Diabetes Mellitus – man sieht nichts, man fühlt nichts und auf einmal ist man chronisch krank

Im Rahmen des Angermünder Gesundheitsforums referiert Frau Dr. med. von Suchodoletz am 15. November 2017 zum Thema „Diabetes Mellitus“.

Diabetes Mellitus
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Jeder hat schon einmal von der „Zuckerkrankheit“ gehört.

Doch was verändert sich tatsächlich mit der Diagnose Diabetes?
Was unterscheidet den Diabetes mellitus Typ 1 vom Diabetes mellitus Typ 2? Welche Ursachen und Symptome können auf eine Erkrankung hinweisen? Welche Diagnose- und Therapieverfahren bietet die moderne Medizin?
Fragen, die Frau Dr. med. von Suchodoletz in ihrem Vortrag beantwortet.

Etwa sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Diabetes, der medikamentös behandelt wird. Mehr als 90 Prozent der Patientinnen und Patienten sind Typ 2 Diabetiker.

Die Dunkelziffer der Erkrankten wird auf weitere vier Millionen Menschen geschätzt. Damit sind zirka zehn Prozent der gesamten Bevölkerung in Deutschland von einem Diabetes betroffen. Generell bedeutet Diabetes, dass der mit der Nahrung aufgenommene Zucker aus dem Blut auf Grund des mangelnden Hormons Insulin bzw. einer Insulinresistenz nicht in die Zellen transportiert wird, sondern im Blut verbleibt und somit der Blutzuckerspiegel steigt.

„Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten der Erkrankung. Typ1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung und erfordert von Anfang an das regelmäßige Insulininjektionen.“ sagt Dr. med. von Suchodoletz, Fachärztin für Innere Medizin im Asklepios Klinikum Uckermark in Schwedt.

„Beim Typ 1 Diabetes zerstört das eigene Körperabwehrsystem die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und führt so den Insulinmangel herbei. Dieser Diabetes Typ entsteht oft schon im Kinder- und Jugendalter. Beim Diabetes Typ 2 hingegen produziert der Körper das Hormon Insulin wie gewohnt, entwickelt aber eine Insulinresistenz. Das bedeutet, dass die Körperzellen nicht mehr auf das Hormon Insulin reagieren und deshalb der Zucker aus dem Blut nicht in die Zellen gelangen kann. Der Blutzuckerspiegel steigt ebenfalls.“ erklärt Fr. Dr. med. von Suchodoletz die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Diabetes-Typen.

Für die Gesundheit sind beide Diabetes-Typen gefährlich. Der hohe Blutzucker schädigt langfristig die Blutgefäße und Nerven. Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Nieren-, Netzhaut- und Nervenerkrankungen sind nur einige der ernstzunehmenden Folgekrankheiten. „Sehr wichtig ist, dass die Krankheit frühzeitig entdeckt wird.“ bestätigt auch Frau Dr. von Suchodoletz.

Symptome wie häufiger Harndrang, starker Durst, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, häufige Infektionen oder auch trockene und juckende Haut werden jedoch nicht immer mit einem erhöhten Blutzucker in Zusammenhang gebracht. „Zudem kann der Diabetes mellitus Typ 2 mit der richtigen Prävention in vielen Fällen vermieden werden», sagte die Fachärztin für Innere Medizin. Wichtig sind eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung.

Das Gesundheitsforum am 15. November um 15 Uhr findet im Kreativ- und Schulungszentrum der MAQT in die Rudolf-Breitscheid-Str. 109c in Angermünde statt. Das Gebäude befindet sich direkt hinter der ehemaligen EDEKA-Verkaufsstelle.

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