht es, die individuelle Situation des jeweiligen Kniegelenks sehr genau zu erfassen und die Operation entsprechend zu planen. Dabei werden unter anderem die Anatomie des Patienten und die Beweglichkeit des Kniegelenks berücksichtigt.
Die geplante Position der Prothese kann anschließend während der Operation sehr präzise kontrolliert und umgesetzt werden.
Vereinfacht gesagt: Die Robotik hilft dabei, die für den jeweiligen Patienten passende Position des künstlichen Kniegelenks möglichst genau zu bestimmen und diese während der Operation präzise umzusetzen. Dies kann wiederum zu einer schnelleren Rehabilitation, einer noch besseren Funktion und einer längeren Haltbarkeit des Kunstgelenks beitragen.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Robotik beim künstlichen Kniegelenk entwickeln sich kontinuierlich weiter. Erste Studien und unsere eigenen bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend. Gleichzeitig ist es wichtig, die langfristigen Ergebnisse weiter zu beobachten.
Denn entscheidend ist nicht die Technik allein, sondern das Ergebnis für unsere Patientinnen und Patienten.
Wir sind überzeugt, dass die robotisch unterstützte Knieendoprothetik eine wichtige Entwicklung für die Zukunft darstellt. Deshalb werden wir ihre Anwendung am Endoprothetikzentrum der Hohwaldklinik weiter ausbauen – immer mit dem Ziel, unsere langjährige Erfahrung mit modernen technischen Möglichkeiten sinnvoll zu verbinden.
Die Vorteile entstehen vor allem durch das Zusammenspiel aus langjähriger Erfahrung, genauer Planung, moderner Navigation und der präzisen technischen Unterstützung während der Operation.
Das System kann dabei verschiedene Informationen zusammenführen und dem Operateur helfen, die Positionierung der Prothese möglichst individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen.
Unser Ziel ist es, dadurch die Voraussetzungen für eine gute Funktion des künstlichen Kniegelenks zu schaffen und den Weg zurück in den Alltag möglichst gut zu unterstützen.

Oberarzt