CT - Interventionen

Bei CT-gesteuerten Interventionen handelt es sich um minimal invasive Eingriffe. Diese werden direkt im Computertomographen durchgeführt, wobei der behandelnde Arzt anhand der CT-Bilder den Eingriff exakt planen kann um anschließend lasergeleitet eine feine Nadel oder einen hauchdünnen Kather millimetergenau unter fluoroskopischer Kontrolle an die richtige Position zu steuern, damit z.B. Medikamente zielgenau appliziert, Gewebeproben entnommen oder krankhafte Flüssigkeitsansammlungen entfernt werden können.

Typische Beispiele sind:

Schmerztherapie

PRT/Schmerztherapie

Unser modern ausgestattetes Zentrum für Radiologie spielt in der engen Zusammenarbeit mit den behandelnden Kollegen nicht nur eine wichtige Rolle dabei eine genaue Diagnose zu stellen, sondern wirkt auch mit bei der gezielten Behandlung. Jährlich werden durch uns über 2000 CT-gesteuerte Infiltrationen der Facettengelenke, des Kreuz-Darmbeingelenks (Iliosakralgelenk; ISG) und perineurale Behandlungen der Spinalnervenwurzeln der gesamten Wirbelsäule (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule) in erster Linie zur symptomatischen Behandlung von Rückenschmerzen durchgeführt. Dies erfolgt meistens ambulant und in enger Kooperation mit der Schmerzambulanz in unserem Hause oder auswärtigen Schmerztherapeuten. Die Infiltrationsbehandlungen können auch zu diagnostischen Zwecken durchgeführt werden, z.B. im Auftrag der neurochirurgischen Kollegen zur Planung eines operativen Vorgehens.

Biopsie/Drainage

Abszessdrainage

Dank der genauen Bildgebung ist eine CT-gesteuerte Punktion oder Gewebeprobe-Entnahme von pathologischen Strukturen unterschiedlicher Art auch in schwer zugänglichen Bereichen problemlos möglich. Dieses Verfahren dient sowohl zu therapeutischen als auch diagnostischen Zwecken (z.B. zur Materialgewinnung für mikrobiologische oder feingewebeliche Untersuchungen). Bei entsprechender Indikation kann auch eine Drainage (Kunststoffröhrchen) zur Ableitung von pathologischen Flüssigkeiten angelegt werden. Die Eingriffe werden über wenige Millimeter kleine Zugänge und selbstverständlich in örtlicher Betäubung durchgeführt. Durch diese minimal invasiven Eingriffe können unter Umständen größere Operationen in Vollnarkose vermieden werden.

Fistulographie

Gelegentlich wird zur Behandlung von Kurzschlussverbindungen (Fisteln), eine CT-gesteuerte Darstellung des Fistelganges durch direkte Applikation von Kontrastmittel zur Beurteilung der Ausdehnung und des Gangverlaufs notwendig.

Gelenkpunktion / Arthographie

Gelenkpunktion / Arthographie

In Rahmen der ergänzenden Diagnostik zur mittlerweile sich breit etablierten Kernspintomographie der Gelenke (Hüftgelenke und Schultergelenke) ist bei bestimmen Fragestellungen eine direkte MR-Arthrographie sinnvoll. Die Applikation von Kontrastmittel kann schnell und komplikationsarm unter anderem (Ultraschall-oder Röntgen-gesteuert) mithilfe einer CT-gesteuerten Gelenkpunktion durchgeführt werden. Die Vorteile dieser Methode überwiegen nach unserer Einschätzung den vermeintlichen Nachteil durch die zusätzliche Anwendung von Röntgenstrahlen. In schwierigeren Fällen ist diese Methode ohnehin erforderlich.

Sympathikolyse

Sympathikolyse

Bei Patienten mit Einengungen der Beinschlagadern wird durch die palliative Durchführung einer CT-gesteuerten Sympathikolyse die Verbesserung der Durchblutung erreicht. Dadurch werden Schmerzen verringert und die Patienten wieder in die Lage versetzt längere Strecken zu gehen. Diese Methode wird enger Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie in unserem Hause durchgeführt.

Lumbalpunktion

In seltenen, besonders schwierigen Fällen kann eine CT-gesteuerte Punktion des Rückenmarkskanals notwendig werden (Lumbalpunktion). Dies erfolgt entweder für diagnostische Zwecke zur Gewinnung von Hirnnervenwasser (Liquor) oder zur Entlastung bei einigen krankhaften Liquorzirkulationsstörungen.

„Blut-Patch“ bei Liquorverlust / Liquorunterdrucksyndrom

Blutpatch

Verletzungen der Rückenmarkshaut (Thekalsack) können durch den daraus resultierenden Ausfluß von Hirnnervenwasser zu einem sog. Liquorunterdrucksyndrom führen, welches sich hauptsächlich durch Kopfschmerzen äußert. Derartige Leckagen sind durch die lokale Einbringung von Eigenblut verschließbar.

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