Ausgeklügeltes System- Chinesische Delegation informiert sich in der Asklepios Paulinen Klinik

„Alles Neue in der minimal-invasiven Chirurgie, was wir in China haben, kommt aus Deutschland. Deshalb informieren wir uns nun wieder einmal in der Asklepios Paulinen Klinik (APK) in Wiesbaden sowie an der Ulmer Universitätsklinik und den Asklepios-Kliniken in Hamburg.“ Professor Zhen-Ling Ji, der Leiter der sechsköpfigen chinesischen Delegation aus Najing und Chef des dortigen Universitätsklinikums Lishui, besichtigte gemeinsam mit seinem Verwaltungschef, zwei weiteren Ärzten sowie zwei Pflegedienstleiterinnen die Allgemein- und Viszeralchirurgie in der APK, in der Professor Dr. Karl-Heinrich Link vor fast zwanzig Jahren den Austausch mit den chinesischen Kollegen begonnen hatte. „In seinem Nachfolger Doktor Martin Hoffmann haben wir einen neuen Freund gefunden“, sagte Zhen-Ling Ji.

Nach eher seltenen Kontakten planen die beiden Kliniken, wie APK-Geschäftsführer Norman Westphal erklärte, für die Zukunft einen regelmäßigen Austausch auf den drei Ebenen Medizin, Pflege und Management.

Qualitätsmanagement beeindruckt besonders

Ji und seine Kollegen beeindruckte bei dem Rundgang, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung auf Englisch erklärte, „ganz besonders das Qualitätsmanagement. Das ist ein ausgeklügeltes System, von dem wir lernen können!“ Vor allem dieser Aspekt interessierte auch die Pflegedienstdirektorin Yü, die schon einmal vor über einem Jahrzehnt bei ihrer deutschen Kollegin Martina Kramp in der APK hospitierte. In China sei die Zahl der Pflegekräfte für eine bestimmte Patientenanzahl zwar kleiner, aber dort arbeite man auch länger. Insgesamt wolle man sich ebenfalls etwas von der Effizienz des deutschen Konzepts abschauen. Beeindruckend nannte die Delegation überdies die APK-Abteilung „Geriatrie“. Die Altersmedizin spiele eine große Rolle in China, wo die Lebenserwartung in den Großstädten für Frauen bei etwa 85 Jahren liege und für Männer bei 83 Jahren.
Nicht bei einem Rundgang und Gesprächen belassen es die beiden Fachärzte aus der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Sie werden ab 3. Oktober vierzehn Tage in der APK-Abteilung „Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie“ von Chefarzt Hoffmann beziehungsweise der Anästhesie der APK hospitieren. Während dieser Zeit verfolgen sie unter anderem Zwei-Höhlen-Operationen, wie Doktor Tobias Leipold, der Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, während des Pressegesprächs erklärte. Ein solcher Eingriff stelle besondere Anforderungen auch an die Anästhesisten, was die Kollegen aus China besonders interessiere. Bei den minimal-invasiven Operationen wird der fachliche Austausch über bestimmte Techniken und besondere Details gefragt sein. Der Chirurg und der Anästhesist aus China verabschiedeten sich zunächst in der APK, um mit der Delegation weiter nach Ulm und Hamburg zu reisen. Doch vor der Weiterreise hatte Professor Link erst einmal eine Kurhausbesichtigung organisiert sowie eine Fahrt in den Rheingau, die keineswegs nur der Weiterbildung dienen sollte.

Ein Text von Frau Eder vom Wiesbadener Kurier

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