Aller guten Dinge - Beckenbodenchirurgie Teil 3

Abschießender Teil zum Beitrag: Drei Ärzte kümmern sich an der Asklepiosklinik Kandel um Patienten mit Beckenbodeninsuffizienz

Inwiefern wurde die Medizin angepasst und was kann das Klinikum Kandel auf dem Gebiet vorweisen?

Bei Nachweis einer symptomatischen Beckenbodeninsuffizienz mit Stuhlinkontinenz oder Darmobstipation (Verstopfung) wird der tiefer tretende Enddarm wieder „hochgezogen“ und in seiner richtigen Position am Kreuzbein befestigt (Rektopexie). Bei dieser Operation wird der Darm nicht gekürzt, damit ist keine Darmnaht notwendig. Die Operation verläuft über einen Schnitt im Unterbauch.

Die Beseitigung eines Enddarmvorfalls ist in vielen Fällen ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung von Stuhlinkontinenz bei Beckenbodenschwäche. Die Beseitigung des Vorfalls führt zu einer Entlastung des Beckenbodens, wodurch Schließmuskel und Beckenboden wieder in der Lage sind, ihre Funktion aufzunehmen. Eine alternative Therapiemöglichkeit für die Rektozele sowie auch für die häufig begleitende Intussuszeption ist die STARR-Operation (Stapler Transanale Rektum-Resektion). Die überschüssige Darmwand wird dabei in ein durch den Analkanal eingeführtes Klammergerät gezogen und abgetragen; die dann neu in Nachbarschaft gebrachten proximalen und distalen Darmteile werden mit Metallklammern wieder aneinander geheftet. Es kommt dadurch zu einer Verkürzung des Rektums. Die Operation wird stationär durchgeführt. Bei einer Beckenbodeninsuffizienz mit Senkung der Scheide erfolgt über einen Bauchschnitt eine Anhebung (OP nach …), bei Absenkung der Harnblase wird diese ebenfalls über eine plastische Anhebung über einen Bauchschnitt des Unterbauches durchgeführt (OP nach …). Dies kann dann bei Bedarf mit einer chirurgischen Rektopexie kombiniert werden.

Im Falle einer Beckenbodeninsuffizienz mit ausschließlichem Absenken der Gebärmutter ist mit Hilfe von kleineren oder mehrarmigen Prolene-Netzen die Rekonstruktion des Beckenbodens möglich. Das Netz wird entlang der Vorder- oder Hinterwand der Scheide eingelegt, die Arme des Netzes werden über den Beckenboden seitlich ausgeleitet.

Die früher häufig durchgeführte Hysterektomie (Entfernung des Gebärmutterkörpers) im Rahmen der operativen Therapie der Beckenbodeninsuffizienz kann hierdurch vermieden werden, die Tendenz geht in Richtung der Gebärmuttererhaltung. Während früher die genannten Operationen einzeln durchgeführt wurden, ist es heute vermehrt üblich diese chirurgische, urologische oder gynäkologische operative Behandlung je nach Schweregrad der Beckenbodeninsuffizienz zu kombinieren. An der Asklepiosklinik Kandel ist dies möglich und wird seit mehreren Jahren auch derart praktiziert.

Bei Beschwerden können sich Betroffene mit der gynäkologischen Ambulanz unter 07275-711501 in Verbindung setzen. Außerdem findet am Mittwoch, 23. Oktober, ab 18.30 Uhr, eine Veranstaltung zum Thema „Beckenbodenchirurgie“ in der Asklepiosklinik Kandel (Luitpoldstraße 14) statt. Prof. Dr. Frank Axel Wenger wird zunächst über die chirurgische Behandlung bei Veränderungen der Beckenbodenorgane referieren.

Um 19.10 Uhr berichtet Dr. Karl Kunz über Aktuelles aus der gynäkologischen Beckenbodenchirurgie. Um 20 Uhr gibt es eine kurze Pause samt Imbiss, bevor um 20.15 Uhr der Vortrag „Medizinische Alternativen zu Vor- und Einlagen“ von Prof. Dr. Dietmar Molitor beginnt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (per)

 

Seite teilen: