Unsere Therapie- und Beratungsangebote

Ärztliche und psychologische Psychotherapie (VT, TP, ST)

Grundlage und Zentrum unserer Behandlungen ist das therapeutische Gespräch. Hier setzen wir alles daran, Ihre psychischen Probleme aufzudecken, zu erkennen und zu bearbeiten – in Einzelgesprächen und in der Gruppentherapie. Dabei arbeiten wir nach dem sozialpsychiatrischen Ansatz, das heißt, wir schenken den sozialen Ursachen, die zu Ihrer Krankheit geführt haben, besondere Beachtung.
Zum Einsatz kommen dafür in unserer Psychiatrischen Klinik folgende verschiedene Formen der Psychotherapie:

  • Verhaltenstherapie (VT): Die Grundidee der Verhaltenstherapie: Ihr psychisches Leiden beruht auf bestimmten Verhaltensweisen, Vorstellungen und Einstellungen. Im Rahmen der Verhaltenstherapie entwickelt der Therapeut gemeinsam mit Ihnen hilfreiche Strategien und Methoden, mit denen Sie Ihre Probleme besser bewältigen können.
     
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP): Im Rahmen dieser Therapieform versuchen wir gemeinsam mit Ihnen Ihre Schwierigkeiten und unbewussten Konflikte vor dem Hintergrund der jeweiligen Lebensgeschichte zu verstehen und dadurch einen veränderten Umgang zu entwickeln.
     
  • Systemische Therapie (ST): In der Systemischen Therapie betrachten wir sowohl das Problem als auch dessen Lösung als kommunikative Zusammenhänge, die im Rahmen von Beziehungen (Familie, wichtige Bezugspersonen) erzeugt werden. Hierzu beziehen wir Ihr gesamtes Umfeld mit ein und versuchen auf diese Weise, Ihre psychische Gesundheit positiv zu beeinflussen.

Psychopharmaka

In unserer Psychiatrischen Klinik kommen neben der Psychotherapie und verschiedener weiterer Therapien auch Psychopharmaka (Medikamente, die Stoffwechselvorgänge im Gehirn beeinflussen und auf diese Weise die psychische Verfassung verbessern) zum Einsatz. Mit Hilfe dieser Medikamente sind wir in der Lage, bestimmte Symptome psychischer Störungen (zum Beispiel bei Ängsten, Depressionen oder Halluzinationen) zu regulieren oder zu lindern.

Geschlechterspezifische/alternativmedizinische Angebote

Einschneidende Ereignisse im Leben einer Frau können psychische Erkrankungen hervorrufen. Häufig sind diese Ereignisse auch an hormonelle Veränderungen geknüpft – an die Menstruation, an Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett oder an die Menopause. Diese Veränderungen stellen körperlich und psychisch spezifische Belastungen dar, die oft nicht alleine bewältigt werden können. Die Diagnostik und Therapie psychischer Beschwerden und Erkrankungen von Frauen bedürfen besonderer Sorgfalt und Kenntnis der komplizierten Zusammenhänge zwischen Körper und Seele. Wir widmen uns dieser Spezifität in unserer Abteilung vor allem im Rahmen der ambulanten Versorgung über unsere Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) (Verlinkung PIA).

Auch Ereignisse im Leben eines Mannes können psychische Erkrankungen hervorrufen. Diese stellen sich häufig ganz anders dar, als sie bei Frauen zu Tage treten. Beispielsweise sind die Symptome einer „Männerdepression“ häufig gänzlich andere als bei einer Frau. Wir bieten auch für Männer ein spezialisiertes Behandlungsprogramm an – das tun wir ebenfalls im Rahmen unserer Psychiatrischen Institutsambulanz.

In mehreren Bereichen werden alternative und unterstützende anthroposophische Behandlungsmethoden angeboten, z.B. Ohr-Akupunktur, Globuli, Salbenwickel etc.

Theater-, Kunst-, Ergo- und Musiktherapie

In unseren künstlerischen Therapien steht der Prozess des kreativen Darstellens und Gestaltens im Vordergrund, und zwar mit Hilfe ganz unterschiedlicher Methoden und Materialien. Wir trainieren Fähigkeiten und Kompetenzen im Rahmen der Theatertherapie, wir erhalten und fördern Ihre psychische Gesundheit durch den Einsatz von Musik oder lassen Sie mit anregendem Ton oder großformatigen Papieren arbeiten. Dabei sind sowohl die bewussten und unbewussten Handgriffe während des Schaffens von Bedeutung als auch am Ende das fertige Bild, Objekt oder Stück. Alles zusammen gibt dem Therapeuten Aufschluss über Ihr Gefühlsleben.

Selbstverständlich unterstützen wir Sie bei Bedarf auch ergotherapeutisch, in dem wir Sie in ganz alltäglichen Bereichen trainieren und stärken.

Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT)

Diese Therapieform halten wir für unsere Borderline-Patientinnen und -Patienten bereit (in Einzel- und Gruppentherapie). Sie beinhaltet verschiedene Therapiebausteine, mit deren Hilfe Betroffene lernen, mit Stimmungsschwankungen und dysfunktionalem Verhalten (z.B. selbstverletzendem Verhalten) umzugehen sowie besonderes Augenmerk auf die Schwierigkeiten in der Kontaktgestaltung mit anderen Menschen zu richten.

Die DTB gliedert sich in verschiedene Module, die folgende Themenbereiche behandeln: innere Achtsamkeit, Stresstoleranz, bewusster Umgang mit Gefühlen, Stärkung des Selbstwertgefühls, zwischenmenschliche Fertigkeiten.
Sollten Sie Fragen zu dieser Therapiemaßnahme haben, vereinbaren Sie gern einen Termin.

Beratung durch den Psychosozialen Fachdienst

Psychische Erkrankungen sind häufig mit einer Vielzahl von Problemen verbunden, deren Lösung ein wesentlicher Teil der Gesundung und eine wichtige Voraussetzung für einen positiven Krankheitsverlauf ist.
Wir helfen Ihnen dabei, die Rückkehr in Ihr gewohntes Lebensumfeld zu meistern und andere (Lebens-) Perspektiven zu erarbeiten. Unsere Aufgabe ist es, Sie mit Informationen zu versorgen und Ihnen beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. In einem Einzelgespräch ermitteln wir unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen Ihren individuellen Bedarf. Danach beurteilen und entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen, welche Form der Unterstützung notwendig ist und unsererseits angeboten werden kann. Dabei versuchen wir, eine Hilfestellung zu geben, die Ihnen die größtmögliche Eigenverantwortung zur Bewältigung bzw. Regelung Ihrer Probleme überlässt.

Der Psychosoziale Fachdienst setzt sich aus einem Team aus Diplom-Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zusammen, das fest in das multiprofessionelle Team einer Station, einer Tagesklinik oder einer Psychiatrischen Institutsambulanz integriert ist.

Wir informieren, beraten und/oder unterstützen schwerpunktmäßig:

  • in finanziellen Fragen (z. B. ALG 1, ALG 2 (Hartz IV), Grundsicherungs- u. Sozialhilfe, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente, etc.)
  • in sozial- u. betreuungsrechtlichen Fragen
  • bei der Klärung der Arbeits- u. Lebenssituation und/oder der Möglichkeiten der beruflichen/medizinischen Rehabilitation
  • über Möglichkeiten, die Wohnung zu sichern oder eine Wohnung zu finden
  • bei Schwierigkeiten im persönlichen und/oder beruflichen Umfeld
  • über Möglichkeiten der Rehabilitation und Eingliederungshilfe
  • über häusliche Hilfen und ambulant oder stationär betreute Wohnformen
  • über Freizeit- und Kontaktmöglichkeiten
  • über Selbsthilfegruppen, Patientenklubs und sonstige Hilfsangebote

Auf Wunsch beraten wir auch die Angehörigen und andere Bezugspersonen unter Beachtung der Schweigepflicht.

Angehörigen- und Betroffenenarbeit (PEER-Beratung)

Angehörige von psychisch Erkrankten Menschen fühlen sich oft überfordert und allein gelassen. Nicht selten haben sie viele Fragen zur Erkrankung selbst, zu den möglichen Behandlungsmöglichkeiten sowie zum Umgang mit den Betroffenen.

Bei uns können Sie mit Peer-Beratern in Kontakt treten, die Ihnen dabei helfen, Antworten auf alle drängenden Fragen zu finden. In der Betroffenen-Peer-Beratung werden Sie von Menschen unterstützt, die nach eigenen seelischen Krisen eine Beraterausbildung absolviert haben und nun Betroffene auf ihrem Genesungsweg unterstützen. Weiterhin stehen Ihnen Angehörigen-Peer-Beraterinnen und –Berater zur Verfügung, die zahlreiche Erfahrungen im Umgang mit betroffenen Angehörigen gesammelt haben und diese nach einer Beraterausbildung gut weitergeben können.

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern über die Beratungsmöglichkeiten!

Psychoedukation

Ziel der Psychoedukation ist es, die aktive Bewältigung der Erkrankung zu fördern. Dazu erhalten Patientinnen und Patienten im Rahmen von Gesprächen gezielte Informationen zu dem jeweiligen Krankheitsbild und werden über Ursache, Diagnostik und Behandlungsmethoden informiert. Im weiteren Verlauf werden Schritte zur Überwindung einzelner Probleme ausführlich besprochen und praktisch eingeübt sowie persönliche Stärken wiedergefunden und genutzt.

Lichttherapie und Schlafentzug

Auch die Lichttherapie und der Schlafentzug können dabei mitwirken, psychische Erkrankungen zu lindern.

Bei der Lichttherapie – der Patient sitzt in der Regel zwischen 30 Minuten und zwei Stunden vor einer Lichtquelle bestimmter Helligkeit und Wellenlänge – steigt der Serotonin-Spiegel im Körper, der sich unter anderem positiv auf die Stimmung auswirkt. Experten gehen davon aus, dass das starke Kunstlicht sowohl den Stimmungsschwankungen entgegenwirke als auch den bei Depressionen häufig vorkommenden Schlafstörungen.

Ebenfalls durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt hat sich der Einsatz von Schlafentzug. Zum Einsatz kommt dabei sowohl ein vollständiger (der Patient verzichtet auf eine ganze Nacht Schlaf) als auch ein teilweiser Schlafentzug (Schlafverzicht ab ein Uhr nachts). Diese sogenannte „Wachtherapie“ wirkt bei depressiven Symptomen therapeutisch und führt bei vielen Betroffenen zu einer Besserung verschiedener Symptome (Antriebshemmung, Unruhe, innere Anspannung, Angstzustände, Interessenslosigkeit etc.).

Entspannungstherapien (Ohrakupunktur, PME)

Es gibt eine ganz Reihe an körperlichen Symptomen, die eine Folge von Stress bzw. großer Anspannung sein können: Verspannungen beispielsweise, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und einige mehr. Diesen Symptomen treten wir in unserer Psychiatrischen Klinik mit verschiedenen Entspannungstherapien entgegen, zum Beispiel mit Ohrakupunktur (durch das Setzen feiner Akupunkturnadeln können organische, funktionelle oder psychische Störungen im Körper behoben werden; hilfreich u.a. bei Schmerzen, Ängsten, Schlafbeschwerden).

Darüber hinaus helfen wir Ihnen auch mit Progressiver Muskelrelaxation. Bei dieser von Edmund Jacobson entworfenen Methode werden einzelne Muskelgruppen unter Anleitung gezielt angespannt und nach kurzem Halten bewusst wieder losgelassen. Durch den Wechsel von An- und Entspannung können Verspannungen abgebaut und das körperliche und seelische Wohlbefinden gesteigert werden.

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Dr. Künstler, Chefarzt der Abeilung für Psychiatrie und Psychotherapie, im Interview.
Lesen Sie den ganzen Artikel im aktuellen Asklepios Patientenmagazin (Seite 18)

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