Harzklinik Goslar: unter Top Ten Deutschlands

Die Notfallversorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt im Landkreis Goslar und in den Asklepios Harzkliniken ist auf höchstem Niveau sichergestellt und gewährleistet eine exzellente Versorgung der Menschen im Landkreis. Die Kardiologische Klinik der Harzklinik Goslar zählt aufgrund der sehr guten Behandlungserfolge in unterschiedlichen Kategorien (z.B. Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt) zu den zehn besten Krankenhäusern Deutschlands. Das ist das Ergebnis aus den Untersuchungen der FITT Stemi Arbeitsgruppe

Patientenhilfe arbeitet ehrenamtlich

Dr. Thomas Wittlinger
Chefarzt Dr. med Wittlinger - er präsentierte die Studie mit

Die Kardiologische Klinik der Harzklinik Goslar zählt aufgrund der sehr guten Behandlungserfolge in unterschiedlichen Kategorien (z.B. Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt) zu den zehn besten Krankenhäusern Deutschlands. Das ist das Ergebnis aus den Untersuchungen der FITT Stemi Arbeitsgruppe, die von  Dr. med. Tobias Steffen, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Landkreis Goslar und von Privatdozent (PD) Chefarzt Dr. med. Thomas Wittlinger, Msc, (Chefarzt der  Medizinischen Klinik I, Kardiologie, Angiologie und Diabetologie) in der Harzklinik vorgestellt wurden. Die Sterblichkeit nach akutem Herzinfarkt liegt in Goslar ca. 23 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Während in Deutschland 11,7 Prozent  der Patienten einen akuten Herzinfarkt nicht überleben, sind dies in Goslar trotz der teilweisen weiten Anfahrtswege nur 9 Prozent.

 Die FITT Stemi Gruppe ist die größte deutsche Studiengruppe mit insgesamt 254 Krankenhäusern, die sich mit dem Thema Herzinfarkt befasst. Bei den Untersuchungen der  Studie ging es beispielsweise um die Fragen: Wie lange dauert es im Durchschnitt, bis der Rettungswagen bei einem Herzinfarkt am Einsatzort eintrifft, wie schnell wird der Patient in die Klinik gebracht, wie schnell dort versorgt?

„Jeden Rettungseinsatz mit Verdacht auf Herzinfarkt begleitet ein  erfahrener Notarzt“,   sagt Dr. med. Steffen, „vom ersten Patientenkontakt an ist somit eine optimale Versorgung sichergestellt.“  Dr. med. Wittlinger ergänzt: „Der bundesweite Spitzenplatz bei der Versorgung von Herzinfarktpatienten ist das Ergebnis bester Teamarbeit.“

 

Die Behandlungserfolge der  vergangenen  fünf Jahre im Überblick:

  • Bei 98,5 Prozent der 323 Patienten mit akutem Herzinfarkt wurde sofort  eine Herzkatheteruntersuchung vorgenommen.
  • 91,6 Prozent  der Patienten konnte mit einer Ballonaufdehnung oder Stentimplantation geholfen werden. Lediglich bei knapp 2 Prozent war eine Behandlung per Katheter nicht möglich, und nur ein Patient musste notfallmäßig operiert werden.
  • Aufgrund der hervorragenden, vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Klinik wurde die Zahl der Diagnosemitteilungen via „Funk-EKG-Übertragung“ aus dem Rettungswagen direkt auf die Intensivstation auf 100 Prozent gesteigert. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es im Schnitt 56 Prozent. Durch diese Vorgehensweise kann lebensrettende Zeit gewonnen werden, da bereits während des Transportes das Herzkatheterteam verständigt wird.
  • Mittlerweile werden 94 Prozent der Patienten direkt vom Rettungswagen in das Herzkatheterlabor (HKL) gebracht, zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es 53 Prozent.

 

 

Weitere Ergebnisse aus der Studie bezogen auf Goslar bzw. die Harzklinik:

 

  • Door-to-Ballon: 38 Minuten (d.h. Zeitraum vom Eintreffen in der Klinik bis zur Wiedereröffnung des Gefäßes, die festgelegte Zeit beträgt nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie  60 Minuten)
  • Kontakt-to- Ballon: 83 Minuten (Zeitraum vom Eintreffen des Rettungsdienstes beim Patienten bis zur Wiedereröffnung des Gefäßes in der Klinik, die festgelegte Zeit nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie beträgt 120  Minuten)
  • Door-to Herzkatheter: 3 Minuten (Zeitpunkt vom Eintreffen in der Klinik bis ins Herzkatheterlabor)
  • Door-to-Punktion:  11 Minuten (Zeitpunkt vom Eintreffen in der Klinik bis zum Einsatz des Herzkatheters, Punktion)

Hintergrund:

Die FITT Stemi Gruppe ist ein multizentrisches Qualitätsmanagement-Interventionsprojekt, bei dem bei allen Patienten mit einem sogenannten akutem „ST-Hebungsinfarkt“/Herzinfarkt (STEMI) die wesentlichen Behandlungszeiten und Ergebnisse standardisiert erfasst und systematisch in gemeinsamen Veranstaltungen an alle an der Rettungs- und Therapie-Kette beteiligten Personen und Gruppen rückgekoppelt werden (Rettungsdienste, Notärzte, Personal in Notaufnahme und Herzkatheterlabor). Aktuell nehmen Deutschland-weit insgesamt 254 Kliniken am FITT-Stemi-Projekt teil, die auf die Behandlung von Herzinfarkten spezialisiert sind. Bei Patienten mit akutem („Stemi“)-Herzinfarkt haben die Behandlungszeiten enormen Einfluss auf die Sterblichkeit. Gelingt es, das verschlossene Infarktgefäß innerhalb von 90 Minuten nach dem Erstkontakt wieder zu öffnen, ist die Sterblichkeitsrate dreimal so niedrig. Der Herzinfarkt ist eine der Haupt-Todesursachen in den Industrienationen. In Deutschland  bekommen nach Expertenschätzungen pro Jahr etwa 280.000 Menschen einen Herzinfarkt.

Seite teilen: