Depression und Burnout

Die Depression ist eine psychische Krankheit. Eine professionelle Diagnose ist sehr wichtig, denn die Behandlung bietet gute Erfolgsaussichten. Wir informieren Sie über Symptome, Ursachen, wie zum Beispiel Burnout, und Therapiemöglichkeiten in den Asklepios Kliniken.

Foto: Depression, Melancholie - Frau steht auf einem Steg und blickt auf See

Was ist Depression?

Traurige Frau steht vor Fenster und blickt nach unten
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Eine Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Die meisten Menschen kennen Phasen der Traurigkeit, wenn sie zum Beispiel in einer schwierigen Lebenssituation stecken. Eine Depression geht jedoch weit darüber hinaus: So ist die Niedergeschlagenheit wesentlich ausgeprägter, hält über mehrere Wochen an und schränkt die Betroffenen stark ein. Sie haben keinen Spaß mehr an den Dingen, die ihnen früher Freude bereitet haben, sie sind müde oder haben keinen Antrieb mehr und ziehen sich häufig zurück. Das belastet auch ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Depressionen wirken sich auf alle Lebensbereiche aus, gehen häufig mit Selbstmordgedanken einher, und können bis zum Selbstmord führen. Es ist daher wichtig, die Anzeichen rechtzeitig zu erkennen und – weil die Depression in der Regel auch nicht von selbst wieder weggeht –  sich Hilfe zu holen.

Wie erkennt man Depressionen?

Die Symptome einer Depression sind vielseitig und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Die meisten Betroffenen leiden unter den folgenden Symptomen:

  • Gedrückte Stimmung und Traurigkeit
  • Verlust von Freude
  • Hoffnungslosigkeit
  • Verzweiflung
  • Antriebslosigkeit und Erschöpfung
  • Interessensverlust
  • Empfindung von Gefühlslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Ängste
  • Innere Unruhe
  • Vermindertes Selbstbewusstsein
  • Körperliche Beschwerden (z.B. Rücken- oder Kopfschmerzen, Druckgefühl in der Brust)
  • Selbstmordgedanken

Nicht jedes der hier aufgelisteten Symptome muss gleich eine Depression oder Burnout bedeuten. Einige dieser Gefühle können vorübergehend auch bei Gesunden auftreten. Wenn die Symptome jedoch länger als zwei Wochen anhalten, kann das ein Anzeichen für eine Depression sein. Sollten Sie selbst betroffen sein, empfehlen wir Ihnen ein persönliches Gespräch mit einem Facharzt oder einem Therapeuten. Suchen Sie Beratung in einer unserer Kliniken.

Test: Habe ich eine Depression?

Der nachfolgende Test erfolgt anonym. Er dient lediglich der Orientierung und ist kein Ersatz für einen Arztbesuch. Wenn Sie denken, Sie könnten an einer Depression leiden, empfehlen wir Ihnen auf alle Fälle einen Besuch bei Ihrem Haus- oder einem Facharzt.

Wie entsteht eine Depression?

Foto: Depressiver Mann liegt im Bett
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Die Ursachen für eine Depression können so vielfältig sein wie das Krankheitsbild selbst. Meist gibt es nicht nur eine Ursache, sondern es wirken mehrere Faktoren zusammen. Wir raten Ihnen deshalb, in einem persönlichen Gespräch mit einem Spezialisten den individuellen Hintergrund Ihrer Erkrankung zu ermitteln.

Die Ursachen für eine Erkrankung können in drei Bereiche aufgeteilt werden:

  • Psychosozialen Faktoren, insb. Stress (Umweltfaktoren)
  • Persönlichkeitsmerkmale, die häufig in der Entwicklung durch äußere Einflüsse entstanden sind (z.B. Ängstlichkeit, geringes Selbstwertgefühl)
  • Genetische Veranlagung
  • Neurobiologische Störungen (Stoffwechselkrankheiten des Nervensystems)

Darüber hinaus können verschiedene Lebensumstände eine Depression auslösen. Dazu zählen Wochenbettdepression und Depression in der Schwangerschaft, sowie Depression im Alter.

Genetische Veranlagung

Die genetische Veranlagung kann wesentlich zu einer Erkrankung beitragen. Das Risiko an Depressionen zu erkranken liegt bei etwa 15 %, wenn andere Familienmitglieder ersten Grades bereits von der Krankheit betroffen sind. Besonders stark ist die genetische Veranlagung bei der bipolaren Störung.

Neurobiologische Störungen

Aus neurobiologischer Sicht erklärt sich eine Depression als Stoffwechselkrankheit des Nervensystems. Dabei herrscht ein Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin. Starke oder lang andauernde psychische Belastungen, aber auch Stress durch körperliche Erkrankungen (z.B. Krebserkrankung, Hormonstörungen, z.B. der Schilddrüse) können die Balance dieser Botenstoffe durcheinanderbringen. Dieses Ungleichgewicht der Botenstoffe stört die Kommunikation des Nervensystems und kann zu einer Depression führen.

Eine Frau legt ihre Hand auf die Schulter eines Mannes
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Psychosoziale Faktoren

Zu den psychosozialen Faktoren (Umweltfaktoren) zählen Erfahrungen im persönlichen Umfeld des Betroffenen. Dies können traumatische Erlebnisse oder sozial schädliche Verhältnisse in der Kindheit sein. Auch besondere Persönlichkeitsfaktoren, wie ein mangelndes Selbstwertgefühl, Unsicherheit oder Perfektionismus können eine Erkrankung begünstigen. Eine Depression tritt häufig nach kritischen, negativen Ereignissen auf. Das kann der Verlust des Partners oder eines Angehörigen sein, eine Trennung oder eine schwere Erkrankung (z.B. Krebs).

Burnout

Auch ständige Überforderung, privater oder beruflicher Stress können Depressionen auslösen. In diesem Zusammenhang ist häufig von „Burnout“ die Rede. Dabei beschreibt Burnout eine durch Überforderung, Überbelastung und fehlende Erholung ausgelöste Depression. Dies führt zu Ärger, Wut, negativen Gefühlen und einer spürbaren Minderung der Leistungsfähigkeit. Die Betroffenen fangen an, die Arbeit, die sie zuvor gern gemacht haben, abzulehnen oder zu hassen.

Ein gestreifter Stoffhase sitzt vor dem Fenster auf der Fensterbank
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Wochenbettdepression und Depression in der Schwangerschaft

Auch während einer Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes können Depressionen auftreten. Wie bei anderen Formen der Depression spielen dabei mehrere Faktoren zusammen. Werdende Mütter haben häufig Angst vor der unbekannten Aufgabe und machen sich Sorgen, ob sie die Anforderungen erfüllen können. Ist das Kind geboren, können Überforderung und Erschöpfung sowie gesellschaftlicher und sozialer Druck eine Depression auslösen. Auch hormonelle Veränderungen können zu einer Erkrankung beitragen.

Die Ursachen der Depression erkennen

Nicht jede Depression hat jedoch eindeutige und erkennbare Ursachen. Manchmal scheint äußerlich alles in Ordnung zu sein, doch die Depression lässt sich nicht abschütteln. Wichtig ist, dass Betroffene die Schuld nicht bei sich suchen. In einem persönlichen Gespräch mit einem Facharzt können Sie am besten heraus-finden, ob Sie an einer Depression leiden und was die Gründe dafür sind. Lassen Sie sich in einer unserer Kliniken zum Thema Depression beraten.

Was hilft gegen Depression?

Zwei Hände, die sich einander festhalten
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Wenn Sie das Beratungsangebot in einer unserer Kliniken nutzen, stellen unsere Experten die Diagnose im Rahmen eines ausführlichen Untersuchungsgespräches. Dabei werden auch die individuellen Ursachen Ihrer Depression geklärt, um die bestmögliche, ganz auf Sie abgestimmte Therapie zu definieren. Insgesamt verspricht die Behandlung gute Erfolgschancen: „Die Erfolgsaussichten einer Therapie sind sehr gut – bereits nach vier bis sechs Wochen kann eine Behandlung Erfolge erzielen, in manchen Fällen sogar schon nach zwei bis drei Wochen“, so Prof. Dr. med. Stefan Kropp, Chefarzt in der Asklepios Fachklinik Teupitz.

Therapieformen bei Depression

In den Asklepios Kliniken bieten wir Ihnen verschiedene Therapieformen an: die Psychotherapie, die medikamentöse Behandlung, die Sozialtherapie sowie die Ergotherapie. Meistens werden die verschiedenen Therapieformen kombiniert. Welche Therapieform für Sie die richtige ist, hängt individuell von der Art und Schwere Ihrer Depression ab.

Psychotherapie

Eine Frau bekommt Hilfe in einer Therapie
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In der Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie, Schematherapie) wird die Depression gemeinsam mit einem Therapeuten durch Gespräche und Übungen behandelt. Die Patienten lernen, ihre Gefühle, Stimmungen und Denkweisen besser zu verstehen. Sie erarbeiten zusammen mit dem Therapeuten Verhaltensweisen, durch die Sie aktiv ihre Situation verbessern können.

Medikamentöse Behandlung

Eine Tasse mit traurigem Smiley wird in der Hand gehalten
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Häufig wird die Psychotherapie mit einer medikamentösen Behandlung (Pharmakotherapie) ergänzt. Hierbei werden Antidepressiva eingesetzt. Diese wirken stimmungsaufhellend und angstlösend. Sie erleichtern dem Gehirn die Herstellung des Gleichgewichts der Botenstoffe und fördern so die Selbstgesundung. Antidepressiva machen entgegen einiger Vorurteile nicht abhängig! Vorübergehend können angstlösende Medikamente hinzugegeben werden, da die Antidepressiva 2-4 Wochen brauchen, bis sie ihre Wirkung entfaltet haben.

Sozialtherapie

Die Sozialtherapeuten unterstützen die Betroffenen hinsichtlich behördlicher Probleme, bei der Suche nach einer Wohnmöglichkeit oder aber bei Überschuldung.

Ergotherapie

Ein N in Sand gezeichnet
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Bei der Ergotherapie (Arbeitstherapie) befassen sich Betroffene mit konkreten Aktivitäten. Dabei werden die Tätigkeiten in Zusammenhang mit den eigenen Gefühlen und Gedanken gebracht und reflektiert. Die Patienten lernen so ihre eigenen Fähigkeiten kennen, erlernen soziale Kompetenzen und schärfen ihre Eigenwahrnehmung.

Im Notfall

Befinden Sie sich in einer akuten Krise? Haben Sie Suizidgedanken? Dann suchen Sie sich direkt Hilfe und warten Sie nicht auf einen Arzttermin. In unseren Kliniken beraten Sie erfahrene Fachärzte. In Notfällen und wenn Sie Ihr Zuhause nicht verlassen können, finden Sie hier zu jeder Tageszeit Hilfe:

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Depression?

Eine Depression kann sich vielseitig äußern und ist nicht immer leicht zu erkennen. So können Hoffnungslosigkeit, Interessensverlust, Erschöpfung und Antriebslosigkeit erste Anzeichen für eine Depression sein. Betroffene empfinden häufig einen tiefen, inneren Schmerz für den sie keinen Grund erkennen. Sie fühlen sich nutzlos, haben ein niedriges Selbstwertgefühl und ziehen sich zurück. Genaueres erfahren Sie im Abschnitt „Wie erkennt man Depressionen?“.

Brauche ich eine Behandlung?

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Symptome einer Depression bei sich beobachten, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf und begeben Sie sich in professionelle Behandlung. Eine Depression ist eine ernst zu nehmende, lebensbedrohliche Krankheit, die nicht verharmlost werden sollte. Sie kann im schlimmsten Fall zum Suizid führen. Eine Behandlung bietet jedoch gute Erfolgssausichten – je früher, desto besser. Warten Sie also nicht zu lange und suchen Sie sich Hilfe.

Welche Therapieformen gibt es für Depression?

In den Asklepios Kliniken bieten wir Ihnen vier verschiedene Therapieformen: die Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie, Schematherapie), die medikamentöse Behandlung (Pharmakotherapie), die Sozialtherapie sowie die Ergotherapie (Handlungstherapie). Meistens werden die verschiedenen Therapieformen kombiniert. Welche Therapieform für Sie die richtige ist, hängt individuell von der Art und Schwere Ihrer Depression ab. Mehr zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten finden Sie unter „Therapieformen bei Depression“.

Wie werde ich behandelt – stationär oder ambulant?

Das Therapieangebot unserer Fachkliniken ist speziell auf Depressionen zugeschnitten. Damit helfen wir Ihnen, in der akuten (unmittelbaren) Krise die Beschwerden zu lindern, die Krankheit besser zu verstehen und zu bewältigen. In einer ersten Untersuchung wird zunächst die Form der Depression bestimmt. Davon hängt im Wesentlichen die Behandlung ab. Sie können sich bei Ihrem Hausarzt oder in akuten Fällen direkt in einer unserer Kliniken untersuchen lassen. Dann stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen:

Bei leichten Depressionen können Sie mit einer Überweisung Ihres Haus- oder Facharztes eine ambulante Behandlung und eine für Sie passende Therapie in Anspruch nehmen.

Benötigen Sie eine intensivere Betreuung, bieten wir Ihnen von Montag bis Freitag die Möglichkeit einer teilstationären Behandlung in unseren Tageskliniken. Dabei verbringen Sie die Therapiezeiten bei uns, können aber weiterhin Zuhause leben. Wichtige Voraussetzung ist, dass Sie den Weg von Ihrem Zuhause in die Klinik und zurück selbstständig und sicher bewältigen können.

Bei mittleren bis schweren Depressionen und schweren depressiven Episoden empfehlen wir Ihnen in der Regel eine stationäre Therapie. Dabei bieten wir Ihnen eine individuelle Betreuung und intensive Therapiekonzepte.

Wer bezahlt die Therapie?

Wenn Sie Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind und ein Facharzt bei Ihnen eine Depression diagnostiziert hat, übernimmt die Krankenkasse die Kosten aller wissenschaftlich anerkannten Therapien. Gegebenenfalls müssen dafür bestimmte Anträge bei der Krankenkasse gestellt werden. Dabei werden Sie von unseren Sozialtherapeuten unterstützt. Wenn Sie privat versichert sind oder Zusatzleistungen in Anspruch nehmen möchten, werden die Kosten für Ihre Behandlung direkt mit uns verrechnet.

Brauche ich bei einer Depression Medikamente?

Ob Sie Medikamente benötigen, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsbild ab. Medikamente werden nicht pauschal verschrieben, sondern ausschließlich nach Bedarf (was in der Regel bei einer schweren Depression der Fall ist). Häufig geht eine Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie) mit einer medikamentösen Behandlung Hand in Hand. Mehr Informationen zur medikamentösen Behandlung finden Sie im Abschnitt „Therapieformen bei Depression“.

Wie lange muss ich in der Klinik bleiben?

Das hängt von der Schwere Ihrer Depression ab. In der Regel befinden sich Patienten in unseren Kliniken vier bis sechs Wochen in Behandlung, in Ausnahmefällen auch nur zwei bis drei Wochen. Die meisten Patienten werden in einem ersten Schritt vollstationär behandelt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit einer teilstationären Betreuung in einer Tagesklinik. In etwa zehn Prozent der Fälle brauchen Betroffene eine längerfristige Begleitung, die sie ambulant bei uns in Anspruch nehmen können. Wie lange eine Depression dauert, ist individuell und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Was muss ich machen, um mich behandeln zu lassen? Brauche ich eine Überweisung vom Hausarzt?

Leiden Sie an einer schweren Depression oder haben suizidale Gedanken, begeben Sie sich unmittelbar in eine unserer Kliniken und lassen Sie sich dort helfen. Eine Depression ist nicht zu unterschätzen und kann unter Umständen lebensbedrohlich sein – zögern Sie also nicht! In unseren Kliniken bekommen Sie Tag und Nacht direkt Hilfe und werden stationär behandelt. Benötigte Unterlagen können Sie später nachreichen.

Fühlen Sie sich seit längerem schlecht und denken, Sie könnten an einer Depression leiden, ist die erste Anlaufstelle Ihr Hausarzt oder ein Facharzt. Dieser kann Ihnen eine Überweisung für eine unserer Kliniken ausstellen. Melden Sie sich im nächsten Schritt telefonisch für eine Sprechstunde in einer unserer Fachkliniken an.

Wie lange beträgt die Wartezeit, bis ich mit der Behandlung beginnen kann?

Die Nachfrage für eine Behandlung ist generell sehr hoch. Handelt es sich um einen Notfall, werden Patienten selbstverständlich direkt versorgt, beispielsweise bei suizidalen Gedanken. Bei weniger dringenden Fällen kann die Wartezeit rund zwei Wochen betragen. Für genaue Informationen rufen Sie bitte direkt eine Klinik in Ihrer Nähe an.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die Erfolgschancen, eine Depression in den Griff zu bekommen, stehen sehr gut! Dabei sind Dauer und Verlauf der Behandlung individuell von Ihrem Krankheitsbild abhängig. Nach einer erfolgreichen Behandlung kann es manchmal zu Rückfällen kommen. Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig Hilfe suchen.

Wie bespreche ich das Thema Depression mit meinem Arbeitgeber?

Depressionen sind nach wie vor ein heikles Thema in der Arbeitswelt. Als Arbeitnehmer fürchten Sie vielleicht, durch eine Depression Ihre Karriere zu gefährden. Hat Ihr Arbeitsumfeld einen erheblichen Einfluss auf Ihre Erkrankung, dann ist es ratsam, mit Ihrem Chef über Ihre Diagnose zu sprechen und gemeinsam eine langfristige Lösung für Sie zu finden. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, mit Ihrem Arbeitgeber oder mit Kollegen über Ihre Erkrankung zu reden. Dies hängt ganz vom Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Vorgesetztem ab – hören Sie hier auf Ihr Bauchgefühl. Dennoch empfehlen wir Ihnen, keine Angst vor einem Gespräch zu haben. Ihr Vorgesetzter muss seiner Fürsorgepflicht nachkommen und Ihre Gesundheit berücksichtigen. Er kann das Beschäftigungsverhältnis außerdem nicht gleich kündigen. In den meisten Fällen wirkt ein Gespräch mit dem Arbeitgeber befreiend, zumal Depressionen eine sehr häufige und mittlerweile auch eine bekannte Erkrankung sind.

Wie kann ich einer Depression oder einem Rückfall vorbeugen?

Wichtig ist: Haben Sie wegen Ihrer Stimmung keine Schuldgefühle, denn so machen Sie es sich nur unnötig schwer. Versuchen Sie, ihre Situation zu akzeptieren. Depressionen sind gut behandelbar – es wird Ihnen nach einer Therapie bessergehen. Wurden Ihnen Medikamente verschrieben, nehmen Sie diese regelmäßig ein. Ändern Sie nicht selbst die Dosierung und setzen Sie die Medikamente nicht ohne Rücksprache ab. Sind Sie unzufrieden mit der Wirkung der Medikamente, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt.

Achten Sie auf einen strukturierten Tagesablauf. Versuchen Sie, Ihre Mahlzeiten zu festgelegten Tageszeiten einzunehmen und möglichst zu gleichen Zeiten aufzustehen und ins Bett zu gehen. Auch Spaziergänge können einen gesunden Bio-Rhythmus unterstützen, da sie den Körper aktivieren und sich das Tageslicht positiv auf den Körper auswirkt. Zudem helfen leichter Sport und Bewegung dabei, Ihre Stimmung aufzuhellen. Führen Sie regelmäßigen Sport und andere Aktivitäten möglichst zur gleichen Tageszeit durch.

Wichtig ist auch eine gute Work-Life-Balance. Neben der Arbeit sollte ausreichend Platz sein für Freizeit, Freunde und Familie. Gönnen Sie Ihrem Körper nach Phasen der Anstrengung Auszeit und Ruhe. Zudem kann mehr Achtsamkeit helfen, von negativen Emotionen und Gedanken Abstand zu nehmen und das innere Gleichgewicht zu finden. Dabei können verschiedene Techniken unterstützen, wie zum Beispiel Atemübungen oder Meditation.

All das kann zur Vorbeugung beitragen, ersetzt aber keine Therapie.

Wie erkenne ich, ob ein Angehöriger oder Freund eine Depression hat?

Die Anzeichen einer Depression können vielseitig sein und sind teilweise selbst für Experten nicht direkt ersichtlich. Achten Sie auf Veränderungen im Verhalten Ihres Angehörigen: Zieht dieser sich verstärkt zurück, vernachlässigt er seine bekannten Aktivitäten (Arbeit, Hobbys) und verbringt immer mehr Zeit alleine? Ist er häufig traurig und verzweifelt schon an kleinen Dingen? Äußert er sich hoffnungs- und antriebslos? Reagiert er nicht auf Ihre liebevolle Zuwendung? All das können Anzeichen für eine Depression sein. Beobachten Sie das Verhalten Ihres Angehörigen weiter – manchmal lösen sich depressive Phasen von allein. Dauert das veränderte Verhalten jedoch über mehrere Wochen an, sollten Sie den Betroffenen dazu zu ermuntern, sich Hilfe zu suchen.

Wie kann ich den Betroffenen unterstützen?

Auch für die Angehörigen und Freunde von Betroffenen ist eine Depression nicht leicht. Es ist schwer zu verstehen, warum sich Ihr Angehöriger zurückzieht und sich plötzlich anders verhält. Es ist wichtig, dass Sie das Verhalten Ihres Angehörigen als eine Krankheit verstehen und versuchen, geduldig zu sein. Nehmen Sie die Krankheit ernst und seien Sie nicht fordernd oder drängend. Gehen Sie auf den Betroffenen zu und hören Sie sich die Ängste und Sorgen an. Besorgen Sie ihm Informationen zur Depression, anhand derer er seine Beschwerden nachvollziehen kann. So zeigen Sie, dass sie da sind und helfen möchten, ohne dabei zu viel zu verlangen. Gut gemeinte Ratschläge wie eine Auszeit nehmen, frische Luft schnappen oder Schokolade essen sind dabei jedoch wenig hilfreich. Depressionen sind gut behandelbar – versuchen Sie, Ihren Freund oder Angehörigen zu einem Arztbesuch zu ermuntern. Manchmal fällt es den Betroffenen schwer, sich die Krankheit einzugestehen. In diesem Fall kann es hilfreich sein, wenn Sie direkt einen Arzttermin für Ihren Angehörigen oder Freund vereinbaren. Finden Sie eine Asklepios-Klinik in Ihrer Nähe.

Ich vermute, dass mein Kind eine Depression hat – was tue ich?

Nicht nur Erwachsene leiden unter Depressionen. Bereits Kleinkinder können an einer Depression erkranken. Dabei äußert sich die Krankheit in den Altersgruppen unterschiedlich. Im Kleinkindalter können sich Depressionen durch vermehrtes Weinen, erhöhte Reizbarkeit, Spielunlust oder Teilnahmslosigkeit zeigen. Im Vorschulalter oder bei Schulkindern äußert sich die Erkrankung durch Ess- und Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Ängstlichkeit oder vermehrte Traurigkeit.

Besonders schwer fällt eine Diagnose im Jugendalter, denn durch die Pubertät bedingte Stimmungsschwankungen und depressive Gemütszustände sind meist normal und gehören in dieser Phase zur Entwicklung dazu. Ist das jugendliche Kind jedoch über einen längeren Zeitraum traurig, ängstlich, lustlos oder antriebslos, könnten dies Anzeichen für eine Depression sein. Auch starker Gewichtsverlust, Schlafstörungen oder vermindertes Selbstbewusstsein und Unsicherheit können auf eine Depression hinweisen.

Vermuten Sie, dass Ihr Kind an einer Depression leidet, versuchen Sie, in einem Gespräch mit Ihrem Kind den Grund für das veränderte Verhalten herauszufinden. Ist kein konkreter Grund erkennbar, sollten Sie unbedingt einen Facharzt zu Rate ziehen, um einer möglichen Erkrankung nachzugehen. Eine erste Anlaufstelle kann hier Ihr Hausarzt sein, der Sie im nächsten Schritt an eine unserer Fachkliniken überweisen kann.

Wie lange dauert es, bis es meinem Angehörigen oder Freund wieder besser geht?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. In der Regel behandeln wir an Depression erkrankte Patienten in unseren Kliniken etwa vier bis sechs Wochen. Die meisten unserer Patienten werden in einem ersten Schritt vollstationär behandelt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit einer teilstationären Betreuung in einer Tagesklinik. In etwa zehn Prozent der Fälle brauchen Patienten eine längerfristige Begleitung, die sie ambulant bei uns in Anspruch nehmen können. Weniger schwere Fälle von Depression können in einer Tagesklinik, einer Ambulanz oder bei einem niedergelassenen Therapeuten behandelt werden. Wie lange eine Depression jedoch insgesamt dauert, hängt stark vom individuellen Krankheitsbild der Betroffenen ab. Darüber hinaus kann ein Rückfall nach einer erfolgreichen Therapie nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Wie erkenne ich, ob ein Angehöriger suizidgefährdet ist?

Durch eine Depression verlieren Kranke häufig jegliche Hoffnung. Sie empfinden großes Leid und sehen keinen Ausweg aus ihrem Zustand. Sie sind unfähig, die Depression als eine Krankheit zu erkennen, die erfolgreich behandelt werden kann. Im schlimmsten Fall kann dieser Zustand der Ausweglosigkeit zu einem Suizid führen, also einem Selbstmord.

Achten Sie deshalb besonders auf alarmierende Anzeichen wie lebensmüde Aussagen oder direkte Ankündigungen eines Suizids. Wenn Angehörige Abschied nehmen und beispielsweise ihr Testament schreiben oder Wertgegenstände verschenken, kann dies ebenfalls auf einen Suizid hindeuten.

Vermuten Sie Suizidgedanken bei Ihrem Angehörigen, empfehlen wir Ihnen dringend zu handeln: Versuchen Sie, Ihren Angehörigen auf das Thema anzusprechen und ihm zu signalisieren, dass Sie für ihn da sind. Ermuntern Sie ihn, sich Hilfe zu suchen und begleiten Sie ihn zu einem Facharzt oder in eine Klinik. Betonen Sie, dass Depressionen gut behandelbar sind – eine Therapie ist die beste Prävention gegen Suizid. Ist Ihr Angehöriger akut suizidgefährdet und nicht mehr zugänglich, sollten Sie direkt den Notruf 112 wählen.

Wie kann ich mir selbst helfen?

Für Sie als nahestehenden Angehörigen oder Freund eines Erkrankten ist die Situation meist sehr belastend. Versuchen Sie, das Verhalten Ihres Angehörigen nicht persönlich zu nehmen und klar als Krankheit abzugrenzen – wenn er Sie zurückweist und nicht auf Ihre Zuwendung reagiert, dann liegt dies an der Depression.

Lassen Sie sich nicht von der Hoffnungslosigkeit anstecken. Versuchen Sie, den Betroffenen durch kleine Aufforderungen zu aktivieren und in die täglichen Abläufe einzubeziehen, aber grenzen Sie sich selbst von der Krankheit ab. Wenn Sie sich zu sehr von der Depression des Angehörigen einnehmen lassen, gefährden Sie Ihre eigene Gesundheit. Gehen Sie weiter Ihren Hobbys nach und treffen Sie sich mit Ihren Freunden.

Wenn Sie dennoch das Gefühl haben, die Krankheit des Angehörigen wird zunehmend zu einer Belastung, können Sie sich bei einem Therapeuten oder in einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe selbst Hilfe suchen.

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