Krankenhaushygienikerin Nathalie Royer zum Schutz vor Bakterien

Daheim gelten im Kampf gegen die Ausbreitung von Keimen, die widerstandsfähig gegen Antibiotika sind, Hygieneregeln. Nathalie Royer von der Wiesbadener APK klärt auf.

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Nicht nur Krankenhäuser sind gefordert, wenn es abwehrgeschwächte Menschen vor multiresistenten Bakterien zu schützen gilt. Auch daheim gelten im Kampf gegen die Ausbreitung von Keimen, die widerstandsfähig gegen Antibiotika sind, Hygieneregeln. Letztere sollten streng beachtet werden, wenn das eigene Immunsystem gestört ist, man Angehörige pflegt oder einen Säugling im Haus hat.

Zwei Kilo Bakterien im Körper

Über Vorsichtsmaßnahmen informierte Nathalie Royer, Krankenhaushygienikerin der Asklepios-Paulinen-Klinik (APK), in der „Medizin bürgernah“-Veranstaltung. Sie erklärte, dass den Menschen viele Millionen Keime auf der Haut, den Schleimhäuten und im Darm besiedeln und dort in der Flora zunächst einmal eine nützliche Aufgabe erfüllen. „Die Bakterien, die ich habe, wiegen rund zwei Kilogramm“, sagte die Referentin vor staunendem Publikum. Schädlich können diese Keime allerdings dann werden, wenn sie in Wunden eindringen oder durch Verletzungen in die Haut oder ins Blut gelangen.

Die bekanntesten MRE-Vertreter sind MRGN, die gegen drei oder sogar vier Antibiotikagruppen resistenten gramnegativen Stäbchenbakterien, MRSA, der multiresistente Staphylokokkus aureus, VRE, die vancomycinresistenten Enterokokken sowie der MDR-TB (Tuberkulose).

Um deren Verbreitung zu Hause zu verhindern, ist Händehygiene vor allem nach dem Toilettengang und vor der Nahrungszubereitung das A und O. „Es geht fast alles über die Hände. Keime springen nicht einfach von Türklinken oder Armaturen in die Umgebung.“ Beim Umgang mit Speisen sind die Unterlagen, auf denen Fleisch bearbeitet wird, streng von anderen Lebensmitteln zu trennen. Leib- und Bettwäsche muss mit mindestens 60 Grad und Vollwaschmittel gewaschen werden. Bei der Angehörigenpflege trägt man schon allein zum Schutz vor Ausscheidungen Einmalhandschuhe, die Abwehrgeschwächte außerdem beim Putzen, bei der Gartenarbeit oder der Windelwäsche nutzen sollten.

Über diese Maßnahmen hinaus kann jeder einen Beitrag gegen die wachsende Antibiotikaresistenz leisten: Nicht gleich bei jeder Erkältung ein solches Medikament nehmen, zumal nur 20 Prozent aller Atemwegserkrankungen bakterielle Infektionen sind.

Ein Text von Frau Eder aus dem Wiesbadener Tagblatt.

Wie desinfiziere ich meine Hände richtig?

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