Neu gegründetes interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Etwa 5 Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen: unkontrollierter Stuhl- oder Harnverlust, auch Inkontinenz genannt. Doch längst lässt sich nicht jeder Betroffene behandeln. Oftmals spielt Scham eine große Rolle. An der Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden (APK) haben sich nun mehrere Experten zusammengeschlossen, um Patienten Hilfe zu bieten. Das neugegründete Kontinenz- und Beckenbodenzentrum (KoBB Wiesbaden) an der APK untersucht und behandelt interdisziplinär alle Erkrankungen die mit Inkontinenz (Urin und Stuhl) sowie Beckenbodendefekten bei Männern, Frauen und Kindern einhergehen.

„Ab dem 50. Lebensjahr leidet jede 3. Frau unter Inkontinenzbeschwerden. Häufig sind Senkungen der Beckenorgane die Ursache“, beschreibt Dr. Stefanie Buchen, Chefärztin der Frauenklinik, das Krankheitsbild. „Jedoch“, so Dr. Buchen weiter, „sind sowohl bei Frauen und bei Männern die Ursachen vielfältig“. Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum bietet durch die fachübergreifende Zusammenarbeit der Ärzte die Möglichkeit, dass auch komplexe Fälle interdisziplinär behandelt werden können. „Durch die Vielfältigkeit der Erkrankungen im Bereich der Harn- und Stuhlinkontinenz gibt es oft Überschneidungen zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen“, berichtet Dr. Stefanie Buchen. Die Frauenklinik widmet sich vorrangig der gynäkologischen Senkungsbeschwerden und Harninkontinenz der Frau; die Urologie behandelt die Harninkontinenz von Mann und Frau und die Allgemeinchirurgie/Proktologie sind auf die Stuhlinkontinenz und Enddarmbeschwerden spezialisiert. Der besondere Vorteil des Zentrums ist die Präsens von Gynäkologen, Urologen, und Allgemeinchirurgen unter dem Dach der APK, so dass auch eine interdisziplinäre Sprechstunde für Problemfälle angeboten wird. Hier wird der Patient von mehreren Ärzten verschiedener Fachrichtungen untersucht und beraten.

Die Versorgung umfasst die Prävention, Diagnostik, konservative und operative Therapie sowie Rehabilitation. „Bei uns gilt das Prinzip, dass der Patient rundum versorgt wird und nicht mehrere Fachdisziplinen nacheinander aufsuchen muss,“ so Dr. Ralf Thiel, Chefarzt der Urologie. Dabei muss nicht jeder Patient operiert werden. Gemeinsam haben Dr. Buchen, Dr. Thiel und Prof. Dr. Martin Hoffmann, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, sowie Dr. Jürgen Kramm, Proktologe am Medical Point Chirurgie, das Zentrum ins Leben gerufen. Alle sind Experten auf dem Gebiet der Behandlung des Krankheitsbildes. Auch mehrere Oberärzte und externe Fachleute in den Bereichen Krankengymnastik, Psychotherapie bis hin zur Alternativmedizin und Akupunktur arbeiten im Zentrum mit. Wie Dr. Thiel, beschreibt, „reicht das Behandlungsspektrum von der medikamentösen Behandlung über die Physiotherapie bis hin zur minimal-invasiven Therapie mittels Botox-Injektion in die Blase“. Allerdings werden auch sehr anspruchsvolle Eingriffe wie die Implantation von Bändern, Netzen, künstliche Schließmuskel und Blasenschrittmachern vorgenommen, wenn sie erforderlich sein sollten.

 

Mit dem Zentrum bietet die APK Patienten in Wiesbaden ein Angebot auf höchstem medizinischen Niveau an - gebündelt in einer Klinik. „Der Patient soll im Fokus stehen und durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichen wir ihm, dass er bei uns ideal behandelt wird“, freut sich Klinikgeschäftsführer Norman Westphal. 

 

Patienten können sich zu speziellen Sprechstunden an die Fachärzte richten.

Gynäkologische Senkungsbeschwerden und Harninkontinenz bei der Frau:

Dr. Stefanie Buchen, Chefärztin Frauenklinik

Tel :: 0611 847-2391, -2371

 

Urologische Sprechstunde bei Harninkontinenz von Mann, Frau und Kindern

Dr. Ralf Thiel, Chefarzt und Dr. Hannelore Utzat-Erhard, Oberärztin Urologie

Tel.: 0611 847-2481

 

Stuhlinkontinenz und Enddarmbeschwerden ( Allgemeinchirurgie, Proktologie)

Prof. Martin Hoffmann, Chefarzt  Allgemeinchirurgie       Tel.: 0611 847-2431

Dr.  Jürgen Kramm,  Facharzt Medical Point Chirurgie      Tel. : 0611949 18870

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