Wirbelgleiten

Unter einer Verbiegung der Wirbelsäule verstehen wir eine Veränderung der knöchernen Wirbelsäule in ihrer Achsrichtung. Betroffen sind immer alle Strukturen an der Wirbelsäule, also Muskeln, Bänder, Knochen und Nerven. Die natürliche Ausrichtung der Wirbelsäule führt zu einem harmonischen Ablauf zwischen Bewegungen und Statik. Hier ist insbesondere das Zusammenspiel der Muskeln und Bänder mit den Knochen von Bedeutung. Bei einer Verbiegung der Wirbelsäule wird dieses Zusammenspiel gestört, was zu Beschwerden führt – in erster Linie zu Schmerzen. Verbiegungen der Wirbelsäule treten in Seit- und/oder in Längsrichtung auf. Nach der ersten Behandlung Ihrer Schmerzen ist eine weitere gründliche Diagnostik erforderlich. Hierbei können wir Einengungen des Wirbelkanals und das Ausmaß der Verbiegung erkennen.

Die grundsätzliche Behandlung stellt zunächst die symptomatische Behandlung Ihrer Schmerzen und eine begleitende Physiotherapie zum Erhalt Ihrer Mobilität dar.

Wir unterscheiden angeborene und erworbene Verbiegungen der Wirbelsäule.

Die Hauptgruppe der angeborenen Verbiegungen sind Veränderungen in der knöchernen Substanz, der Muskulatur oder der nervalen Versorgung, die zu einer Fehlhaltung und Verbiegung der Wirbelsäule führen. Von diesem Problem sind überwiegend junge Mädchen betroffen.

Die Behandlungen der Wahl sind die physiotherapeutische Behandlung und die Korsetttherapie. Falls sich die Beschwerden im zunehmenden Lebensalter verschlechtern, kann gegebenenfalls eine operative Maßnahme sinnvoll sein.

Die Hauptgruppe der erworbenen Verbiegungen betrifft ältere Menschen. Ein zunehmender Verschleiß der Wirbelgelenke, der Bandscheiben und der Bänder bewirkt eine Verschiebung der Wirbelsegmente gegeneinander. Besonders unter Belastung tritt eine Bewegung der Wirbelsegmente gegeneinander auf, die zum Reiben der Knochen und zur Einklemmung von Nerven führt.

Eine konservative Behandlung, die also auf eine Operation verzichtet, hilft zunächst für lange Zeit, sie dient dem Erhalt der Beweglichkeit und soll die Schmerzen reduzieren. Es gibt ein Mischbild aus Rücken- und Beinschmerzen. Wenn diese Schmerzen unbeherrschbar werden und es zu Störungen der Nerven kommt, empfehlen wir in manchen Fällen eine operative Therapie. Diese beinhaltet die Erweiterung des Spinalkanals (Wirbelkanals) und die  Stabilisierung der Wirbelsäule. In unserer Klinik führen wir diese Eingriffe mithilfe von schonenden minimalinvasiven Techniken durch und ermöglichen so eine frühzeitige Mobilisation. Die Operation besteht in einer langstreckigen Versorgung der Verbiegung mit Schrauben und Stangen, um das Reiben der Knochen aufzuheben, die Bandscheiben zu ersetzen und den Nerven freien Platz zu geben. Diese Operationen erfordern eine sorgfältige Planung und umfassende Erfahrungswerte. Unsere Ärzte bestimmen, in welchem Umfang eine Wiederaufrichtung der Wirbelsäule erfolgen muss. Der Eingriff wird Ihnen umfassend erläutert. Wir möchten alle Ihre Fragen beantworten, sodass Sie am Ende die für Sie richtige Entscheidung treffen können.

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