Asklepios Stadtklinik Bad Tölz

Nierenteilresektion

Nierenerhaltende Tumorentfernung mit da Vinci

Den Tumor entfernen und die Niere erhalten

Die Diagnose eines Nierentumors wirft viele Fragen auf. In unserer Klinik für Urologie sind wir auf die minimal-invasive operative Behandlung von Nierenkrebs mit dem da Vinci® Operationssystem spezialisiert. Unser Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und dabei möglichst den restlichen gesunden Teil der Niere zu erhalten – wann immer dies möglich ist.

Dafür verbinden wir langjährige operative Erfahrung mit moderner Technik: dem da Vinci-System, Ultraschall während der Operation und der Firefly®-Technik zur Darstellung der Durchblutung. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen wir individuell mit Ihnen.

Sie wünschen eine persönliche Beratung? Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin oder Sprechstundentermin über das Sekretariat der Urologie unter +49 8041 507-1261.

Was ist ein Nierenzellkarzinom ?

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste Form von Nierenkrebs bei Erwachsenen. Es macht etwa 3 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Männer sind häufiger betroffen als Frauen; die Erkrankung tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf.

Die meisten Nierentumoren werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung, einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) entdeckt. Eine Veränderung oder Gewebeneubildung in der Niere – medizinisch als Raumforderung bezeichnet – ist jedoch nicht immer bösartig. Insbesondere kleinere Nierentumoren können auch gutartig sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ist der Tumor auf die Niere begrenzt, ist die operative Entfernung in den meisten Fällen die wichtigste Behandlung. In diesem Stadium bestehen sehr gute Chancen auf eine dauerhafte Heilung.

Wenn möglich, entfernen wir nur den Tumor und erhalten den gesunden Teil der restlichen Niere. Dieser Eingriff heißt Nierenteilresektion. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der Größe und Lage des Tumors sowie von Ihrer persönlichen gesundheitlichen Situation ab. In seltenen Fällen kann es notwendig sein, die gesamte betroffene Niere zu entfernen. Dies wird als radikale Nephrektomie bezeichnet.

In unserer Klinik führen wir bei Nierentumoren in über 90% eine Nierenteilresektion durch – auch bei komplexen Tumoren.

Bei kleinen, günstig gelegenen Tumoren können in ausgewählten Fällen auch andere Vorgehensweisen infrage kommen: eine aktive Überwachung, bei der der Tumor regelmäßig kontrolliert wird, oder eine örtliche Behandlung durch Hitze oder Kälte. Wir besprechen mit Ihnen, welche Möglichkeit für Ihre Situation am besten geeignet ist.

Warum wir möglichst viel Nierengewebe erhalten

Die Nieren reinigen das Blut, regulieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt und tragen zur Regulation des Blutdrucks bei. Ist die Nierenfunktion dauerhaft eingeschränkt, kann dies langfristig unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein.

Der Erhalt von möglichst viel gesundem, funktionsfähigem Nierengewebe soll deshalb das Risiko einer chronischen Nierenschwäche verringern. Das kann für Ihre langfristige Gesundheit besonders wichtig sein.

Bei einer Nierenteilresektion entfernen wir den Tumor mit einem kleinen Sicherheitsabstand. Der gesunde Teil der Niere bleibt erhalten. Im Vergleich zur vollständigen Entfernung der Niere steht dadurch nach der Operation mehr Nierenfunktion zur Verfügung.

Wie das da Vinci-System funktioniert

Da Vinci ist ein robotergestütztes Operationssystem für besonders präzise und schonende Eingriffe über kleine Hautschnitte. Diese Operationsweise wird als minimalinvasiv bezeichnet. Der Operateur steuert die Instrumente während des gesamten Eingriffs von einer Konsole aus. Der Roboter operiert nicht selbstständig.

Durch die kleinen Hautschnitte werden dünne Hülsen, sogenannte Trokare, in den Bauchraum eingebracht. Über diese Zugänge führen wir eine Kamera und feine, sehr bewegliche Instrumente ein. Die Kamera liefert ein hochauflösendes, stark vergrößertes und dreidimensionales Bild des Operationsgebiets. Zusammen mit der präzisen Beweglichkeit der Instrumente unterstützt dies das sorgfältige Arbeiten an empfindlichen Strukturen.

Die nierenerhaltende Operation mit da Vinci

Die vergrößerte dreidimensionale Sicht und die präzise steuerbaren Instrumente schaffen sehr gute Voraussetzungen, um den Nierentumor zügig und sorgfältig zu entfernen. Anschließend kann die entstandene Wunde in der Niere präzise mit einer speziellen Nahttechnik verschlossen werden.

Im Vergleich zu einer offenen Operation sind die Hautschnitte deutlich kleiner. Dadurch können Schmerzen nach der Operation, die Dauer des Krankenhausaufenthalts und der Blutverlust deutlich reduziert werden.

Ultraschall während der Operation

Mit einer Ultraschalluntersuchung während des Eingriffs – dem intraoperativen Ultraschall – stellen wir den Tumor und die Grenze zum gesunden Nierenanteil direkt in der Niere dar. So lassen sich seine genaue Lage, Größe und Tiefe sowie seine Beziehung zu wichtigen Blutgefäßen und anderen Strukturen erkennen. Dies ist besonders hilfreich, wenn ein Tumor von außen nur teilweise oder gar nicht sichtbar ist.

Die Durchblutung mit Firefly sichtbar machen

Mit der Firefly-Technik können wir während der Operation die Durchblutung der Niere und ihre Blutgefäße sichtbar machen. Dies kann beispielsweise helfen, die Blutversorgung einzelner Nierenbereiche besser zu erkennen und die Durchblutung nach der Tumorentfernung zu kontrollieren.

Beide Techniken unterstützen uns dabei, auch größere und kompliziert gelegene Tumoren nierenerhaltend zu entfernen und möglichst viel gesundes Nierengewebe zu bewahren. Mit den beschriebenen technischen Möglichkeiten führen wir Nierenteilresektionen auch unter anspruchsvollen Voraussetzungen durch – etwa wenn nur eine Niere vorhanden ist oder mehrere Nierentumoren gleichzeitig vorliegen.

So verläuft Ihr Krankenhausaufenthalt

Die Vorbereitung auf die Operation erfolgt ambulant über unsere prästationäre Patientenaufnahme. Am Operationstag kommen Sie nüchtern zu uns und werden kurz darauf operiert.

Am Tag nach der Operation dürfen Sie mit Unterstützung aufstehen. Außerdem beginnen wir zügig wieder mit der Nahrungsaufnahme. Der während der Operation eingelegte Blasenkatheter wird ebenfalls am Tag nach dem Eingriff entfernt.

In der Regel können Sie das Krankenhaus am Morgen des vierten Tages nach der Operation verlassen.

Was nach der Entlassung wichtig ist

Bitte stellen Sie sich mit Ihrem vorläufigen Entlassbrief zeitnah mit Termin in Ihrer urologischen Praxis vor. Ihre Urologin oder Ihr Urologe plant mit Ihnen die weitere Nachsorge und stellt die Rezepte für alle benötigten Medikamente aus.

Falls ein kurzfristiger Termin in Ihrer urologischen oder hausärztlichen Praxis nicht möglich ist, können wir Sie im Rahmen des Entlassmanagements vorübergehend mit Medikamenten versorgen oder Rezepte für weitere sieben Tage ausstellen.

Wundheilung und körperliche Aktivität

Das verwendete Nahtmaterial löst sich selbst auf und muss nicht entfernt werden. In der Regel können Sie ab der dritten Woche nach der Operation wieder leichte Aktivitäten wie Wandern oder Schwimmen aufnehmen. Ab der sechsten Woche sind Walken, Joggen und Radfahren möglich.

Ihre weitere Nachsorge

Die feingewebliche Untersuchung des entfernten Gewebes wird als Histologie bezeichnet. Sobald der Befund vorliegt, leiten wir ihn umgehend an Ihre Urologin oder Ihren Urologen weiter.

Die Nachsorge richtet sich individuell nach Ihrem Befund und erfolgt entsprechend den medizinischen Leitlinien. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen sowie CT- oder MRT-Untersuchungen des Bauchraums (Abdomen) und des Brustkorbs (Thorax) und unterschiedlichen Intervallen.

In ausgewählten Fällen wird zusätzlich eine anschließende medikamentöse Behandlung empfohlen. Diese ergänzende Behandlung heißt adjuvante Therapie. Die Entscheidungen hierzu treffen wir in unserem interdisziplinären Tumorboard. Dort beraten Fachleute verschiedener medizinischer Fachabteilungen gemeinsam über die Behandlung.

Weitere allgemeine Informationen finden Sie unter: unser Leistungsspektrum - Nierenkrebs.

Lassen Sie sich persönlich beraten.

Gerne besprechen wir Ihre Fragen und die für Sie geeigneten Behandlungsmöglichkeiten in einer unserer Sprechstunde.