Wundmanagement

Die Wunde verbindet

In Deutschland gibt es ca. 4 Millionen Menschen mit chronischen Wunden, Tendenz steigend.
Betroffen sind oft ältere, von mehreren Erkrankungen betroffene Menschen mit Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel oder Übergewicht.

Wunden werden als "chronisch" bezeichnet, wenn sie über viele Wochen keine durchgreifende Heilungstendenz zeigen, wenn verschiedene Wundheilungsphasen zugleich vorliegen oder neue Verletzungen hinzukommen.

Folgen sind oftmals ein Verlust der Lebensqualität, soziale Isolation, drohende Amputationen und verfrühte Pflegebedürftigkeit.



· Der multidisziplinäre Therapieansatz – für eine optimale Wundversorgung unerläßlich.

Neben der primären Wundversorgung mit Reinigung und sachgerechtem Wundverband, hat die Ursachenklärung wie auch die Beseitigung relevanter Begleitfaktoren einen zentralen Stellenwert:

Über angiologische Verfahren muss eine relevante Durchblutungsstörung ausgeschlossen oder auch das Stadium einer chronisch-venösen Insuffizienz beurteilt werden. Primäres Ziel bei allen relevanten Gefäßeinengungen ist die Wiederherstellung der Durchblutung durch den Gefäßchirurgen oder auch die Stent-Implantation durch den interventionellen Radiologen. Diese Leistungen werden in Kooperation erbracht.

Von neurologischer Seite geht es einerseits um die Beurteilung der verschiedenen Faktoren der diabetischen Neuropathie beim diabetischen Fußsyndrom, wichtig ist jedoch auch der Ausschluss weiterer Polyneuropathie-Ursachen wie Vitaminmangelzuständen oder entzündlichen Systemerkrankungen, um im weiteren Verlauf einem Fortschreiten der Erkrankung bestmöglich vorzubeugen.

Beinödeme infolge einer Rechtsherzinsuffizienz erfordern eine kardiologische Mitbehandlung.

Erst die wirksame Zusammenarbeit in einem multidisziplinären Team mit verschiedenen Fachdisziplinen und Berufsgruppen ermöglicht die Festlegung eines auf den individuellen Patienten zugeschnittenen Wundmanagement und damit Prophylaxe vor weiteren Schädigungen.


· Aktives Gefäßtraining und Rehabilitation bei Patienten mit chronischen Wunden

Bei allen Patienten mit Durchblutungsstörungen ist das aktive Gefäßtraining durch regelmäßige Übungseinheiten am Bewegungstrainer oder auf der Ebene von größter Wichtigkeit, um über eine strukturierte gefäßaktive Bewegungstherapie die Durchblutung und damit die Wundheilung zu verbessern. Sowohl Studien wie auch klinische Beobachtungen zeigen, dass sich hierdurch sowohl Claudicatio-Beschwerden wie auch Wundverhältnisse deutlich verbessern lassen. Aus diesem Grund verzeichnen wir zunehmende Patientenzahlen mit chronischen Wunden in unserer geriatrischen Rehabilitation, da hier die Wundversorgung im multidisziplinären Team erfolgt und begleitend ein intensives Gefäßtrainingsprogramm durchgeführt wird.

Nach einer stationären Behandlung können Patienten in der ambulanten Wundsprechstunde weiter betreut werden.


Zum Wundmanagement-Team der Asklepios Klinik Lindau gehören:

- 6 Wundexperten der „Initiative Chronische Wunde e.V.“ bzw. Pflegetherapeuten Wunde

- Chefarzt Prof. Dr. Ulrich Schöffel, Allgemein- und Viszeralchirurg

- Chefarzt Dr. Wittenberg, Internist und Diabetologe

- Orthopädieschuhmachermeister Andreas Ober

 
Alle Informationen auf einen Blick

Wundsprechstunde

Dienstag 13.00-16.00 Uhr
Donnerstag 10.00 Uhr-15.00 Uhr

Weitere Termine nach Vereinbarung!

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. Ulrich Schöffel
Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie
Termine über
Tel.: (0 83 82) 276 - 2060
Mail: u.schoeffel@asklepios.com

Fachleute-Netzwerk „Wundnetz Bodensee“ erhält Preis