Virtuelle Koloskopie

Polyp im Dickdarm in der Darstellung bei einer virtuellen Koloskopie

In Deutschland ist das kolorektale Karzinom die zweithäufigste Todesursache. Adenomatöse Polypen, die bei über 50-Jährigen sehr häufig festgestellt werden, sind als wichtige Karzinomvorstufe bekannt. Eine Umwandlung  in einen bösartigen Tumor über diesen Weg dauert in der Regel 10 bis 15 Jahre.

Eine frühzeitige Entdeckung und Entfernung der adenomatösen Polypen kann somit die Karzinomentstehung verhindern.

Ist bereits ein Karzinom entstanden, ist es extrem wichtig, dieses schon im Frühstadium zu erkennen; seine Lage und Größe festzustellen. Wichtig ist jedoch auch festzustellen, ob der Tumor die Umgebung beeinträchtigt oder schon Absiedlungen in anderen Organen bestehen.

Unser Behandlungsangebot

konventionelle Endoskopie-Methode

Bei der konventionellen Darmspiegelung muss das Endoskop sehr weit in den Darm eingeführt werden. Patienten erscheint dieses Vorgehen meist langwierig und unangenehm, häufig sind Beruhigungsmittel nötig.

Der große Vorteil der Methode ist, dass Veränderungen der Schleimhautoberfläche festgestellt (flache Tumore, Farbveränderungen), Polypen direkt entfernt oder Gewebeproben entnommen werden können. Darüber hinaus können Stuhlverunreinigungen besser erkannt und gegebenenfalls durch eine Spüllösung entfernt werden.

Virtuelle CT-Kolonographie

Durch neueste Computertechniken können die Daten eines Ultraschnellen-Spiral-Computertomografen so umgewandelt werden, dass ein virtueller Blick in den Darm möglich wird (3D-Volume-Rendering). Die Bilder des Organinneren werden nicht durch direkte Beobachtung mit dem Endoskop gewonnen, sondern durch Computerprogramme berechnet (Virtual Reality). So entstehen völlig neue Einblicke in das Darminnere mit hoher  Aussagekraft.

Der gesamte Dickdarm liegt als dreidimensionales Bildmaterial vor. Der Arzt kann sich so auf dem Bildschirm auf eine simulierte Fahrt direkt durch den Dickdarm begeben. In klinischen Studien konnten 96 Prozent aller Kolonpolypen mit einer Größe von mehr als zehn Millimetern durch eine virtuelle Koloskopie nachgewiesen werden.

Zusätzlich liegen die „normalen“ CT-Bilder vor, eine zusätzliche Beurteilung der Umgebung, der Lymphknoten und der Bauchorgane ist hierdurch möglich.

Wann ist es sinnvoll eine virtuelle Koloskopie anzuwenden?

  • Früherkennung von Darmkrebs
  • Diagnostik bestimmter entzündlicher oder erblicher Darmerkrankungen
  • Diagnostik endoskopisch nicht zugänglicher Dickdarmabschnitte
  • Die Untersuchung sollte am besten nach Absprache mit einem Gastroenterologen und mit genauer Fragestellung erfolgen.

Vorbereitung Koloskopie

Bevor die CT-Kolonographie erfolgen kann, muss am Tage vor dem Untersuchungstermin eine konsequente Darmreinigung durchgeführt werden. Essensreste und Stuhlansammlungen im Inneren des Darms können zu einer Minderung der diagnostischen Aussagekraft und zu Fehldeutungen führen. Die Darmreinigung kann von Ihnen selbst zu Hause mit einer Trinklösung am Tage vor der Untersuchung problemlos durchgeführt werden.

24 Stunden vor dem Termin sollten Sie nur noch leichte Kost oder klare Flüssigkeiten zu sich nehmen. In der Praxis wird dann noch ein Medikament zur Darmentspannung gegeben und kurz vor der virtuellen Koloskopie der Darm mit Luft gefüllt. Dies ist notwendig, um die Darmwände bei der Untersuchung zu entfalten.

Die eigentliche Untersuchung findet dann in Ultraschnellen-Spiral-Computertomografen statt. Die Aufenthaltsdauer dort beträgt ungefähr 20 Minuten, wobei jedoch nur für 20 Sekunden Röntgenstrahlung angewandt wird.

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