Gefäßdiagnostik

Herz-Kreislauferkrankungen stehen als Todesursache in den westlichen Industrienationen an erster Stelle. Als Risikofaktoren für die Arterienverkalkung werden erhöhter Blutdruck, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus, das Rauchen und Bewegungsmangel angesehen.

Die Verkalkung der Arterien ist ein schleichender Prozess, der von den Betroffenen lange Zeit nicht bemerkt wird. Die Folge können Schlaganfall, Herzinfarkt oder die periphere Gefäßerkrankung sein. An erster Stelle der ärztlichen Untersuchung sollte die Erhebung der Anamnese, des Pulsstatus sowie eine Ultraschalluntersuchung stehen. Daraufhin wird entschieden welche weiterführende, bildgebende Diagnostik sinnvoll ist.

Digitale Subtraktionsangiographie (DSA)

Die digitale Subtraktions-Angiographie ist ein modernes Röntgenverfahren zur Gefäßdarstellung. Das DSA-Gerät  besitzt einen digitalen Bildwandler der die Bilddaten erzeugt. Diese Daten werden von einem Computer zu Bildern verarbeitet und digital gespeichert.

Bei der Aufnahme vom Untersuchungsbereich wird zunächst eine digitale „Maske“ – ein digitales Röntgenbild vor Kontrastmittelgabe erzeugt. Dann erfolgt die Gabe des Röntgenkontrastmittel und die Anfertigung angiographischer Serienaufnahmen.

Von diesen Aufnahmen wird die „Maske“ subtrahiert. Es entsteht ein Gefäßbild ohne störende Überlagerungen.

MR-Angiographie

Die Magnetresonanz – Tomographie (MRT) nutzt Magnetisierungseffekte auf atomarer Ebene zur Bildgebung. Somit wird der Patient nicht durch Röntgenstrahlen belastet.

Mit speziellen Untersuchungsprogrammen sind Gefäßdarstellungen mit oder ohne Kontrastmittelgabe möglich. MR- Kontrastmittel sind deutli ch besser verträglich als Röntgenkotrastmittel. Die diagnostische Qualität erreicht heute noch nicht den Standard einer selektiven intraarteriellen Angiographie. Die Untersuchung ist aber deutlich risikoärmer für den Patienten.

CT-Angiographie

Die Computertomographie ist ein rechnergestütztes Röntgenverfahren , welches Schnittbilder des Körpers darstellt.

Mit modernster Technik ist es möglich, große Körperabschnitte in kürzester Zeit zu scannen und aus dünnsten Schichten 3 D – Rekonstruktionen zu erstellen.

Insbesondere in der Gefäßdiagnostik lassen sich dabei komplizierte anatomische und pathologische Verhältnisse darstellen, um dem Therapeuten eine bessere Orientierung zu ermöglichen.

Periphere Gefäßinterventionen

Aufdehnung von Adern (Gefäßdilatation)

In fast allen Adern des Körpers kann es im Laufe der Jahre bei schädigender Lebensführung, Ablagerungen oder Vernarbungen zu Engstellen kommen. Dies kann die Blutzufuhr soweit vermindern, dass der zu versorgende Bereich seine Funktion nicht mehr erfüllen kann und sich eine verminderte Lebensqualität bis hin zur Lebensgefährdung einstellt. Fast alle Gefäße können, um diese Gefahr abzuwenden, mit entsprechenden Ballonkathetern wieder ausreichend erweitert werden. Wir erweitern die Adern mit einem durch die Leistenarterie in örtlicher Betäubung eingeführtem Ballonkatheter und zeigen Ihnen sofort nach der Behandlung das Ergebnis auf einem Bildschirm. Anschließend verbleiben sie noch eine kurze Zeit zur Überwachung auf der Gefäßchirurgischen Abteilung. Dies gilt auch für die nachfolgenden Behandlungsmöglichkeiten.

Gefäßprothese (Stents)

Manchmal reicht eine alleinige Gefäßaufdehnung mit einem Ballonkatheter nicht aus, so dass eine innere Gefäßstütze (Stent) über die Leistenschlagader in örtlicher Betäubung eingebracht werden muss. Diese Gefäßstütze verbleibt im Körper und soll eine ausreichende Durchblutung auf Dauer gewährleisten. Diese Stents werden bevorzugt in der Bauchschlagader, in den Beckenarterien und Venen, in den Nierenarterien und in der Halsschlagader eingesetzt. Abdichtende Gefäßprothesen werden, auf den ursprünglichen Gefäßdurchmesser individuell angepasst, zur Behandlung einer Bauchschlagadererweiterung (Bauchaortenaneurysma) in Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgischen Abteilung eingesetzt.

Neurologische Gefäßinterventionen

Gerinnselauflösung (Lyse)

Ein durch ein frisches Blutgerinnsel verschlossenes Gefäß oder Bypass (künstliche Ader) wird in örtlicher Betäubung mit einem Medikament, welches über einen in der Ader liegenden Katheter  direkt in den Verschluss gelangt, wiedereröffnet. Diese Behandlung kann in allen Bereichen des Gefäßsystems von der Leistenschlagader aus durchgeführt werden, so in den Adern der Beine, der Arme, der Eingeweide und sogar in den Adern für das Gehirn. Die stationäre Behandlung dauert wenige Stunden bis zu einem Tag und kann schwerwiegende Folgen (Amputation/Schlaganfall) abwenden.

Gerinnselentfernung (Aspirationsembolektomie)

Ein plötzlicher Verschluss einer Ader wird meistens durch ein altes, mit dem Blutstrom wanderndes Gerinnsel verursacht. Dieses Gerinnsel gilt es, so schnell wie möglich zu entfernen, da der Körper nicht sofort auf die veränderte Durchblutungssituation reagieren kann, um die Mangelversorgung durch Umgehungskreisläufe auszugleichen. Wir entfernen das Gerinnsel in örtlicher Betäubung über ein durch die Leistenschlagader eingeführtes Rohr mit Unterdruck, das Gerinnsel wird also abgesaugt und die Durchblutung ohne Operation wiederhergestellt.

Alle Behandlungen werden in enger Zusammenarbeit mit der neurochirurgischen, der gefäßchirurgischen und der neurologischen Abteilung von hierfür speziell ausgebildeten Fachärzten mit langjähriger Erfahrung durchgeführt.

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