Single Port Operationen

Eine Bauchoperation belastet jeden Patienten. Hieß es früher: große Chirurgen - große Schnitte, ist heute das Problem der großen Bauchdeckenwunde, und damit der daraus resultierenden Narbe erkannt. Seit 1980 (erste laparoskopische Blinddarm-Operation durch den Gynäkologen Prof. Dr. Dr. h.c. med. Kurt Semm in Kiel) verbreitete sich die „Knopflochchirurgie“ (d.h. Bauchoperationen über winzige Zugangswunden in der Bauchdecke) von Kiel nach den USA und von dort wieder nach Europa und in die ganze Welt.

Praktisch "unsichtbare" Narben

Eine weitere Entwicklung zeigt sich in der Verminderung der Anzahl der Trokareinstichstellen, z.B. bei der laparoskopischen Gallenblasenoperation. Hier ist nur ein Schnitt in den Bauchnabel plus drei weitere kleine Schnitte im Oberbauch nötig. Dazu wurden in der Zusammenarbeit mit der Industrie verschiedene Formen eines „Single-Ports“ entwickelt, d.h. man kann sich bei der laparoskopischen Operation auf einen einzigen kleinen Bauchdeckenschnitt beschränken und über den Single-Port alle in der Knopflochchirurgie notwendigen Spezialinstrumente in die Bauchhöhle verbringen. Bei einem tiefliegendem Nabel ist damit die resultierende Narbe faktisch unsichtbar.

Diese neuartige Methode praktiziert das chirurgische Team unserer Klinik mit großem Erfolg.  Zwei Patientinnen der Klinik, die ursprünglich über diesen Zugang an der Gallenblase operiert wurden und sich 3 Jahre später jeweils mit einer akuten Blinddarmentzündung  erneut vorstellten, baten darum, wieder diesen Zugang bei der dann notwendigen Operation zu nutzen. Auch jetzt war das Ergebnis der Operation, nicht zuletzt in kosmetischer Hinsicht, hervorragend. Diese Methode teilt bzw. verbessert nochmals die Vorteile der bisherigen Knopflochchirurgie:  Verminderung der Gefahr eines Narbenbruchs im Bereich der Operationsnarbe, Minderung von Wundheilungsstörungen, geringerer Schmerz nach der Operation, frühere Belastungsfähigkeit, ansprechendes kosmetisches Ergebnis.

„Wenn ich meinen Bauch ansehe, habe ich praktisch das Gefühl, dass nichts geschehen ist. Mir fehlt nichts. Ich hatte keine Schmerzen und war lediglich etwas benommen von der Narkose. Es ist natürlich auch schön, dass ich keine Narbe habe“, meinte eine Patientin.

Dank medizinischer Forschung und der Innovationsfähigkeit der Medizininstrumenteindustrie entwickeln sich die operativen Verfahren rasant weiter. Die Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz setzt den Single Port vorrangig bei der Blinddarmoperation ein, aber auch bei geplanten Dickdarmoperationen und bei der Gallenblasenoperation.

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