Alumnus trägt seine Alma Mater bis auf den höchsten Gipfel Afrikas

Jan Philip Heinrich, Abschlussjahrgang 2017 und langjähriger Jahrgangssprecher seines 6. Jahrgangs am ACH, hat sich für sein im Juli bestandenes Examen mit einem Auslands-Praktikum in Tansania und einer Besteigung des Kilimandscharos belohnt.

Eine medizinische Erfahrung vermisste Jan Philipp Heinrich noch nach Abschluss seines Studiums am Asklepios Campus Hamburg (ACH) und vor seiner bevorstehenden Assistenzarzttätigkeit im Asklepios Klinikum Nord (Fachbereich Anästhesie): Ein Praktikum in einem außereuropäischen Land, dessen Krankenhaussystem nicht dem deutschen ähnelt. Über eine österreichische Organisation, die Pflegekräfte, Studenten aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich und Medizinstudenten in Projekte in Tansania (u.a. Waisen- und Krankenhäuser sowie Kinderheime) vermittelt, erhielt er den Platz für ein vierwöchiges freiwilliges Praktikum in der Pädiatrie des St. Joseph Hospitals in Moshi im Raum Kilimandscharo, der im Nordosten Tansanias liegt.

In dem halb staatlich (Gehälter sowie Medikamente), halb kirchlich (Gebäude und Ausstattung) finanzierten Krankenhaus arbeiten 14 Ärzte; täglich werden etwa 200 Patienten ambulant behandelt, zusätzlich gibt eine Bettenkapazität von etwa 200 Betten. Da die Patienten in der Regel kein Englisch sprechen und die staatlichen Vorgaben streng sind, ist es ausländischen Praktikanten und Famulanten nicht erlaubt, allein Patienten zu versorgen. Medizin-Studenten (und als solcher hatte sich Heinrich noch vor seiner Approbation beworben und ist daher mit diesem Status auch eingeteilt worden) sind daher nur Assistenztätigkeiten erlaubt, wozu etwa die Medikamentengabe, Wundversorgung, Vitalzeichenmessungen und Impfungen gehören.

Mit Blick auf die Arbeit im Krankenhaus hat der junge Arzt vor allem erfahren, wie unterschiedlich die Autoritätsstellung eines Arztes dort im Vergleich mit den hiesigen Ärzten ist: Während in Tansania das Wort eines Mediziners Gesetz ist, zählt in deutschen Krankenhäusern mittlerweile eher die Arbeit und der Austausch im Team, in dem unterschiedliche medizinische Sichtweisen angehört und respektiert werden.

Die größten Unterschiede im klinischen Alltag waren weniger die täglichen Krankheitsbilder – exotische Fälle hielten sich überraschenderweise im Rahmen. Drei andere Dinge waren für den deutschen Praktikanten bemerkenswert, wie Jan Philipp Heinrich berichtet: „Die Tatsache, wie schnell Antibiotika gegeben werden, wie viel schonungsloser Behandlungen wie zum Beispiel schmerzhafte Pflasterwechsel auch ohne Anästhesien durchgeführt werden, und wie sehr sich die Familienangehörigen um die Pflege und Versorgung der Patienten kümmern, waren absolut neue Erfahrungen für mich“. Sich grundsätzlich diesen neuen Eindrücken in einem anderen System auszusetzen, kann der angehende Anästhesist den Studierenden am ACH daher nur empfehlen. „Es ist einfach gut, als Mediziner einfach mal nur zuzuschauen und andere machen zu lassen, ohne kritisch zu hinterfragen oder zu meinen, Dinge besser zu wissen“, resümiert der junge Arzt. Gefreut hat ihn vor allem auch, dass er quasi als Gastgeschenk an das St- Joseph Hospital mit Unterstützung der Apotheke seiner Mutter nicht nur einige Basis-Medizinprodukte, sondern auch dringend notwendige Fieberthermometer mitbringen konnte.

„Absolut ohne Worte“ sei abschließend seine Tour am Kilimandscharo gewesen: Zusammen mit seinem Bruder bestieg Jan Philipp Heinrich innerhalb einer siebentägigen Tour das afrikanische Bergmassiv bis zum Gipfel, wo er sich auf 5895 Metern mit einem extra mitgebrachten Aufkleber der Semmelweis Universität verewigte. Damit kann er mit Fug und Recht behaupten, stellvertretend auch den ACH ganz nach oben gebracht zu haben!

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