Krampfadern - Blutstau mit Folgen

Der Begriff „Krampfader“ kommt aus dem mittelhochdeutschen Wort „Krummader“, was eine sichtbar krumme und geschlängelte Ader beschreibt. Eine als Krampfader - oder auch Varize - benannte Veränderung der oberflächlichen Venen am Bein beinhaltet aber auch eine Funktionsstörung der betroffenen Vene.

Erste Symptome

Patienten mit Klinikgepäck

Jeder Mensch kann ein Krampfaderleiden entwickeln, die Ursachen sind dabei sehr unterschiedlich. Die Veranlagung, ein Krampfaderleiden zu entwickeln kann vererbt werden.

 

Die Belastung im Beruf durch langes Stehen oder Sitzen kann zu einer großen Belastung der Venen führen. Häufig sind Frauen betroffen, bei denen in der Schwangerschaft das heranwachsende Kind den Abfluss des Blutes behindert und so durch den Rückstau die Venen erweitert.

 

Die Venen haben Venenklappen, die verhindern sollen, dass im aufrechten Gang das Blut der Schwerkraft folgt und immer wieder bis zu den Knöcheln zurück fließt. Kommt es zu einer fortwährenden Beanspruchung der Venen in der Schwangerschaft oder im Beruf, dann werden durch den steigenden Druck in den Venen die Flügel der Venenklappen so weit auseinander gedrückt, dass die Klappen nicht mehr richtig schließen. Ist dieser Punkt erreicht, staut sich immer mehr Blut in den Beinen zurück und drückt in kleine Venenäste, die dadurch immer mehr aufgedehnt werden – die Entwicklung des Krampfaderleidens beginnt.

 

Je mehr Blut in den Beinen versackt, desto mehr schwellen die Beine an, wodurch sich auch ein Schweregefühl in den Beinen bemerkbar macht. Die kontinuierliche  Drucksteigerung von innen kann zu Juckreiz, Hautveränderungen und im Endstadium zu einem „offenen“ Bein führen. Wird die oberflächliche Vene immer kräftiger und windet sich in ihrem Verlauf, wird der Blutfluss immer langsamer. So kann es dann auch zu einer oberflächlichen Thrombose, zur Ausbildung von Blutgerinnseln in der Vene kommen, was sehr schmerzhaft ist.

 

Bei den ersten Anzeichen eines Krampfaderleidens kann der erfahrene Arzt mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung feststellen, in welchem Stadium sich das Krampfaderleiden befindet und welche Behandlungsmaßnahmen nötig sind.

Mit einem ausgemessenen Kompressionsstrumpf kann der Patient vorbeugen oder verhindern, dass sich das Krampfaderleiden schnell weiter entwickelt. Neben verschiedenen operativen Techniken - die Krampfadern werden gezogen oder verschweißt (das Vorgehen hängt immer vom vorliegenden Befund ab) - können in Einzelfällen die Krampfadern auch unterspritzt werden. Ob in Allgemeinnarkose oder in lokaler Betäubung behandelt wird, ist von Fall zu Fall verschieden.

 

Neben den allgemeinen Risiken einer Operation ist die operative Behandlung des Krampfaderleidens risikoarm, bis auf dem Umstand, dass sich im Verlauf wieder neue Krampfadern bilden können.

 

Risiko für diese Bindegewebsschwäche können Übergewicht und vieles Stehen sein. Betroffen ist jerder 2. Europäer zwischen 25 und 74 Jahren.

Beschwerden / Symptome

  • Spannungsgefühl (schwere Beine oder Muskelkrämpfe)
  • sehr schmerzhaft (da Krampfadern zu Entzündungen neigen)
  • Blutungsneigung bei oberflächlichen Krampfadern
  • wichtigste Komplikation tiefe Beckenvenenthrombose (Folgeerkrankungen chronische Stauungen und evtl. offene Beine dem sog. Ulcus cruris)

Therapiemöglichkeiten

bei der OP

Die Entscheidung zur Therapie trifft nach Absprache und Ihrem Einverständnis der behandelnde Facharzt.

Konservative Therapie

Kompressionstherapie: d. h. durch Kompression von außen entsteht für die Muskulatur ein Widerlager, wodurch die Förderleistung der Muskel-Venenpumpeverbessert wird.

Kompressionsstrümpfe sollten individuell angepasst und bei täglichem Tragen nach einem halben Jahr ersetzt werden, da der Strumpf seine Funktion nicht mehr erfüllt.

Operative Therapie

Die Varizen (Krampfadern) werden über Sonden herausgezogen (sog. Stripping) und über kleine Inzisionen entfernt.

Eine solche Operation ist technisch einfach, das OP- Risiko ist sehr gering und kann stationär wie ambulant erfolgen. Die Kompressionsstrümpfe müssen sechs Wochen nach der OP getragen werden.

endovenöse Therapie mittels Radiofrequenztherapie (RFT)

Veröden der Varizen als weitere Behandlungsmöglichkeit: Ein Verödungsmittel wird in die Varize injiziert, um damit eine künstliche Venenentzündung zu provozieren. Das bewirkt eine bindegewebigen Umwandlung der Varize. Diese Methode ist risikoarm und belastet kaum. Bevorzugt wird dies bei Seitenast-  und Besenreiservarizen (kosmetische Gründe).

Medikamentöse Therapie

Mit sogenannten D venentoniesierende Medikamenten ist das möglich. Diese Medikamente sind allerdings nicht in der Lage, die genannten Behandlungsmethoden zu ersetzen.

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