Schlaflabor

Im Schlaflabor, das schon seit den Anfängen der Behandlung von schlafbezogenen Störungen und Krankheiten, d.h. über 30 Jahren besteht, werden entsprechend dem Schwerpunkt der internistischen Abteilung hauptsächlich Patienten mit sog. schlafbezogenen Atemstörungen diagnostiziert und behandelt.

Hier war eine Bild: Schnarchen
© fotolia

In den räumlich und gerätetechnisch gut ausgestatteten sechs Schlaflaborplätzen mit der Möglichkeit der Polysomnografie und der Fernsehüberwachung im Schlaf wird mit Hilfe einer computergestützten Auswertung und telemetrischen Überwachung eine adäquate Diagnostik und Evaluation der Schlafstörungen durchgeführt.  Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der ambulanten Polygrafie zum sog. Screening bzw. zur Verlaufskontrolle.

Häufig erkennen die betroffenen Patienten gar nicht selbst, dass sie unter einer schlafbezogenen Atemstörung leiden. Sie selbst leiden meist nicht unter dem lauten Schnarchen und bemerken häufig selbst die nächtlichen Atemaussetzer, die über 10 Sekunden und länger sind, nicht. Diese Patienten werden meist geschickt, weil im Umfeld, beispielsweise der/die Partner/in, sich über das laute Schnarchen beschweren, aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausziehen, oder Ängste über die zahlreichen oder langen Atempausen äußern. Bei näherem Befragen der Patienten geben diese meist an, unter Tagesmüdigkeit, vermehrter Einschlafneigung am Tage, beispielsweise in der Mittagszeit oder abends vor dem Fernseher, Konzentrationsstörungen und verminderter Leistungsfähigkeit zu leiden. Die schlafbezogenen Atemstörungen führen häufig zu Bluthochdruck, können Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und den Sekundenschlaf, der zu Autounfällen führen kann, begünstigen.

Wir helfen Ihnen bei

Hier war ein Bild: Schlaflöabor-Maske
© Asklepios
  • Obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (Schnarchen mit Atemaussetzern oder Tagesmüdigkeit)
  • Zentralen Atemregulationsstörungen (Atemaussetzer ohne Schnarchen), meist bei neurologischen (z.B. nach Schlaganfall) oder kardiologischen Erkrankungen (z.B. Herzerkrankungen mit eingeschränkter Herzleistungsfähigkeit)
  • Übergewichtsassoziierter verminderter Belüftung und Gasaustausch in der Lunge bzw. bei gewichtsbedingter Atemminderung im Schlaf (sog. Obesitasbedingte Hypoventilation)
  • Nächtliche periodische Beinbewegungen (PMLS) bzw. sog. Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom (RLS)
  • Lagebedingtem oder lautem Schnarchen jeglicher Genese (ggf. mit Atemaussetzern)
  • Chronischer Insomnie (Ein-und Durchschlafstörung)
  • Hypersomnie (Einschlafneigung am Tage)
  • Sekundenschlaf

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Hier war ein Bild: Diagnostik im Schlaflabor
© Asklepios

Bevor der Patient ins Schlaflabor kommt, wird anhand der Vorgeschichte und Beschwerden des Patienten mit Hilfe standardisierter Fragebögen sowie einem Aufnahmegespräch die Symptomatik erhoben, und ggf. kann schon hieraus die Verdachtsdiagnose gestellt werden.

Jedoch sind weitere Schritte vonnöten, bevor die Beschwerden der Patienten im Schlaflabor richtig abgeklärt werden können. Diese Schritte sind durch Krankenkasse und Fachgesellschaften vorgegeben, wozu genaue Leitlinien, an denen wir uns orientieren, existieren.

Neben einem ambulanten Polygrafie-Screeningverfahren, das oft die einweisenden Fachärzte (wie Neurologen, HNO-Ärzte, Kardiologen oder Pulmologen) durchführen, müssen diese Patienten vor der ersten Diagnostiknacht durch einen Facharzt für HNO, Pulmologie oder Neurologie untersucht werden (beispielsweise ob neurologische Erkrankungen mit Muskelschwächen vorliegen oder ob große Gaumenmandeln die Atemwege verlegen). Erst dann kann die Untersuchung in unserem Schlaflabor in der Diagnostiknacht erfolgen. Vorher komplettiert eine internistische Anamnese und körperliche Untersuchung die Vordiagnostik. Vorhandene Vorbefunde, gerade bei kardiologischen oder neurologischen Vorerkrankungen, erleichtern die Beurteilung und Einschätzung, welche Form der schlafbezogenen Atemstörung vorliegen kann.

In der Diagnostiknacht, in der viele Funktionen des Patienten, wie Hirnstromkurve (EEG), Elektrookulogramm (EOG), Elektromyogramm (EMG), Bein- und Brustbewegungen, Elektrokardiogramm (EKG), Atemfluss an der Nase, Sauerstoffsättigung, bei Bedarf Kohlendioxidsättigung und Schnarchgeräusche, Lage des Körpers abgeleitet sowie Schlafstadien und -tiefe, die Dauer der Ein- und Durchschlafzeit kontinuierlich registriert werden, kann meist schon die Diagnose gestellt und die Art der Behandlung (keine Behandlung vonnöten, Lageumkonditionierung, Beatmungstherapie mit nasaler oder oronasaler Überdrucktherapie) herausgefunden werden.

Bei unklaren Fällen oder Grenzfällen kann es durchaus sein, dass eine zweite Diagnostiknacht notwendig wird.

Hier war ein Bild: Schlaflabor-Überwachung
© Asklepios

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Hier war ein Bild: Schlaflabor Chefarztvisite
© Asklepios

Die Befunde werden von unseren Psychologinnen im Schlaflabor und ggf. vom leitenden Arzt mit den Patienten besprochen, die Therapiewünsche des Patienten natürlich respektiert und berücksichtigt.

Gerade bei Ein- und Durchschlafstörungen steht eine psychologische Beratung mit Strategien, die dazu dienen, ohne Schlafmittel oder Antidepressiva den erholsamen Schlaf wieder zu erlangen, im Vordergrund. Patienten mit solchen Störungen werden an Schlafseminare für Patienten bei Bedarf und Wunsch weiter geleitet.

Die Beratung der Patienten mit nachgewiesenen obstruktiven oder anderen schlafbezogenen Atemstörungen umfasst häufig Hilfen, um die sich hieraus ergebenden psychischen und beruflichen Probleme zu bewältigen, aber auch das häufige Problem der meist übergewichtigen Patienten, ihr Körpergewicht in den Griff bekommen.

Zur Aufgabe des Schlaflabors unter seiner Mitarbeiterinnen gehört einerseits die Lageumkonditionierung, ggf. die Anpassung einer Schlafweste und meist die Einstellung auf die sog. nasale oder oronasale Überdrucktherapie, die vor allen anderen Verfahren (wie Unterkiefer-Protrusionsschiene, operative HNO-ärztliche Verfahren) immer noch der sog. Goldstandard in der Behandlung der obstruktiven atemwegsbezogenen Schlafstörungen darstellt.

Unsere Mitarbeiterinnen im Schlaflabor haben die notwendige Kompetenz und jahrelange Erfahrung nicht nur in der Diagnostik, sondern in der Anpassung der Atemmasken, der Einführung in die Handhabung der nasalen bzw. oronasalen Überdrucktherapie und ihrer möglichen Probleme (nicht  richtiger Sitz der Atemmaske mit Druckstellen, Leckagen, Austrocknen der Atemwege, die eine zusätzliche Luftbefeuchtung vonnöten macht). Sie stehen nicht nur für die Schulung im Umgang mit Maske, Gerät und Einstellung, sondern jederzeit für Rückfragen bei Problemen im täglichen Gebrauch zur Verfügung. Sie stellen die Verbindung mit den Gerätebetreibern und Herstellern her.

Das Team im Schlaflabor sorgt zusammen mit dem Leiter des Schlaflabors dafür, dass bei korrekter Indikationsstellung die Patienten von der Krankenkasse das Gerät und die notwendigen Gebrauchsgegenstände und Utensilien, die diese nächtliche Überdrucktherapie mit sich bringt, genehmigt und zur Verfügung gestellt bekommen.

Seite teilen: