Asklepios Klinik Altona

Blutgruppenunverträglichkeit

Was Sie zur Diagnose und Behandlung einer Blutgruppenunverträglichkeit wissen sollten

Bestimmung des Rhesusfaktors in der Schwangerschaft

Von einer Blutgruppenunverträglichkeit in der Schwangerschaft spricht man dann, wenn sich das Blut von Mutter und ungeborenem Kind nicht „vertragen“ und es nach einem Blutkontakt zu gesundheitlichen Komplikationen beim Kind kommen kann. Meistens ist mit der Umschreibung „Blutgruppenunverträglichkeit innerhalb einer Schwangerschaft“ die sogenannte Rhesusunverträglichkeit gemeint: Das Blut des Kindes und der Mutter unterscheiden sich hier in Bezug auf einen bestimmten Eiweißstoff – den sogenannten Rhesusfaktor (alternativ auch als Faktor D bezeichnet).

In diesem Text erfahren Sie, inwiefern dieser vermeintlich kleine Unterschied des Blutes unentdeckt beim Kind zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann, wie eine Rhesusunverträglichkeit festgestellt wird und wie sie vorbeugend behandelt wird. 

Die wichtigste Nachricht dabei ist: Die Risiken einer solchen Blutgruppenunverträglichkeit sind dank moderner Diagnostik und Behandlung heute nur noch als sehr gering einzustufen. Bei Asklepios sind Sie umfassend in guten Händen: Ihnen stehen alle modernen Verfahren zur frühzeitigen Diagnose und gezielten Behandlung einer Blutgruppenunverträglichkeit zur Verfügung. 

Ebenfalls gut zu wissen: Seit 2021 gehört zur gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge auch ein unkomplizierter Labortest, der es schon früh in der Schwangerschaft ermöglicht, aus einer Probe des mütterlichen Blutes den Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes festzustellen. Dieser Test ist Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung und damit für gesetzlich Versicherte kostenfrei. 

Sie möchten mehr Informationen dazu? Bei allen Fragen rund um das Themengebiet Blutgruppenunverträglichkeit und Rhesusfaktor stehen Ihnen unsere Fachkräfte sehr gerne zur Verfügung: Wenden Sie sich für eine umfassende Beratung an eine unserer Einrichtungen in Ihrer Nähe.
 

Schwangerschaft und Rhesusfaktor: Warum kann eine Blutgruppenunverträglichkeit gefährlich werden?


Das Blut eines Menschen ist entweder Rhesus-positiv oder Rhesus-negativ – je nachdem, ob die roten Blutkörperchen den Eiweißstoff Rhesusfaktor auf ihrer Oberfläche tragen (Rhesus-positiv) oder nicht (Rhesus-negativ). 

Zu einer Rhesusunverträglichkeit in der Schwangerschaft kommt es dann, wenn das ungeborene Kind die Rhesus-positive Eigenschaft des Blutes vom Vater erbt, die Mutter aber Rhesus-negativ ist. Denn in diesem Fall bilden sich im mütterlichen Blut nach einem Kontakt mit dem Blut des Kindes (beispielsweise während der Geburt) spezielle Antikörper, die sich dann bei weiteren Blutkontakten gegen die Rhesus-positiven roten Blutkörperchen des Kindes wenden und diese auflösen.

Gefährlich wird dies in aller Regel aber erst während einer zweiten Schwangerschaft der Frau und auch nur dann, wenn auch jetzt wieder das ungeborene Kind Rhesus-positiv ist. Denn inzwischen haben sich im Blut der Mutter so viele Antikörper gebildet, dass sie über den Mutterkuchen in großer Zahl in den Blutkreislauf des Kindes gelangen können, dort die Rhesus-positiven roten Blutkörperchen auflösen und so eine Anämie (Blutarmut) mit möglichen weiteren Komplikationen wie einer Herzschwäche verursachen können.
 

Passende Abteilungen

Finden Sie passende Abteilungen in Ihrer Nähe.

0 Elemente zur Auswahl
Sortiert nach: Alphabetisch

Rhesusunverträglichkeit: Wie verhindert die sogenannte „Anti-D-Prophylaxe“ Komplikationen?

Die eben beschriebenen Antikörper im Blut der Mutter, die sich gezielt gegen die Rhesus-positiven roten Blutkörperchen des Kindes wenden, werden auch als Anti-D-Antikörper bezeichnet. Eine von Ärzt:innen verabreichte Anti-D-Prophylaxe ist somit eine vorbeugende Behandlung, die die Bildung solcher Antikörper im Blut der Mutter gezielt unterbindet. Dadurch wird folglich auch verhindert, dass die roten Blutkörperchen im Blut des ungeborenen Rhesus-positiven Kindes aufgelöst werden und dadurch Komplikationen entstehen können.

Gut zu wissen: Weil es bis vor einigen Jahren noch nicht so einfach wie heute möglich war, den Rhesusfaktor eines ungeborenen Kindes festzustellen, erhielt vorsorglich jede Rhesus-negative schwangere Frau eine Anti-D-Prophylaxe. Das Problem dabei: Viele dieser Spritzen waren umsonst, denn tatsächlich sind sie ja nur dann nötig, wenn das ungeborene Kind auch wirklich Rhesus-positiv ist. 

Heute kann der Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes dank des medizinischen Fortschritts schon frühzeitig während der Schwangerschaft festgestellt werden: mittels einer Laboranalyse sogenannter zellfreier fetaler DNA im mütterlichen Blut: 

  • Dieser Test ist für Mutter und Kind völlig unkompliziert, schmerzfrei und er wird im Rahmen der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 
  • Dadurch bleibt Rhesus-negativen Frauen, die mit einem Rhesus-negativen Kind schwanger sind, eine unnötige Anti-D-Prophylaxe erspart und zugleich wird das Gesundheitssystem entlastet und effektiver.

Bei allen Fragen zu diesem Test und zu allen weiteren Möglichkeiten der Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Diagnostik und vorgeburtliche Früherkennung) bei Asklepios wenden Sie sich gerne an Ihr Fachteam der Geburtshilfe. Unsere Fachkräfte stehen Ihnen während Ihrer gesamten Schwangerschaft, bei der Geburt Ihres Kindes und auch in der Zeit danach mit Rat und Tat zur Seite. 

Hinweis:

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.