Wenn Hände, Knie und Hüfte schmerzen

Vortrag "Medizin Bürgernah" widmet sich Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose und Rheumatoider Arthritis

Bei länger anhaltenden Gelenkschmerzen sollten ältere Menschen undbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen klären zu lassen und dauerhafte Schädigungen zu vermeiden. So lautete die wichtigste Botschaft von Dr. Norbert Schütz, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Geriatrie und Frührehabilitation an der Asklepios-Paulinen-Klinik (APK), bei einer weiteren "Medizin Bürgernah" - Veranstaltung in dieser Woche.

Mit seinem Vortrag sprach der Experte für altersspezifische Erkrankungen vor allem Menschen über 65 Jahre an, denn etwa ein Drittel dieser Zielgruppe leidet besonders im Bereich der Hände, des Knies und der Hüfte unter Gelenkschmerzen. Diese werden in den meisten Fällen durch Arthrose ausgelöst, bei der ein Verschleiß des Knorpels und damit der Schutzschicht zwischen den Gelenkflächen deren Gleitfähigkeit beeinträchtigt. Die Schmerzen treten überwiegend bewegungs- oder belastungsabhängig auf. Zu den vielen möglichen Risikofaktoren der Arthrose zählen familiäre Veranlagung, Fehlstellung oder Übergewicht. Die chronisch fortschreitende Erkrankung ist nicht heilbar und lässt sich nur symptomatisch behandeln - mit Physiotherapie zur Stärkung der Muskulatur um das betroffene Gelenk herum, mit Medikamenten zur Schmerzlinderung und gegebenenfalls mit ergotherapeutischen Hilfsmitteln. Darüber hinaus ist laut Schütz grundsätzlich "sinnvolle Bewegung" angesagt. "Die Empfehlung zu deren Ausmaß gibt der Körper selbst. Es empfiehlt sich, was das Gelenk zulässt. Da kann ein Mensch mit schwerer Arthrose schon nach zehn Minuten am Limit sein und jemand mit einer leichten Form erst nach 45 Minuten."

Krankheit macht nicht bei Gelenken halt

Anders als die Arthrose lassen sich entzündliche Gelenkerkrankungen von der Ursache her therapieren. Bei der Rheumatoiden Arthritis (RA) etwa, der häufigsten chronischen Gelenkentzündung, die oft an kleinen Gelenken wie den Fingergrund- oder - mittelgelenken beginnt, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung: Das heißt, es kommt zu einer Fehlinterpretation des Immunsystems. "Es kann nicht unterscheiden, was zum Körper gehört und was nicht", erklärt Schütz. So greift es bei der RA die Gelenkinnenhaut an. Anzeichen sind Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und eine Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhephasen; dazu können Abgeschlagenheit und Schwäche kommen. Signale dieser Art sollten umgehend zum Arzt führen, um schnellstmöglich nicht nur die bewegungseinschränkenden Schmerzen zu senken, sondern insbesondere die Entzündungsreaktion einzudämmen. Denn die Krankheit kann Gelenke zerstören und darüber hinaus andere Organe betreffen. Für die Therapie von RA, deren Erfolg maßgeblich von ihrem frühzeitigen Beginn abhängt, stehen unterschiedliche, teils innovative Medikamente zur Verfügung, wobei der Basistherapie eine besondere Rolle zukommt. Ergänzend zur medikamentösen Behandlung werden je nach Erfordernissen Krankengymnastik, Ergotherapie oder auch physikalische Behandlungen eingesetzt.

Ein Artikel aus dem Wiesbadener Kurier von Frau Eder

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