Wunsch- und Wahlrecht für Rehabilitanden

Wunsch- und Wahlrecht

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

Sie haben eine Neurologische Erkrankung und suchen eine geeignete Rehabilitationsklinik, die Sie individuell und angemessen behandelt bezogen auf die in Ihren Körperfunktionen, Fähigkeiten und sozialen Rolle eingetretenen Einschränkungen. Die vorliegende Information soll Ihnen eine Entscheidungshilfe geben und nennt Ihnen Ansprechpartner für eventuelle Fragen.

Rehabilitation ist nicht gleich Rehabilitation

Bei genauerer Betrachtung werden Sie feststellen, dass sich die Behandlungsangebote der Kliniken unter-scheiden. Nähere Informationen über die in Frage kommenden Kliniken erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt, dem Krankenhaus-Sozialdienst oder über das Internet.

Die Antragstellung für eine Rehabilitation erfolgt auf Formularen der zuständigen Rehabilitationsträger (Kranken-, Renten- oder Unfallversicherung) durch Ihren behandelnden Arzt.

Der §9 Abs. 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch IX räumt Ihnen dabei das Recht ein,  dass der zuständige Träger bei der Auswahl einer geeigneten Klinik Ihre berechtigten Wünsche berücksichtigen muss. Ihren Wunsch sollten Sie daher gleich bei Antragstellung formulieren.

Wenn der Kostenträger gegen Ihren Wunsch entscheidet, muss er dies schriftlich begründen.

Sollten Sie mit der Auswahl der Klinik nicht einverstanden sein,  haben Sie das Recht schriftlich Widerspruch einzulegen. Hierzu bieten wir Ihnen gerne unsere Hilfe an.

Checkliste der Qualitätsmerkmale

Worauf sollte ich bei der Auswahl einer geeigneten Rehabilitationsklinik achten?

  • Zulassung für verschiedene Phasen C/D Neurologischer Rehabilitation
  • Zulassung für alle Kostenträger (DRV, GKV)
  • Evidenz-basierte Behandlungsmethoden
  • Spezialisierung für bestimmte Erkrankungen
  • Systematische interne und externe Qualitätssicherung der Einrichtung (z.B. Qualitätsbericht im Internet, Qualitätszertifikat)
  • Lage der Klinik zum Wohnort, Erreichbarkeit für Angehörige, Verkehrsanbindung
  • Ausstattung der Klinik (Zimmer, Einkaufs-möglichkeiten, Telefon/Internet)
  • Barrierefreiheit, muttersprachliche Therapieangebote
  • Möglichkeit der Mitaufnahme von Angehörige

Muss ich für eine qualitativ hochwertige Rehabilitationsbehandlung eine Zuzahlung leisten?

  • Mehrkosten für die Behandlung in einer geeigneten, zertifizierten Einrichtung mit Versorgungsvertrag  dürfen dem Rehabilitanden bei Ausübung seines Wahlrechtes nur dann auferlegt werden, wenn sein Klinikwunsch „nicht berechtigt“ ist.
  • Sollte Ihrem Wunsch nicht entsprochen werden, muss der Kostenträger Ihnen in seinem Bescheid schriftlich begründen, warum dieser „nicht berechtigt“ ist.
  • Das Vorliegen eines Belegungsvertrages der Rehabilitationseinrichtung nach §21 SGB IX belegt grundsätzlich die Eignung der gewünschten Klinik.
  • Hinreichend belegten medizinischen Gründen für die Wahl der Wunschklinik hat der Kostenträger zu folgen: Wohnortnähe (Einbeziehung der Bezugs-personen), Multimorbidität (Vorhandensein anderer Fachrichtungen), besonderes medizinisches Konzept.
  • Persönliche Beweggründe (Lebenssituation, Wohnortnähe, bisherige Erfahrungen mit der Wunschklinik und auch die subjektive Akzeptanz  als psychischer Grund spielen eine wesentliche Rolle für den Rehabilitationserfolg und müssen angemessen Berücksichtigung finden.

Unsere Qualitätsmerkmale

Klinik für Neurologische Rehabilitation

Unsere Klinik leistet stationäre und ambulant-teilstationäre medizinische Rehabilitation  nach akuten neurologischen Erkrankungen als weiterführende Neurologische Rehabilitation (Phase C) oder Anschlussheilbehandlung  (AHB, Phase D).

Für Patienten mit chronischen neurologischen Erkrankungen oder Folgezuständen nach neurologischen Erkrankungen bieten wir darüber hinaus medizinische Heilverfahren an.

Es bestehen Belegungsverträge mit allen wichtigen Kostenträgern.

Unsere Qualitätsmerkmale:

  • Therapieziel-orientierte Behandlung gemäß der Internationalen WHO-Klassifikation (ICF)
  • Wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden (vgl. www. awmf.org)
  • Zertifiziert nach KTQ®-Reha 1.1 (BAR) 12/2014
  • Teilnahme am Qualitäts-Sicherungsprogramm der Deutschen Rentenversicherung seit 1995 (in 2010 beste Klinik im Peer Review) und der Gesetzlichen Krankenkassen (QS-Reha®)
  • Patienten- und Mitarbeiterbefragungen
  • Systematisches Beschwerdemanagement
  • MS-Rehabilitationszentrum nach den Kriterien der DMSG e.V.

Besonderheiten unserer Klinik sind:

  • Forced-use nach Taub und Spiegeltherapie
  • Aphasiestation mit Sprachlabor
  • Geräte-gestützte Gangrehabilitation
  • Geräte-gestützte Armrehabilitation
  • Rehabilitation bei Störungen des Gleichgewichts
  • Neuropsychologische Rehabilitation bei kognitiven und visuellen Störungen (inkl. Orthoptik)
  • Botulinumtoxin-Therapie bei Spastik
  • Komplette medizinisch-neurologische und Reha-spezifische Diagnostik

Die Klinik für Neurologische Rehabilitation ist, national nahezu einmalig, eingebunden ein Zentrum zur Behandlung Neurologischer Erkrankungen, die Asklepios Kliniken Schildautal, Seesen, mit Kliniken für Neurologie (inkl. überregionale Stroke-unit), Neurologische Frührehabilitation , Neurochirurgie, Gefäßchirurgie, Innere Medizin und Intensivmedizin, Unfall- und Allgemeinchirurgie sowie mit einem Radiologie  MVZ. Dieser Verbund gewährleistet unser „Behandlungskonzept einer therapeutischen Kette“ von der Akutbehandlung über die Neurologische Frührehabilitation bis hin zur weiterführenden Neurologischen Rehabilitation. Dabei steht der Mensch als Individuum im Mittelpunkt aller unserer Bemühungen.

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