Aller guten Dinge - Beckenbodenchirurgie Teil 2

Fortsetzung aus unserer letzten Ausgabe: Drei Ärzte kümmern sich an der Asklepiosklinik Kandel um Patienten mit Beckenbodeninsuffizienz

Welche Qualifikationen bringen Sie und Ihre Mitarbeiter zur Behandlung dieser Erkrankung?

In unserer chirurgischen Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit der Sektion Proktologie und Enddarmchirurgie mit Chefarzt Prof. Dr. Frank Axel Wenger liegt eine weitreichende Erfahrung in der chirurgischen Behandlung der Folgen der Beckenbodeninsuffizienz (Rektozele, Intussuszeption, Anal- und Rektumprolaps), aber auch anderen Erkrankungen (Fisteln, Hämorrhoiden, Darmtumoren, Fissuren, Kondylomen) vor. Auch die hiesige Abteilung für Gynäkologie mit Chefarzt Dr. Karl Kunz verfügt über eine langjährige Erfahrung. Des Weiteren zeichnet sich Prof. Dr. Dietmar Molitor als urologischer Belegarzt durch eine ausgewiesene Expertise als ehemaliger Chefarzt für Urologie aus. 

Wie kann man vorbeugen?

Frauen sollten nach Geburten darauf achten, eine gute Rückbildungs- und Beckenbodengymnastik durchzuführen und dabei ein Training des analen Schließmuskels nicht zu vernachlässigen. Dies gilt insbesondere bei einer familiären Belastung für Beckenbodeninsuffizienz und Inkontinenz im Alter. Wer darüber hinaus etwas tun möchte, um eine Inkontinenz zu vermeiden oder zu beheben, sollte in den Sattel steigen – ob aufs Fahrrad oder Pferd, denn Reiten und Fahrradfahren gelten als gesunde Sportarten für den Beckenboden. Im Trab und Galopp wird der Beckenboden besonders gefordert und auf dem Fahrrad ist die Wirkung umso besser, je stärker man in die Pedale tritt. Die Südpfalz bietet sich hierfür geradezu an! Der Stuhl sollte geschmeidig geformt sein, zu harter Stuhl ist zu vermeiden. Ideal sind biologische Methoden durch ballaststoffreiche Kost und eine adäquate Trinkmenge. Der Darm sollte auf Pünktlichkeit erzogen werden – das Training für normalen Stuhlgang beginnt im Jugendalter. Eine hormonell bedingte Darmträgheit ist schwierig zu behandeln, verführt aber zur Einnahme von Abführmitteln. Gewöhnt sich der Darm daran, macht es ihn allerdings noch träger.

Wie hat sich das Krankheitsbild in den vergangenen Jahren verändert?

Das Krankheitsbild der Beckenbodeninsuffizienz mit den Folgen der Urin- oder Stuhlinkontinenz sowie der Stuhlentleerungsstörung selber hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert. Es hat jedoch infolge der umfangreicheren Aufklärung der Patienten über Internet oder andere Medien eine zunehmende Enttabuisierung der Themen Harn- oder Stuhlinkontinenz sowie Darmentleerungsstörungen stattgefunden. Die operative Behandlung der Ursachen führt zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität. (per)

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