Die Ausbildung zum Internisten / zur Internistin:

Die Klinik für Innere Medizin und Intensivmedizin übernimmt die Versorgung der Region bei allen internistischen Krankheitsbildern. Dabei handelt es sich bei den stationären Patienten fast ausschließlich um akute Notfälle. Die unterschiedlichen Schwerpunkte des Fachgebietes Innere Medizin einschließlich der Internistischen Intensivmedizin sind in einer Abteilung vereint. Unsere Klinik ist ermächtigt zur kompletten Weiterbildung für die Innere Medizin (5 Jahre) und die Internistische Intensivmedizin (2 Jahre). In ihrer Evaluation (Beurteilung) hat die Ärztekammer im Jahr 2011 die Qualität unserer Weiterbildung weit überdurchschnittlich bewertet.

Ärztliche Internistische Weiterbildung

Erstes Jahr:

Hier stehen die Einarbeitung in den Stationsbetrieb und das Erlernen der Therapie internistischer Erkrankungen sowie der Differentialdiagnostik (Unterscheidung von Erkrankungen ähnlicher Symptomatik) im Vordergrund. Außerdem werden die Teilnehmer in die Funktionsdiagnostik eingearbeitet, zum Beispiel:

  • Gastroskopie (Magenspiegelung, Zielzahl 30-50)
  • Abdomen-Sonografie (Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, Zielzahl 50-100)
  • transthorakale Echokardiografie (TTE, Ultraschalluntersuchung des Herzens über den Brustkorb, Zielzahl 100)
  • Spiroergometrie (Messung von Atemgasen zur Untersuchung von Herz, Kreislauf, Stoffwechsel, Atmung und Herz-Lungen-Leistungsfähigkeit, Zielzahl 100)
  • Langzeit-EKG (Messung der elektrischen Herzaktivität über einen Zeitraum von meist 24 Stunden, Zielzahl 100)
  • Kipptischuntersuchungen (zum Check bei unklaren Ohnmachtsanfällen)
  • Reanimationstraining, inklusive:

           Basistraining Intubation (Verfahren zur Sicherung der Atmung von
           narkotischen oder bewusstlosen Patienten)

           Legen zentralvenöser Zugänge

           Punktionen (Einstiche, um Flüssigkeit oder Gewebe zu
           therapeutischen oder diagnostischen Zwecken zu entnehmen, etwa  
           an der Pleura (Lungenfell) oder bei Aszites („Wasserbauch“))

 

Zweites Jahr:

Im zweiten Jahr stehen Tätigkeiten der Internistischen Notaufnahme und Internistischen Intensivstation auf dem Programm. Zudem perfektionieren die Teilnehmer ihre technischen Fähigkeiten. Zum Beispiel:

  • sicheres Legen von ZVK (zentralen Venenkathetern zur Medikamentenzufuhr oder Messung des zentralen Venendrucks), arteriellen Zugängen und Shaldon-Kathetern (Kunststoffschläuchen für die Blutwäsche), (Zielzahl 100)
  • Reanimation (Wiederbelebung)
  • Intubation (Verfahren zur Sicherung der Atmung von narkotisierten oder bewusstlosen Patienten)
  • Management intensivstationärer Patienten (Beatmungsmanagement, Nierenersatztherapie bei septischem, kardiogenem, hämorrhagischem Schock)
  • eigenständige Durchführung einer Gastroskopie (Magenspiegelung)
  • Punktionen (Einstiche zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken) im Knochenmark, an der Pleura (Lungenfell) und bei Aszites („Wasserbauch“)
  • Thoraxdrainage unter Supervision (Absaugen von Luft, Blut oder anderen Flüssigkeiten mit einem Schlauch aus dem Brustkorb)
  • Dilatations-Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) unter Supervision
  • Beginn der Durchführung einer transösophagealen Echokardiografie (TEE, Schluckecho) unter Supervision

 

Drittes Jahr:

Hier werden die im ersten und zweiten Jahr erlernten Fertigkeiten weiter vertieft. Außerdem stehen im Vordergrund:

  • ein weitgehend eigenständiges Management der häufigsten internistischen und intensivmedizinischen Notfälle, einschließlich Reanimation (Wiederbelebung)
  • die sichere Durchführung einer transthorakalen Echokardiografie (TTE: Ultraschalluntersuchung des Herzens über den Brustkorb) und Abdomen-Sonografie (Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes) sowie Befundung
  • eigenständige Durchführung einer transösophagealen Echokardiografie (TEE: Schluckecho)
  • Beginn der Durchführung einer Koloskopie (Darmspiegelung)
  • Bronchoskopie (Lungenspiegelung) bei intubierten Patienten
  • Tätigkeit als Notarzt/Notärztin
  • Supervision weniger erfahrener Assistenzärzte

 

Viertes und fünftes Jahr:

In dieser Zeit wird der gesamte internistische Weiterbildungskatalog komplettiert. Die Teilnehmer können sich hier je nach persönlichem Interesse spezialisieren, zum Beispiel auf:

  • Gastroenterologie (Leberpunktion, PEG-Anlage, Teilnahme ERCP, Diabetologie)
  • Kardiologie (Perikardpunktion, HSM-Abfrage, Anlage passagerer Herzschrittmacher)

Im fünften Jahr beginnt dann die Ausbildung zum/zur Internistischen Intensivmediziner/Intensivmedizinerin.

 

Dienste:

  • jede gearbeitete Stunde wird vergütet (Nacht-, Wochenend-, Überstundenzuschläge)
  • es gibt Überstundenkonten (Ausgleich falls gewünscht finanziell vergütet, ansonsten Freizeitausgleich)
  • 3-Schicht-System/Wochenende 2-Schichten (keine 24-Stunden-Dienste)
  • eine Tätigkeit in Teilzeit ist möglich

 

Ärztliche Tätigkeit:

  • Unterstützung durch Medizinische Fachangestellte („Arzthelferinnen“) von 8:00 bis 20:00 Uhr (Blutabnahmen, IV-Zugänge, Aktenrecherche, Anforderung von Vorbefunden usw.)
  • fast komplett digitalisierte Patientenakte, keine Codierung durch Assistenzärzte

 

Flache Hierarchien:

  • jederzeit unmittelbarer Zugang zum Chefarzt (CA) beziehungsweise Oberarzt (OA)
  • tägliche Besprechung aller eigenen Patienten mit dem CA und/oder OA gemeinsam mit einer Bereichspflegekraft inklusive differentialdiagnostischer und differentialtherapeutischer Diskussion

 

Kollegiale Arbeitsatmosphäre:

Die soziale Kompetenz aller Mitarbeiter steht absolut im Vordergrund, ebenso Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Teamgeist.

 

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