LUNGEN- UND BRONCHIALERKRANKUNGEN

Zu den Erkrankungen, die in den vergangenen Jahrzehnten gleichfalls an Häufigkeit zugenommen haben, zählen die Lungen- und Bronchialerkrankungen, allen voran der Lungenkrebs und die chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung (COPD). Nikotin und möglicherweise Belastung durch Umweltgifte in unserer Atemluft spielen hier entscheidend mit.
Absoluter Nikotinverzicht ist daher allen Patienten mit Lungen- oder Bronchialerkrankungen empfohlen!

Wir helfen Ihnen bei:

  • Atemnot, das ein häufiges Symptom einer Lungenerkrankung ist
  • Chronischem Husten und Auswurf
  • Obstruktiven, asthmaähnlichen Bronchialerkrankungen mit Verengung der Atemwege bei der Ausatmung (COPD)
  • Ambulant oder stationär erworbenen Lungenentzündungen
  • Schwer verlaufenden, verschleimenden Entzündungen der Bronchien
  • Lungenembolie
  • Lungenhochdruck
  • Interstitiellen Lungen- und sonstigen Bronchialerkrankungen

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Neben der klinischen Untersuchung und der Erhebung der Anamnese und der möglichen Exposition von schädigenden inhalativen Substanzen (u.a. auch Asbest) führen neben der Lungenfunktionsprüfung, die Blutgasanalyse, der Ultraschall des Herzens, die Ergometrie, sowie die radiologischen Verfahren (Röntgenthoraxaufnahme, CT der Lunge), dann je nach Befund die Bronchoskopie zur Diagnostik, aus der sich der Behandlungsbedarf und das weitere Therapiekonzept ableitet.

Atemnot ist ein häufiges Symptom einer Lungenerkrankung, hinter der aber auch andere nicht primär durch Lunge bzw. Bronchien verursachte Krankheitsbilder besonders des Herzens stecken können.

Liefern die Basisuntersuchungen keine eindeutige Diagnose erweitern heutzutage meist das CT der Lunge und des gesamten Brustkorbs und die Spiegelung der Atemwege und der Lunge (sog. Bronchoskopie) mit bronchoalveolärer Lavage, d.h. Gewinnung von Krankheitserregern oder pathologischen Zellen aus der primär sterilen Spülflüssigkeit der Bronchien, unsere diagnostischen Möglichkeiten. Die gezielte Punktion von tumorösen Prozessen in den Bronchien oder Lunge, sowie bei Flüssigkeitsansammlungen im Rippenfell erweitern die diagnostischen Möglich- keiten.

Der Ultraschall des Herzens gibt wichtige Auskünfte auf mögliche kardiale Ursachen, die sekundär die Lunge und Bronchien beeinträchtigen, aber auch ob ein sog. Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) vorliegt bzw. ob durch eine akute oder chronische Lungenerkrankung (z.B. Lungenembolie oder COPD) eine sekundäre Beeinträchtigung des Herzens und der Herzleistung mit einem sog. chronischen Cor pulmonale stattgefunden hat.

Die Blutgasanalyse, die bei allen Patienten mit Atemnot oder Lugen- bzw. Bronchial- erkrankungen vor und ggf. nach Sauerstoffgabe bei stationärer Aufnahme durchgeführt wird, erlaubt eine Aussage darüber, wie stark die Lungenfunktion bereits beeinträchtig ist, ob eine Kompensation durch Mechanismen im Körper vorliegt oder nicht, und ob eine Gefährdung bis zum Bewusstseinsverlust oder Atemstillstand und der Bedarf einer nicht- oder gar invasiven Beatmungstherapie akut vorliegt.

Häufig unterdiagnostiziert ist die Lungenembolie, die auch chronisch rezidivierend verlaufen und dann sekundär einen Lungenhochdruck mit Belastung des rechten Herzens verursachen kann.  Die moderne CT-Diagnostik liefert hier in unserer Klinik eine rasche Diagnose oder ein Ausschluss.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Während ambulant oder stationär erworbene Lungen- oder schwere verschleimende Bronchialentzündungen primär kalkuliert, dann gezielt behandelt werden, ergänzt durch Inhalationen zur Sekretlösung bzw. Bronchialerweiterung, Physio- und Atemtherapie, kombiniert ggf. mit Sauerstoffgabe und mobilisierenden Maßnahmen, standardisiert behandelt werden, können sog. atypische Lungenentzündungen (Legionellose, Myikoplasmen, Chlamydien u.a.) ebenso wie Viruspneumonie, beispielsweise bei echter Grippe/Influenza, schwierige Verlaufsformen aufweisen. In dem man diese atypischen Verlaufsformen schon primär in die Differentialdiagnose einbezieht, können aber auch hier rasche Behandlungserfolge erzielt werden.

Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen, die durch eine chronische Dauerschädigung des Bronchialsystems gekennzeichnet sind, erscheinen einerseits durch sog. häufige Exacerbationen infolge von Infekten, wobei gerade besonders darauf zu achten ist, dass nicht bei jeder Exacerbation eine antibiotische Therapie vonnöten ist, da sonst die Gefahr einer Multiresistenz bei diesen Patienten erhöht ist. Durch inhalative bronchialerweiternde Medikamente und Kortikoide und vor allen Dingen durch die nicht-invasive Beatmungstherapie mit Maskenbeatmung, die dann auf der Intermediate Care Station durchgeführt wird, sind die Möglichkeiten bei der Verschlechterung der Blutgase mit Anstieg des Kohlendioxidpartialdrucks im Blut und der Gefahr einer sog. CO2-Narkose enorm verbessert worden. Dennoch bleibt die Grunderkrankung und die Zerstörung des Bronchialsystems und der Lunge bestehen, so dass häufig eine häusliche Atemwegsdauertherapie mit nicht-invasiver Beatmung oder Sauerstoffgabe vonnöten ist. Absolute Nikotinkarenz wird jedem dieser Patienten empfohlen!

Bei Stellung der problematischen Diagnose des Lungenkrebses, der auch heute noch für die betroffenen Patienten ein einschneidendes Erlebnis ist, wird im Tumorboard abgeklärt, welche Behandlungsverfahren es für den Patienten gibt. Therapie und Heilungsaussichten hängen hierbei im Wesentlichen vom Allgemeinzustand des Patienten, von der Ausdehnung der Erkrankung (sog. Stadium) sowie von der Gewebsart des Krebses (klein- oder nicht-kleinzellig) ab. Diese Faktoren bestimmen, ob ein mehr oder weniger schonendes operatives Verfahren, eine Strahlentherapie und/oder eine Chemo- oder Immuntherapie, ggf. kombiniert, sinnvoll sind oder nicht.

Bei Erkrankungen des Rippenfells, die sowohl entzündlich als auch tumorös als auch durch eine Herzschwäche oder andere Erkrankungen bedingt sein kann, liegt nicht selten ein sog. Pleuraerguß vor. Neben einer diagnostischen Punktion, die durch Gewinnung der Ergussflüssigkeit hilft der Ursache dieser Erkrankung auf die Spur zu gelangen (mikrobiologisch, ob Erreger nachweisbar sind; pathologisch, ob Tumorzellen vorhanden sind) ist häufig bei Atemnot eine therapeutische Pleurapunktion in lokaler Betäubung angezeigt. Durch die Kompression der Lunge kommt es abhängig von der Menge der Flüssigkeitsansammlung zu einer Verminderung der Gasaustauschfläche in der Lunge und zur Atemnot, die letztlich meist nur durch die Pleurapunktion rasch beseitigt werden kann.  Je nach der zugrundeliegenden Grunderkrankung können allerdings wiederholte Punktion bei nachlaufendem Erguss oder weitergehende Maßnahmen, wie die Einlage einer Drainage, um die Flüssigkeit kontinuierlich oder regelmäßig abzulassen, oder die Verklebung (meist minimal-invasiv endoskopisch bzw. thorakoskopisch) notwendig werden.

Bei speziellen und seltenen Lungenerkrankungen kooperieren wir mit einem Kompetenzzentrum für Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenerkrankungen) und leiten die Patienten zur hochspezialisierten Behandlung dorthin weiter.

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