High-Tech-Robotik fürs Knie: Asklepios Klinikum Schwalmstadt setzt bei Gelenkersatz auf innovative Technik

Wenn es um den Ersatz von Kniegelenken geht, setzt das Asklepios Klinikum Schwalmstadt seit kurzem auf High-Tech-Unterstützung: Mithilfe des robotergestützten VELYS-Systems können Implantate noch präziser und individueller an die Anatomie von Patienten angepasst werden. Im Interview erläutert Dr. Karol Stiebler, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Leiter des Endoprothetikzentrums, die Vorteile dieser innovativen Technologie. Zudem berichtet Christa Meier (75), die als erste Patientin in Schwalmstadt mithilfe des VELYS-Roboters operiert wurde, von ihren persönlichen Erfahrungen.

Freuen sich über die Innovation für Kniepatienten: (v. l.) Oberarzt Moustafa Elhateel, Chefarzt Dr. Karol Stiebler, die stellvertretende OP-Leitung Sarah Thometzek, Oberarzt Dieter Andrev und die Geschäftsführende Oberärztin Marina Heinmöller

Herr Dr. Stiebler, wie unterstützt VELYS den Operateur während des Eingriffs?

Dr. Karol Stiebler: Bei VELYS handelt es sich um ein hochpräzises Assistenzsystem, das den Chirurgen während der Operation unterstützt. Es liefert in Echtzeit hochpräzise Messdaten, berechnet verschiedene Szenarien und hilft so dabei, die Position des Implantats exakt an die individuelle Anatomie des Patienten oder der Patientin anzupassen. Durch diese robotergestützte Assistenz lassen sich operative Schritte digital kontrollieren und bei Bedarf feinjustieren. Das schafft zusätzliche Sicherheit.

Wie verändert sich mit dem neuen Verfahren die Rolle des Chirurgen?

Dr. Karol Stiebler: Mensch und Technik agieren hier als Team: Der Roboter macht einen Vorschlag, die Durchführung der jewiligen Sägeschnitte liegt aber in der Hand des Operateurs. Das ist wichtig, denn die Knieendoprothetik lebt von Erfahrung, chirurgischer Präzision und einem tiefen Verständnis für die individuellen Bedürfnisse der Patienten. Mit dem innovativen System haben wir nun eine zusätzliche technologische Unterstützung, die uns hilft, Implantate noch genauer zu positionieren und operative Entscheidungen in Echtzeit abzusichern.

Wie wirkt sich die Unterstützung von VELYS auf die Operationsergebnisse aus?

Dr. Karol Stiebler: Bei einem künstlichen Kniegelenk kommt es auf jeden Millimeter an. Denn die exakte Ausrichtung des Implantats beeinflusst Beweglichkeit, Stabilität und Belastbarkeit des Gelenks. Mit der robotergestützten Assistenz können wir diese Faktoren noch genauer kontrollieren. Das schafft optimale Voraussetzungen für ein natürliches Bewegungsgefühl und eine erfolgreiche Rehabilitation.

Wird jeder Patient, der ein künstliches Kniegelenk benötigt, am Asklepios Klinikum Schwalmstadt mit dem VELYS-System operiert?

Dr. Karol Stiebler: Das VELYS-System erweitert unsere Möglichkeiten in der modernen Knieendoprothetik und wird allen Patienten im Rahmen ihrer Behandlung angeboten. Welche Vorgehensweise im Einzelfall die beste ist, entscheiden wir gemeinsam im Team auf Grundlage der individuellen Situation. Zusätzliche Kosten beziehungsweise Zuzahlungen – anders als in einigen anderen Kliniken – fallen dabei nicht an. Für uns war die Anschaffung von VELYS eine Investition in die bestmögliche Versorgungsqualität.

Dr. Karol Stiebler bei der Nachkontrolle von Christa Meier, die als erste Patientin in Schwalmstadt mithilfe des VELYS-Roboters operiert wurde.

Frau Meier, Sie waren Mitte April die erste Patientin, die am Asklepios Klinikum Schwalmstadt mit Unterstützung des VELYS-Systems operiert wurde. Warum haben Sie sich für die Behandlung hier entschieden?

Christa Meier: Mir wurden am Asklepios Klinikum Schwalmstadt bereits zwei künstliche Hüftgelenke implantiert. Mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden, deshalb habe ich mich wieder für das Krankenhaus in Ziegenhain entschieden. Ich hatte stets volles Vertrauen in Dr. Stiebler und sein Team.

Wie haben Sie die Zeit nach dem Eingriff empfunden?

Christa Meier: Nach der Operation konnte ich mein Knie sehr schnell wieder gut bewegen, es beugen und durchstrecken. Inzwischen kann ich auch längere Strecken wieder ohne Probleme bewältigen und bin schmerzfrei. Auch die Wunde ist schnell und gut verheilt. Dank der Operation habe ich ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen und ich bin zuversichtlich, dass ich bald wieder mit meinem Mann Fahrradtouren unternehmen kann. (pdf)

ZUR PERSON

Dr. Karol Stiebler wurde 1965 in Polen geboren und schloss 1993 sein Medizinstudium in Budapest ab. Seit 2008 ist er am Asklepios Klinikum Schwalmstadt tätig. Dort ist er Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Leiter des Endoprothetikzentrums. Dr. Stiebler hat vier erwachsene Kinder, vier Enkelkinder und lebt mit seiner Frau in Schwalmstadt.

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