Asklepios Fachklinikum Brandenburg

Station N3

Klinik für Neurologie

Station N3 - Neurologische Frührehabilitation (Phase B)

Die Station im Überblick

Unsere Station für Neurologische Frührehabilitation wurde nach umfangreichen Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten 2023 neu eröffnet. Die Station umfasst derzeit 20 Betten und wird geführt von einem engagierten interprofessionellen Team aus Ärzt:innen, Pflegefachkräften, Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen, Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen.

Die Chefärztin, Frau Dr. von Helden, ist Neurologin und Neurochirurgin und hat jahrelange Erfahrung in der Neurologischen Frührehabilitation.

Ziel der Frührehabilitation ist es, nach einer schweren akuten Hirnschädigung, z.B. einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma sowie nach neurochirurgischen Eingriffen den Heilungsprozess bereits so früh wie möglich mit einem speziellen Therapieprogramm zu unterstützen.

Wir sind spezialisiert auf die Rehabilitation der Folgen und Komplikationen nach:

  • schwerem Schädel-Hirn-Trauma
  • Subarachnoidalblutung
  • Hirnblutungen, schwerem Schlaganfall (mit Kraniektomie)
  • Neurochirurgischen Eingriffen (Aneurysma-OP, Hirntumor)
  • Hypoxie (Sauerstoffmangel) nach Herzkreislauf-Stillstand und Reanimation
  • Entzündungen des Gehirns (Encephalitis, Abszess)
  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Critical Illness Polyneuropathie und –myopathie

Früh therapieren nach schwer akuter Hirnschädigung

Die neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation ermöglicht schwer betroffenen Patient:innen nach einem Schädel-Hirn-Trauma, einer Subarachnoidalblutung, einem Schlaganfall oder anderen akuten Erkrankungen des Gehirns eine intensive ganzheitliche Therapie zum frühestmöglichen Zeitpunkt, z.T. bereits auf der Intensivstation/Schlaganfall-Einheit.

Schon während der akut-medizinischen Behandlung wird die Regeneration des Gehirns gefördert durch ein interprofessionelles Team aus spezieller Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie und aktivierender Pflege. Ziel ist die Ausschöpfung des individuellen Rehabilitationspotentials für eine größtmögliche Selbständigkeit, Lebensqualität und Teilhabe.

Unser Behandlungsangebot

Zu Beginn der Rehabilitationsbehandlung werden individuelle Behandlungsziele für Patient:innen in unserem multiprofessionellen Team festgelegt und ein Therapieplan erarbeitet. Jede:r Patient:in erhält täglich ein intensives Programm mit spezialisierter Physiotherapie, Ergotherapie, aktivierender Pflege, Schluck- und Sprechtraining durch die Logopädinnen und neuropsychologische Diagnostik und Therapie.

Ärztliche Visiten finden täglich an allen Wochentagen statt. In der wöchentlich stattfindenden Teambesprechung evaluieren Ärzt:innen, Pflegekräfte und Therapeut:innen die Behandlungserfolge und passen die Therapien und Ziele an. Die Angehörigen werden in den Rehabilitationsprozess eingebunden.

Jede:r Patient:in soll sein Potential ausschöpfen und die bestmögliche Teilhabe und Lebensqualität entwickeln können.

Nach Abschluss der Phase der Frührehabilitation wird nach standardisierten Kriterien ggf. eine Verlegung in eine weiterführende Rehabilitation organisiert, oder unser Sozialdienst plant gemeinsam mit Patient:innen und Angehörigen die Entlassung nach Hause oder in eine geeignete Pflegeeinrichtung.

Unser Leistungsspektrum

Die Frührehabilitation beginnt bereits auf der Intensivstation. In enger Zusammenarbeit mit den Fachärzt:innen für Anästhesie und Neurointensivmedizin werden die Patient:innen bereits während der Entwöhnung vom Beatmungsgerät von dem therapeutischen Team aus Physiotherapeut:innenen, Ergotherapeut:innen und Logopäd:innen stimuliert. Die Atmung wird gefördert, die Patient:innen werden im und aus dem Bett mobilisiert und aufgerichtet. Dadurch wird die Wachheit verbessert und die Patient:innen können schneller und sicherer entwöhnt werden.

Die Physiotherapeut:innen stimulieren auf der Intensivstation zunächst die Atmung und die Kreislauffunktion, um die Entwöhnung vom Beatmungsgerät (Weaning) zu erleichtern. Die Gelenke werden durchbewegt, die Mobilisation in den Sitz und den Stand verbessert die Körperwahrnehmung und die Rumpfmuskulatur. Die Muskelfunktionen werden wieder angebahnt und Kraft und Koordination trainiert.

Die Ergotherapeut:innen trainieren mit verschiedenen Therapiekonzepten das Wiedererlernen der Aktivitäten des täglichen Lebens wie Körperpflege, Ankleiden und Nahrung zu sich nehmen. Bei den schwer betroffenen Patient:innen wird zunächst die Körperwahrnehmung durch die sensomotorische Stimulationsbehandlung gefördert. Die visuellen, sensorischen, motorischen und emotionalen Reize verbessern die Wachheit, die Raumwahrnehmung und die Kontaktaufnahme mit der Umwelt. Im Verlauf werden auch individuelle Trainingsprogramme für kognitive Störungen in Zusammenarbeit mit den Neuropsycholog:innen entwickelt und angewandt.

Die Logopäd:innen sind spezialisiert auf die Behandlung schwerer Schluckstörungen und das Trachaelkanülen-Management. Mit besonderen Techniken wie der facio-oralen Therapie (FOTT nach Kay Coombs) und der manuellen Schlucktherapie wird das Schlucken angebahnt und trainiert, um die Trachealkanüle zu entwöhnen. Dabei wird der Verlauf regelmäßig durch die fiberoptische Endoskopie (FEES) überprüft und die Therapie individuell angepasst. Ziel ist die orale Nahrungsaufnahme.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau der Kommunikation. Nach ausführlicher Diagnostik und Therapie werden verschiedene Formen von Aphasie, Dysarthrie und Sprechapraxie intensiv behandelt. Bei Bedarf werden computerunterstütze Kommunikationshilfen eingesetzt. Die Angehörigen werden angeleitet und unterstützt.

Patient:innen nach schwerer Hirnschädigung zeigen initial häufig Störungen des Bewusstseins und sind auch seelisch traumatisiert. Die Musik, vor allem vertraute Melodien, können eine Brücke sein auf dem Weg zurück. Die emotionale Verarbeitung wird erleichtert, die Wachheit, die Aufmerksamkeit und die Kommunikationsfähigkeit verbessern sich. Im Verlauf fördert die Musiktherapeutin über aktives Improvisieren auch die Handlungsfähigkeit und die Motorik. Die Angehörigen werden zu Vorlieben befragt und können auf Wunsch auch in die aktive Therapie mit einbezogen werden.

Die Psycholog:innen unterstützen die Patient:innen und die Angehörigen im Verlauf der Rehabilitation im Umgang mit den Beeinträchtigungen. Sie fördern in intensiven Einzelbehandlungen die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmungsfähigkeit und stabilisieren die Stimmung. Mit speziellen Methoden werden die kognitiven Funktionen wie die Gedächtnisleistungen und das Denken und Planen trainiert.

Die Pflegenden sind besonders nahe an den Patient:innen und sehen bei der Durchführung der aktivierenden therapeutischen Pflege kleine Fortschritte oft als erste. Durch besondere Verfahren wie basale Stimulation und spezielle Lagerungstechniken helfen sie den Patient:innen bei den pflegerischen Maßnahmen, diese besser zu spüren und Kontakt mit der Umgebung aufzunehmen. In Absprache mit den Therapeut:innen kann so die Selbsthilfefähigkeit schrittweise angebahnt werden.

Unsere Mitarbeiter:innen des Sozialdienstes unterstützen die Patient:innen und ihre Angehörigen, nach der Frührehabilitation eine passende Weiterversorgung zu organisieren. Sie klären mit dem Team der Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pflegekräften die Voraussetzungen für eine weiterführende Rehabilitation oder für eine stationäre oder ambulante Pflege. Sie helfen bei Anträgen von Kostenträgern und beraten zu geeigneten (Intensiv-) Pflege-Wohngemeinschaften oder –einrichtungen. Sie vermitteln Kontakte zu Behörden, Beratungsstellen und der Selbsthilfe.

Wichtige Informationen zu Ihrem Aufenthalt

Aufgenommen werden können Patient:innen nach der Akutbehandlung einer schweren Hirnschädigung direkt von der Stroke-Unit/ Intensivstation, die noch überwachungspflichtig sind und einen hohen Bedarf an medizinischer, pflegerischer und therapeutischer Unterstützung haben (Frührehabilitations-Barthel-Index < 0 Punkte). Auch beatmete Patient:innen können auf unserer Intensivstation (N4) aufgenommen werden und erhalten bereits während der Beatmungsentwöhnung spezielle Therapien.

Anmeldungen erfolgen über die vorbehandelnde Klinik in Form einer Epikrise (mit Frühreha-Barthel-Index) im Sekretariat der Neurologie/ Neurologischen Frührehabilitation bei Frau Hempe, per Email d.hempe@asklepios.com oder per Fax 03381 78- 2532. Bei Rückfragen: Telefonnummer 03381 78-2100.

Für die Aufnahme benötigen wir folgende Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Krankenversicherungskarte und/oder Kostenübernahmeerklärung
  • Gegebenenfalls Befreiungsausweis (Krankenhaustagegeld)
  • Gegebenenfalls Unterlagen zur privaten Zusatzversicherung
  • Weitere relevante medizinische Dokumente wie Arztbriefe oder Vorbefund
  • Medikamentenplan, falls vorhanden

Falls Sie spezielle Medikamente einnehmen, bringen Sie diese bitte mit.

Sollten Sie eine:n gesetzliche:n Betreuer:in haben, bringen Sie bitte wenn möglich eine Kopie des Betreuungsausweis mit.

Unsere Station verfügt über Ein-und Zweibett-Zimmer mit komplettem Monitoring und mehrere Therapieräume auf der Station sowie in umliegenden Häusern. Die Stationen sind barrierefrei. Bei ausreichender Stabilität können in Begleitung auch eine Terrasse und der schöne Park genutzt werden.

Alle diagnostischen Möglichkeiten der Akutneurologie und der Radiologie im Hause stehen unseren Patienten zur Verfügung:

  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Elektrophysiologie (einschließlich EEG, EMG und ENG)
  • Evozierte Potentiale
  • Doppler- und Duplexsonographie
  • Echokardiografie
  • Langzeit-EKG
  • Schluckdiagnostik (FEES)
  • Labor- und Liquordiagnostik

Besuch ist täglich von 15.00-17.00 Uhr und am Wochenende möglich. Wir bitten alle Besucher:innen, sich zunächst beim Personal anzumelden und alle notwendigen Hygienevorschriften einzuhalten.

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