Diabetischer Fuß

Die „Zuckerkrankheit“ (Diabetes mellitus) ist in den westlichen Industrienationen als Volkskrankheit etabliert. Im Jahr 2007 waren knapp 9 % der Deutschen betroffen , das sind in Zahlen mehr als sieben Millionen unserer Mitbürger. Die Anzahl der Erkrankten nimmt seit den sechziger Jahren kontinuierlich zu.

Die Symptome

Ursache der Zuckerkrankheit ist ein Mangel des von unserer Bauchspeicheldrüse produzierten Hormons Insulin bzw. eine verminderte Ansprechbarkeit auf Insulin. Insulin ist der entscheidende körpereigene Stoff, der in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken. Störungen dieses Regelkreises haben gravierende Auswirkungen auf wesentliche Lebensprozesse.

Typische krankhafte Veränderungen finden sich einerseits am Blutgefäßsystem: Verengungen und Versteifung der Arterien (Schlagadern) reduzieren das Angebot an nährstoff- und sauerstoffreichem Blut u.a. in der Körperperipherie, andererseits werden vorrangig lange und feine Nervenfasern zer-stört, dies führt zur Verminderung der Empfindung in körperfernen Partien, insbesondere in den Füßen. Der Sinneseindrücke für Schmerz, Wärme und Berührung sind drastisch vermindert, die Warnfunktion dieser Wahrnehmungen verlieren ihren Wert.                                                                 

Wir sind es gewohnt, unseren Füßen regelmäßig die Gelegenheit zur Erholung zu bieten, so legen wir die schmerzenden Füße nach einer langen Wanderung hoch und meiden neue Belastungen bis der Schmerz nachläßt.

Dem Patienten mit einem neuropathischen Fuß durch Langzeitdiabetes fehlt dieses Feedback. Die Gefahr ist groß, daß er auf seinem durchblutungsgestörten und unempfindlichen Fuß weiterläuft, bis es zu schweren Entzündungen und kaum noch abheilenden Wunden kommt.  Die Kombination von Empfindungsstörungen im Fuß mit den ebenfalls durch den Diabetes zu verantwortenden Durchblutungsstörungen bezeichnen wir als diabetisches Fußsyndrom. Die diabetische Polyneuropathie ist verantwortlich für 50 bis 75 % der nicht unfallbedingten Amputationen am Fuß.

Häufig werden kleine Verletzungen am Fuß nicht gefühlt, der Patient belastet weiter, die verminderte Durchblutung und ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel vermindern zusätzlich die Fähigkeit zur Selbstheilung. Aus Bagatellverletzungen werden chronische, häufig tiefreichende Wunden, die weitere Gewebe des Fußes erreichen und in die Entzündung mit einbeziehen (Knochen, Gelenke, Sehnen, Muskulatur). Im Ergebnis  kann es zum Gewebstod ganzer Regionen des Fußes kommen (z.B. „schwarze“ Zehen).

 

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Fussfehlstellungen
Regelmäßige Untersuchung der Füße ist für Diabetiker ein Muss.

Am Anfang steht immer die Eigenverantwortung! Diabetiker sollten ihre Lebensweise den speziellen Erfordernissen der Krankheit anpassen (Ernährung, effektive medikamentöse Einstellung des Blutzuckers,Vermeidung weiterer Risikofaktoren wie Übergewicht, Nikotinmißbrauch) . Um Veränderungen am Fuß möglichst im Frühstadium zu erkennen, müssen einmal am Tag die Füße ausführlich angeschaut werden, wenn es sein muß, mit Hilfe eines Spiegels. Wenn auch das Sehvermögen vermindert ist, sollten Patienten sich dazu Unterstützung suchen. Finden sich am Fuß Manifestationen eines diabetischen Fußsyndroms: chronische Wunden, Entzündungen mit auffälligen Rötungen und Absonderung von Flüssigkeiten, Veränderungen der Fußform, Schmerzen, muß unverzüglich eine ärztliche Behandlung begonnen werden.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Der Hausarzt wird das Ausmaß des Schadens beurteilen und wenn erforderlich, die weitere spezialisierte Betreuung veranlassen.

In unserer Klinik arbeitet dazu Team erfahrener Kooperationspartner zusammen, die sich dem  sehr komplexen Krankheitsbild in allen seinen Facetten optimal stellen. Dies betrifft insbesondere die Schwerpunkte: optimales Wundmanagement, Stoffwechseloptimierung, medikamentöse Verbesserung der Durchblutung, instrumentelle/operative Verbesserung der Durchblutung (Gefäßaufdehnung mit und ohne Stent, Erweiterungsplastik, Entfernen von Fett- und Kalkablagerungen, Bypässe) und –leider noch zu oft- die Amputation, dann aber nach dem Motto: so wenig als möglich, so viel wie gerade nötig.

Ziel unserer Maßnahmen ist die weitgehende und langandauernde Wiederherstellung der Funktionalität, dies bei einem maximalen Patientenkomfort.

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