Pränatale Diagnostik in der Schwangerschaft

Die allermeisten Kinder, die heutzutage geboren werden, kommen gesund zur Welt. Bei 3-6% der ungeborenen Kinder wird jedoch im Laufe der Schwangerschaft eine Auffälligkeit festgestellt. Ebenso gibt es Erkrankungen der Eltern, die spezielle Untersuchungen des Kindes bereits im Mutterleib notwendig machen. Durch die sogenannte pränatale Diagnostik (pränatal = vorgeburtlich) können mit Hilfe des Ultraschalls und anderer Untersuchungen Erkrankungen oder Fehlbildungen eines ungeborenen Kindes im Mutterleib weitgehend ausgeschlossen bzw. erkannt werden. In den wenigen Fällen, wenn sich eine vermutete Fehlbildung des Kindes bestätigt, kann eine optimale Betreuung und ggf. Therapie für Mutter und Kind gewährleistet werden. Dazu gehört die Planung der Entbindung mit nachfolgender Versorgung des Neugeborenen in enger Zusammenarbeit mit den Kinderärzten und anderen Fachdisziplinen. Den Eltern kann somit auch die Möglichkeit gegeben werden, sich mit der Erkrankung ihres Kindes gezielt auseinanderzusetzen.

Fehlbildungsausschlussultraschall im 2. Trimester (19.-22. SSW)

Zu diesem Schwangerschaftszeitpunkt sind die Organe des Kindes voll entwickelt und eine ausführliche Beurteilung des Kindes kann durchgeführt werden.

Dopplersonographie

Die Dopplersonographie ist eine spezielle Form des Ultraschalls, bei der die Durchblutung von Gefäßen bei Mutter und ungeborenem Kind untersucht werden. Ziel der Untersuchung ist, eine Minderversorgung des Mutterkuchens aufzugedecken. Mit Hilfe des sogenannten Farbdopplers (die Blutströmung wird farblich dargestellt) werden die Gefäße gezielt aufgesucht. Untersucht werden vor allem die Nabelschnurgefäße, Gefäße im Bereich des kindlichen Kopfes, der Bauchschlagader und Blutflußgeschwindigkeiten im kindlichen Herzen, aber auch die Gebärmutterarterien der Schwangeren.

Die dopplersonographische Untersuchung ist notwendig, wenn der Verdacht besteht, dass das ungeborene Kind nicht entsprechend des Schwangerschaftsalters gewachsen ist. Vorerkrankungen der Schwangeren wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder während der Schwangerschaft aufgetretene Erkrankungen können eine regelmäßige Dopplersonographie- Kontrolle notwendig machen. Treten die oben genannten Erkrankungen auf, sollte auch bei jeder weiteren Schwangerschaft das Ungeborene dopplersonographisch überwacht werden. Das sogenannte "dopplersonographische Uterina-Screening" ist eine Untersuchung, die zwischen der 18. und 24. SSW angeboten wird. Mittels der Dopplersonographie werden die mütterlichen Gefäße, welche die Gebärmutter versorgen (Fachausdruck: Arteria uterina), nach Auffälligkeiten der Blutströmungen untersucht. Bei Auffälligkeiten kann dies ein früher Hinweis für eine spätere Minderversorgung des Kindes durch den Mutterkuchen sein. Diese Untersuchung ist vor allem sinnvoll bei Schwangeren mit hohem Blutdruck oder zur Früherkennung eines schweren Schwangeschafts- Hochdrucks (Präeklampsie, HELLP- Syndrom) bzw. zur Früherkennung einer intrauterinen Mangelentwicklung.

Fetale Echokardiographie

Eine fetale Echokardiographie ist eine Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens, mit deren Hilfe Veränderungen z.B. der Herzklappen oder der Gefäße, die in das Herz münden oder es verlassen, festgestellt werden können. Angeborene Herzfehler können in in ca. 60-80% der Fälle pränatal erkannt werden.

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