Ein Zeichen für die Hoffnung: Asklepios Klinik Weißenfels unterstützt erneut humanitären Hilfstransport in die Ukraine

Mehrere Tonnen medizinischer Hilfsgüter, Pflegebetten und eine Strecke von mehreren tausend Kilometern: Wenn sich Jan Czarnetzki und seine Mitstreiter am 15. September erneut auf den Weg in die Ukraine machen, ist es für den Dresdner Helfer bereits die 27. Reise in ein Land, das ihn seit vielen Jahren bewegt – und dessen Menschen ihn bis heute nicht loslassen.

Till Sander und Jan Czarnetzki beim Verladen der Hilfsgüter

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr unterstützt die Asklepios Klinik Weißenfels die Ukrainehilfe mit medizinischen Sachspenden. Für den bevorstehenden Transport stellt die Klinik unter anderem zwölf Pflegebetten, eine Notfalltransportliege und zwei Dampfsterilisatoren zur Verfügung. Um die Betten und Sterilisatoren sicher ans Ziel zu bringen, wurden eigens zwei 7,5-Tonner eines sächsischen Spediteurs organisiert.

Schon Ende Juli hatte ein erster Transport medizinische Ausstattung aus Weißenfels in die Ukraine gebracht. Darunter waren mehrere Patientenmonitore und Narkosegeräte sowie ein Wärmebett und eine Wärmelampe für Neugeborene, ein pädiatrisches Beatmungsgerät und weitere medizinische Materialien.

Medizinische Hilfe für ein Krankenhaus in Kyiv

Die Spenden aus Weißenfels sind für ein Krankenhaus in Kyiv bestimmt, das auf dem Gelände der Nationalen Luftfahrtuniversität wieder in Betrieb genommen wird. Militärveteranen haben sich entschlossen, das bislang stillgelegte Krankenhaus wieder nutzbar zu machen. Die medizinische Ausstattung aus Deutschland soll dazu beitragen, die Versorgung der Patientinnen und Patienten vor Ort zu unterstützen.

„Gerade medizinische Ausrüstung rettet dort Leben oder verbessert es zumindest deutlich“, sagt Jan Czarnetzki. „Viele Menschen kommen schwer verletzt aus dem Krieg zurück. Alles, was Rehabilitation ermöglicht oder Schmerzen lindert, wird dringend gebraucht.“

Organisiert wird die Hilfe gemeinsam mit dem Verein Athletes for Ukraine e. V., dessen Vorstand Jens Steinigen seit 2022 humanitäre Unterstützung für die Ukraine koordiniert. Allein im vergangenen Jahr organisierte das Netzwerk elf Hilfstransporte in Regionen wie Charkiw, Odessa, Cherson oder Kyiv.

Inzwischen ist aus den anfänglichen Aktivitäten ein bundesweites Netzwerk geworden. Menschen, Organisationen und Unternehmen aus verschiedenen Regionen Deutschlands sammeln Hilfsgüter, stellen Fahrzeuge zur Verfügung, unterstützen finanziell oder helfen bei der Organisation. Viele von ihnen arbeiten über Wochen hinweg im Hintergrund, bevor ein Transport überhaupt starten kann.

Begegnungen, die bleiben

Was für Czarnetzki kurz nach Kriegsbeginn als spontane Hilfe begann, wurde zu einer dauerhaften Aufgabe. „Kurz nach dem Angriff bin ich mit meinem Wohnmobil an die Grenze gefahren und habe Menschen evakuiert – vor allem Schwangere und Kinder“, erzählt er. „Es war Winter. Viele Frauen standen plötzlich allein da, weil ihre Männer eingezogen wurden. Die erste Nacht vor Ort bin ich aufgewacht und habe einfach nur geweint.“

Besonders geprägt habe ihn die Begegnung mit einem älteren Ehepaar. „Sie saßen vor ihrem kleinen Holzhaus auf einer Bank, in ihrer besten Sonntagskleidung, neben sich alte Koffer“, erinnert er sich. „Es sah aus, als wollten sie verreisen. Aber ihre Blicke waren leer. Ich habe mich gefragt: Was geht gerade in diesen Menschen vor?“

Czarnetzki kann dabei auf ein großes Netzwerk von Unterstützerinnen und Unterstützern zählen. Dazu gehören auch Ines und Martin Eckstein, die Hilfsgüter sammeln, Spenden sortieren und verpacken sowie Transporte und finanzielle Unterstützung mitorganisieren. Nach eigenen Angaben wurden inzwischen zehntausende Pakete gepackt und weitergeleitet.

„Ohne dieses Netzwerk wäre das alles nicht möglich“, sagt Czarnetzki. „Viele helfen im Hintergrund – und genau darauf kommt es an.“

Hilfe, die nicht an Grenzen endet

Auch die Fahrten selbst bleiben herausfordernd. Sie dauern mehrere Tage, führen über teils stark beschädigte Straßen und kosten Kraft – körperlich, organisatorisch und emotional. „Drei Transporter sind uns inzwischen kaputtgegangen und dort unten greift keine Versicherung“, erzählt Czarnetzki. „Aber aufgeben ist keine Option. Helfen ist für mich Bürgerpflicht.“

Für die Asklepios Klinik Weißenfels ist die Unterstützung deshalb mehr als eine reine Sachspende. „Medizinische Hilfe endet nicht an Landesgrenzen“, sagt Till Sander, Geschäftsführer der Asklepios Klinik Weißenfels. „Die Geräte und Materialien können dort eingesetzt werden, wo sie dringend gebraucht werden. Dass unsere Spenden dazu beitragen, ein Krankenhaus wieder mit medizinischer Ausstattung zu versorgen, zeigt ganz konkret, wie aus nicht mehr benötigten Ressourcen neue Hilfe entstehen kann.“

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