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Gallensteine

Eingriffe an der Gallenblase zählen zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Pro Jahr werden etwa 190.000 Frauen und Männer operiert, meist weil Gallensteine Beschwerden oder Folgeerkrankungen verursacht haben. Oft sind die kleinen „Klümpchen“ jedoch harmlos; viele Menschen haben Gallensteine, ohne etwas davon zu merken.
Sie entstehen im Prinzip aus Gallenflüssigkeit. Diese wird, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, nicht in der Gallenblase, sondern in der Leber gebildet. Von dort wird täglich etwa ein Liter Gallenflüssigkeit kontinuierlich über den Lebergallengang in den Gallenblasengang und dann in die Gallenblase geleitet, wo sie gespeichert und eingedickt wird. In der Vorzeit, als die Menschen nicht regelmäßig aßen, sondern nach tagelangem Fasten und erfolgreicher Jagd plötzlich große fettreiche Mahlzeiten zu sich nahmen, wurde dieses zusätzliche Gallenreservoir benötigt. Durch die veränderten Nahrungsgewohnheiten heutiger Zeit kann man auch ohne Gallenblase problemlos leben. Die Gallenflüssigkeit entleert sich dann direkt in den Darm.

Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapie

Ursache

Gallenflüssigkeit besteht aus Wasser und verschiedenen Stoffen, die zum Teil nicht wasserlöslich sind. Wenn diese Stoffe verklumpen, entstehen Gallensteine. Ursachen sind zu geringe Bewegung, Übergewicht und eine cholesterinhaltige, ballaststoffarme Ernährung, beispielsweise mit vielen gesättigten Fettsäuren. Aber auch starke Gewichtsabnahme, Schwangerschaft und familiäre Vorbelastung sind prädisponierend. Dazu bilden Frauen, im Vergleich zu Männern, hormonell bedingt doppelt so häufig Gallensteine aus.

Symptome

Anzeichen sind diffuse oder auch extreme Schmerzen im rechten Teil des Bauches, die sogenannten Gallenkoliken. Diese entstehen, wenn sich die Gallenblase zusammenziehen will, dies aber wegen der den Ausgang verstopfenden Steine nicht mehr kann. Im schlimmsten Fall entstehen akute oder sogar chronische Entzündungen, die sich bis zur Gelbsucht und Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickeln können. Jeder fünfte Deutsche hat Gallensteine, die in den meisten Fällen symptomlos bleiben und keiner Therapie bedürfen. Erst bei Beschwerden besteht eine Behandlungsnotwendigkeit.

Diagnose und Therapie

Meist ist die Diagnostik nicht sehr aufwendig: Nach einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung kann durch einen Ultraschall des Bauchraums oft die Diagnose gestellt werden.

Die Behandlung besteht ausnahmslos in der Entfernung der Gallenblase, einer Routineoperation, die in unserer Sprechstunde geplant wird. Andere Therapieformen, wie Stoßwellenbehandlung oder „Leberkuren“, sind nicht erfolgversprechend.

Der Eingriff erfolgt bei uns grundsätzlich minimalinvasiv, also in Schlüssellochtechnik mit kleinsten Schnitten. Bei normalem Verlauf können Sie nach einem Aufenthalt von zwei Nächten wieder entlassen werden. Patienten sind bereits am Operationstag normalerweise wieder mobil und dürfen schon wieder essen und trinken. Weitere Nachuntersuchungen nach der Operation sind in der Regel nicht erforderlich. Wenn Sie wegen eines Notfalls der Gallenblase über unsere Zentrale Notaufnahme zu uns kommen, ist der Eingriff möglicherweise schwerer, und der Verlauf kann etwas länger andauern. Aber auch im Notfall wird bei uns die Gallenblase fast immer in Schlüssellochtechnik operiert.

Die digitale Sprechstunde: Gallensteine und Sodbrennen

Dr. Mansfeld in Folge 5 im Hamburger Abendblatt-Podcast über Gallensteine, Sodbrennen und Divertikel

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