Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Medikamente)

Unsere Mediziner sprechen von einer Abhängigkeitserkrankung, wenn der Drang nach einer Substanz so ausgeprägt ist, dass es dem Betroffenen schwer fällt bzw. unmöglich ist, den Konsum einzuschränken oder zu beenden. In der Regel dominiert die Abhängigkeit in diesem Stadium alle Lebensbereiche: Interessen und Aktivitäten werden aufgegeben, die Sucht dominiert den Alltag, und der Körper zeigt Entzugserscheinungen.

Sollten sich bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen diese körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren zeigen, sollten Sie dringend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. In unserer Psychiatrischen Abteilung sind wir auf die Behandlung von legalen Süchten (Alkohol, Medikamente) spezialisiert. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern!

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Unsere diagnostischen Maßnahmen beginnen mit einem ersten Gespräch, in dem wir versuchen, die Situation zu bewerten. Darauf folgen eine gründliche körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen. Gegebenenfalls schließen sich noch psychologische Testungen an, um eventuell darüber hinaus bestehende psychologische Erkrankungen auszuschließen. Im Anschluss an die Diagnostik planen wir die eventuelle Aufnahme auf unsere Warteliste, gegebenenfalls führen wir auch ein Vorgespräch auf unserer Station.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

In unserer Psychiatrischen Abteilung führen wir die sogenannte qualifizierte Entgiftung und Motivationsbehandlung im Falle einer legalen Sucht (Alkohol, Medikamente) durch.

Der qualifizierte Entzug

Der qualifizierte Entzug dauert maximal 21 Tage (nur Alkohol) und kann einmal im Jahr durchgeführt werden. In dieser Zeit stabilisieren wir unsere Patientinnen und Patienten und behandeln parallel eventuell auftretende Begleiterkrankungen (beispielsweise Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Leber etc.). Selbstverständlich legen wir auch besonderes Augenmerk auf die Behandlung eventuell begleitender psychischer Erkrankungen.

Die qualifizierte Entgiftung und Motivationsbehandlung umfasst eine Reihe an Therapiebausteinen, die unsere Patientinnen und Patienten in Anspruch nehmen müssen. Daher sollte die Bereitschaft vorhanden sein, die Abhängigkeitserkrankung zu überwinden. Zum therapeutischen Pflichtprogramm gehören die psychotherapeutische Gruppe und die Motivationsgruppe, weiterhin die Teilnahme an der Rückfallprävention sowie an der Psychoedukation. Auch die Informationsveranstaltungen der Selbsthilfegruppen und die Vorstellungen von Vorsorge- und Langzeittherapieeinrichtungen müssen besucht werden.

Ergänzend dazu bieten wir unseren Patientinnen und Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen Bewegungstherapien, Ergotherapie, Yoga und ganzheitliche Behandlungsansätze (aus der Anthroposophie) an, die ihnen den Weg aus der Sucht erleichtern können.
Im Falle eines Rückfalls beträgt die Behandlungsdauer in unserer Psychiatrischen Abteilung zehn Tage.

Auch im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen bieten wir geschlechterspezifische Therapieangebote – so zum Beispiel eine Frauengruppe.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Nach überwundener Abhängigkeitserkrankung ist eine ambulante Weiterbetreuung unverzichtbar. Bereits während Ihres Aufenthalts beziehungsweise während Ihrer Behandlung besprechen wir alle wichtigen Details mit Ihnen. Selbstverständlich können Sie auch unsere ambulanten Angebote – die Langzeitbetreuung, unsere Suchtberatung und die Selbsthilfegruppen – in Anspruch nehmen.

In unserer Psychiatrischen Institutsambulanz bieten wir eine Nachsorgegruppe, eine spezielle Frauengruppe sowie Gruppen zu den Themen Psychoedukation und soziales Kompetenztraining an. Darüber hinaus können Sie unser Suchttelefon kontaktieren, Tel. (040) 8191-2827.

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