Behandlung schwer heilender Wunden und Druckgeschwüre

Der natürliche Prozess der Wundheilung kann durch Vorerkrankungen, Infektionen oder äußere Einflüsse empfindlich gestört werden. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu einer chronischen, sich nicht mehr verschließenden Wunde. Um auch in solchen Fällen eine Heilung der Wunde zu erreichen, setzen wir in der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie Haut- und Gewebeverpflanzungen ein.

Zu den schwer heilenden Wunden zählen neben dem offenen Bein (Ulkus cruris), dem diabetischen Fußsyndrom und durchblutungsbedingt schlecht heilenden Wunden (zum Beispiel in Folge einer arteriellen Verschlusskrankheit) auch Dekubiti, also Druckgeschwüre. Solche chronischen Wunden stellen oftmals eine starke Belastung für unsere Patienten dar, sodass der professionellen Wundversorgung eine hohe Bedeutung in Bezug auf die physische und psychische Gesundheit zukommt. Die erfolgreiche Behandlung chronischer Wunden ist eine komplexe Aufgabe, die Fachwissen und spezialisierte Techniken erfordert. Gern berät Sie unser erfahrenes Team zu den Therapiemöglichkeiten, die in Ihrem individuellen Fall in Frage kommen.

Wundheilungsstörungen

Wir unterscheiden zwei Arten von Wundheilungsstörungen:

  • Bei aseptischen Wundheilungsstörungen stirbt der Wundrand durch eine verminderte Durchblutung der Haut ab oder die Wunde öffnet sich wieder, zum Beispiel durch große Spannung auf einer frischen Operationsnaht. Aseptische Wundheilungsstörungen gehen nicht auf Keime zurück.
  • Septische Wundheilungsstörungen haben ihre Ursache in Keimen und Bakterien, die sich gern im feuchtwarmen Milieu einer frischen Wunde ansiedeln. Insbesondere wenn eine Vorerkrankung die Durchblutung der Wunde hemmt, können sich Keime leicht ausbreiten.

 

Behandlung

Für einen bestmöglichen Behandlungserfolg ist die Vorbereitung der Wunde von großer Bedeutung. Um abgestorbenes Gewebe zu entfernen und damit eine größtmögliche Keimfreiheit zu erreichen, wird daher häufig ein sogenanntes Debridement (eine operative chirurgische Wundreinigung) und die Anlage eines Vakuumverbandes durchgeführt.

Nach einer Woche Vakuumverband kann dann in der Regel in einem zweiten operativen Eingriff der eigentliche Wundverschluss erfolgen.

Hierzu stehen uns verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, die wir individuell auf Ihren Vorbefund und Ihre persönliche Lebenssituation abstimmen. Zu den möglichen Behandlungsformen zählen unter anderem die Hauttransplantation, bei der wir körpereigene Haut aufbereiten und auf die Wunde verpflanzen, sowie die sogenannte Hautlappenplastik. Bei dieser Technik verschieben oder verpflanzen wir nicht nur die Haut, sondern auch das darunterliegende, durchblutete Gewebe und schließen damit den Defekt. So erreichen wir eine verbesserte Durchblutung und damit gute Voraussetzungen für die Wundheilung. Handelt es sich um eine sehr große Wunde, zum Beispiel an den unteren Extremitäten, greifen wir häufig auf die freie Transplantation eines ganzen „Gewebeblocks“ mit mikrochirurgischen Techniken zurück. Hierbei müssen dann die kleinen, versorgenden Blutgefäße des transplantierten Gewebes an Blutgefäße in der Empfängerregion angeschlossen werden. Solche „Gewebeblocks“ können je nach Erfordernis aus Haut, Fett, Muskel, Sehne und Knochen zusammengesetzt sein und zum Beispiel aus dem Unterbauch, Rücken oder Oberschenkel entnommen werden.

Auch wenn wir meist ästhetisch ansprechende Ergebnisse erzielen, sollte Ihnen bewusst sein, dass eine Haut- oder Gewebeverpflanzung immer auch neue Narben bedeutet. Darüber hinaus ist die Behandlung chronischer Wunden meist ein längerer Prozess. Mit Nachuntersuchungen und regelmäßigen Verlaufskontrollen begleiten wir Sie durch diese Zeit, unterstützen die bestmögliche Heilung der Wunde und beugen eventuellen neuen Wunden vor.

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