Tag des Cholesterins am 12. Juni 2026: Kardiologe David Alheit appelliert: „Jeder sollte seinen LDL-Wert kennen"

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Anlässlich des bundesweiten Tags des Cholesterins der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie (DGFL) – Lipid-Liga am 12. Juni, ruft Dr. David Alheit, Chefarzt der Inneren Medizin in der Sebnitzer Klinik dazu auf, Cholesterinwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Denn mehr als 80 Prozent der kardiovaskulären Risikopatienten in Deutschland sind therapeutisch nicht optimal eingestellt.

Ein dauerhaft erhöhter LDL-Cholesterinwert führt zu Ablagerungen in den Blutgefäßen und begünstigt die Entstehung von Atherosklerose – der Hauptursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Viele Menschen kennen ihre Blutfettwerte gar nicht oder unterschätzen die Bedeutung erhöhter Cholesterinwerte für ihr persönliches Herzrisiko", erläutert Dr. David Alheit, Chefarzt der Inneren Medizin in der Asklepios Klinik Sebnitz. Die aktuellen europäischen Leitlinien aus dem Jahr 2025 betonen die Bedeutung einer frühzeitigen und konsequenten risikoadaptierten Senkung des LDL-Cholesterins. Auch aktuelle Studien, die eine Therapie nach Zielwerten untersucht haben, bestätigen die bisher mehr empirisch angenommenen Werte. Dabei gelten je nach individuellem Risiko unterschiedliche LDL-Zielwerte: Bei sehr hohem Risiko wie zum Beispiel bei Patienten nach einem Herzinfarkt sollte der LDL-Wert unter 1,4 mmol/l liegen, bei hohem Risiko und bereits vorliegender Atherosklerose bei unter 1,8 mmol/l. „Das Prinzip lautet: Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto besser der Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen", betont der Kardiologe und empfiehlt die Blutfettwerte im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt regelmäßig überprüfen zu lassen.

Neben dem hohen LDL-Cholesterin erhöhen insbesondere auch Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, familiäre Häufungen das Risiko für eine Atherosklerose und die Folgekrankheiten Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine. Bewegungsmangel und Übergewicht können als sekundäre Risikofaktoren dazu kommen. Besonders ungünstig ist es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen und eine Neigung zu solchen Krankheiten in der Familie schon bekannt sind.

„Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist ein stiller Risikofaktor – die meisten Betroffenen spüren jahrelang nichts, während sich die Gefäße schleichend verengen. Deshalb ist es so wichtig, die eigenen Werte zu kennen und bei Bedarf konsequent zu behandeln. Lassen Sie Ihre Werte checken!" sagt Dr. Alheit.

Sind die Werte bereits erhöht, kann eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden, die ein zukünftiges folgenschweres Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindern kann. Aber auch eine Ernährungsumstellung kann schon hilfreich sein. Dr. Alheit erklärt: “Eine ballaststoffreiche und dabei fettarme Ernährung wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Einen hohen Ballaststoffgehalt haben etwa Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Beeren oder Müsli. Pflanzliche Fette und Öle sind im Vergleich zu tierischen Fetten zu bevorzugen. Günstig auf den Cholesterinspiegel wirkt sich auch der Verzehr von Fisch aus. Mindestens zweimal pro Woche Fischgerichte auf den Speiseplan zu setzen, bietet sich demnach an.” Wichtig ist aber, dass die Cholesterinproduktion des Körpers genetisch festgelegt ist und nur ein kleinerer Anteil des Gesamtcholesterins durch Ernährung beeinflusst werden kann. Daher kann die medikamentöse Therapie in vielen Fällen unumgänglich und lebensrettend sein!

 

Zunehmend gibt es auch Daten und Medikamente, die ein weiteres Fettprotein [LP(a)] in den diagnostischen und therapeutischen Fokus rücken lassen. Eine einmalige Bestimmung im Leben ist oft ausreichend, um das Risiko besser abzuschätzen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Insbesondere bei jungen Patienten mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung sollte der Wert bekannt sein. Er kann durch eine einfache Blutabnahme bestimmt werden. Studien und neue Medikamente sind darüber hinaus in Arbeit und werden zukünftige Therapieoptionen bieten, bevor eine Erkrankung überhaupt auftritt.

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