Harnblasenkrebs

Der Harnblasenkrebs – zu 95% sogenannte Urothelkarzinome – tritt typischerweise gehäuft im 7. Lebensjahrzehnt auf, wobei das Verhältnis zwischen Männern und Frau etwa 3 : 1 beträgt. Jedes Jahr werden etwa 16.000 Neuerkrankungen in der Bundesrepublik beobachtet.
Hauptrisikofaktor ist der Tabakgenuss. Aber auch andere chemische Substanzen werden als Auslöser der Krebserkrankung angeschuldigt. In einigen Fällen findet die Erkrankung auch Anerkennung als Berufskrankheit.
Entscheidend für die Therapie ist eine differenzierte Diagnostik, die zusammen mit anderen Fachabteilungen des Hauses erarbeitet wird.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Um Ihnen so schnell wie möglich helfen zu können sollten Sie sich bei folgenden Beschwerden vorstellen:

Bei Blutbeimengung im Urin, sei es als sichtbare Blutung oder nur im Mikroskop feststellbare Beimengung.

Sie leiden unter häufigem Harndrang mit kleinen Urinmengen ohne Nachweis einer bakteriellen Entzündung.

Bei einem fortgeschrittenen Tumor mit zusätzlich Schmerzen in der Blase, Schmerzen in den Flanken (Nierenstau), bei Venenstauung oder bei Knochenschmerzen, Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Der Blasenkerbs – oder besser das Urothelkarzinom - ist eine Erkrankung der Harnblasenschleimhaut, seltener auch der Schleimhaut des Harnleiters  oder des Nierenbeckens. Zumeist – in ca. 80 bis 90% - handelt es sich bei der Erstdiagnose um einen oberflächlichen Tumor mit einer guten Prognose. Die Tumore zeigen keine Tendenz zur Metastasierung (Ausbildung von Tochtergeschwülsten) und auch kein Einwachsen in tiefere Muskelschichten der Harnblase

 

Das oberflächliche Harnblasekarzinom

 

Die Erstbehandlung

Bei oberflächlichen Tumoren steht in der Regel eine organerhaltende Therapie im Vordergrund, die Blase muss also nicht entfernt werden. Die Tumorentfernung erfolgt mit einer Elektroschlinge (Elektroresektion, TUR) durch die Harnröhre hindurch unter Narkose.

Mit Hilfe der photodynamischen Diangostik während dieser Operation können sämtliche Ausläufer oder Satellitengeschwülste entdeckt werden

Für diesen Eingriff müssen unsere Patienten mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa zwei bis fünf Tagen rechnen.

Unmittelbar nach dem Eingriff wird eine zelltötende Substanz in die Blase eingespritzt, die freie Tumorzellen abtöten und deren erneutes Einnisten in die Schleimhaut verhindern soll.

Je nach Ausbreitungsgrad und Anzahl der Geschwülste wird nach ca. 4 bis 6 Wochen eine zweite Behandlungssitzung durchgeführt. Hierbei soll sicher gestellt werden, dass auch sämtliches Tumorgewebe entfernt wurde, bzw. die Eindringtiefe des Tumors  nicht eine weitergehende Therapie erfordert.

Weitere Verfahren

Blasenspiegelung/photodynamische Diagnostik

Eine Optik wird in die Blase über die Harnröhre eingeführt. Mit Hilfe der Videotechnik können kleinste Veränderungen der Harnblasenschleimhaut entdeckt werden. Gibt man vorab ein bestimmtes Medikament in die Blase können sogar Veränderungen der Schleimhaut sichtbar gemacht werden, die noch keine Tumorknötchen in oder auf der Schleimhaut verursacht haben.

Gewebsuntersuchung (Histologie und Zytologie)

Im Rahmen der Spiegelung können Gewebsproben entnommen oder auch Urin für eine Zelluntersuchung gewonnen werden

Ultraschalluntersuchung

Größere Tumorformationen können oftmals bereits mit demUltraschall entdeckt werden. Auch zur Abklärung des oberen Harntraktes (Harnstau) ist das Verfahren geeignet.

Röntgenuntersuchungen/CT/MRT

Mit Hilfe der radiologischen Bildgebung können Informationen über das Vorliegen eines Befalles des oberen Harntraktes (Nierenbecken/Harnleiter) gewonnen werden. Insbesondere bei einem Eindringen des Tumors in die Muskelschichten der Harnblase werden diese  Untersuchungen wichtig.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

In enger Kooperation mit unseren Partnern, den in freier Praxis niedergelassenen Urologen, wird die Nachsorge geplant. Da die Blasengeschwülste eine gewisse Tendenz haben, erneut aufzutreten, ist Aufmerksamkeit angesagt.

In zunächst vierteljährlichen Abständen erfolgt eine Blasenspiegelung und ggf. die Gewinnung von Urin zur Zelluntersuchung.

Bei bestimmten Graden der Tumorausdehnung oder -Differenzierung wird zudem eine Einspritzungsbehandlung mit Zellwachstumshemmenden Medikamenten oder Immuntherapeutika durchgeführt.

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