"Gesundheit ist höchstes Gut"

„Die zehn Fragen“: Dr. Stefanie Buchen von der Asklepios-Paulinen-Klinik Wiesbaden

Baby schläft in den Armen einer Ärztin
Chefärztin Frau Dr. Buchen © fotostudio9

In unserer Rubrik stellen wir Menschen in unserer Region die immer identischen „zehn Fragen“ – und erleben, wie unterschiedlich, nachdenklich, aber auch heiter sie darauf antworten. Heute: Dr. Stefanie Buchen, die Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Asklepios-Paulinen-Klinik

Frau Buchen, warum machen Sie, was Sie machen?

Es ist wunderbar, für andere Menschen da zu sein. Die Kombination, sowohl gesunden werdenden Müttern zu helfen, Leben zu schenken, als auch schwer kranke Patientinnen zu heilen, ist ein Geschenk. Wir alle umgeben uns gerne mit schönen Dingen, aber jeden Tag in meinem Beruf auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt zu werden, ist wunderbar. Die Gesundheit ist unser höchstes Gut.

Welchen Satz sagen Sie zu oft?

Dazu kann ich, auch bei intensiver Gewissenserforschung, nichts beitragen. Nur so viel: Es mag sein, dass ich an einem Problem, so lange es nicht gelöst werden konnte, dranbleiben und gehäuft fragen kann: „Wie weit sind wir?“

Was sagen Ihnen die Leute nach?

Dass ich beruflich immer die bestmögliche Lösung anstrebe, im Sinne der Patienten, aber auch in dem Sinne, dass meine Mitarbeiter und ich immer besser werden. Persönlich wird mir nachgesagt, dass ich über mich selber lachen kann, als authentisch, lustig und großzügig gelte.

Wobei werden Sie schwach?

Vor allem bei Musik. So hilft auch nach einem besonders stressigen Arbeitstag insbesondere klassische Musik, mich innerlich „aufzuräumen“. Ja, und dann kann ich schwach werden, wenn mir meine Sekretärin ihren Schafskäsesalat mitbringt.

Worüber können Sie lachen?

Natürlich über Typen wie Dieter Nuhr. Vor allem aber über Situationskomik. Da kann ich auch über mich selbst lachen.

Und worüber sich ärgern?

Fachliche Inkompetenz, Unehrlichkeit und Ungerechtigkeit. Gerade in der immer komplexeren Welt kann jeder Wissenslücken haben oder gar Fehler machen. Aber dann gebietet es die Verantwortung, dass man offen kommuniziert, um Schlimmeres zu vermeiden.

Wenn Sie zurückblicken: Welchen besonderen Moment würden Sie gerne noch mal erleben?

Oh, es gibt viele schönen Momente, die ich in meinem Leben bislang erleben durfte und woran ich wunderbare Erinnerungen habe, zum Beispiel eine Expeditionstour in die Antarktis. Ich denke allerdings, man sollte die einzigartigen Momente einzigartig lassen.

Über was würden Sie gerne mal ein Buch schreiben – und mit welchem Titel?

Da ich in meinem bisherigen Leben sehr viel erlebt habe, wäre vieles sicher interessant. Aber da mir das Talent eines Schriftstellers wohl fehlt, dürfte ein Buch über mein Leben ungeschrieben bleiben.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas gelernt haben?

Heute. In der Medizin gibt es immer wieder unerwartete, neue und auch kritische Situationen, auf die sich selbst der erfahrenste Arzt neu einstellen muss und nie auslernt.

Nennen Sie uns bitte Ihre Tipps: Drei Dinge, die man in der Rhein-Main-Region erlebt oder besucht haben sollte….

Das Rheingau Musik Festival, Restaurant Baiken in Eltville (herrlicher Ausblick in die Natur und Weinberge und sehr leckeres Erbsensüppchen mit Minze) und morgens früh joggen im Kurpark mit herrlicher Morgenstimmung und Vogelgezwitscher.


Dieser Text stammt aus dem Wiesbadener Kurier vom 10.07.18.
Die Fragen stellte Julia Anderton.

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