Liebe Patienten, Angehörige & Besucher,

 

  • Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion rufen Sie bitte vorab den Ärztlichen Bereitschaftsdienst an: ► Wählen Sie 116 117
     
  • In medizinischen Notfällen (Schlaganfall, Herzinfarkt etc.) begeben Sie sich bitte weiterhin unmittelbar in Behandlung! Ein mögliches Corona-Infektionsrisiko wird in unserer Klinik mit allen Mitteln reduziert.
    ► Wählen Sie den Notruf 112

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Ihr Asklepios-Team

Mehr erfahren

Tumororthopädie

Die Tumororthopädie ist ein Spezialgebiet der Orthopädie, welches sich mit der Diagnostik und Behandlung von Knochen- und Weichteiltumoren und –metastasen beschäftigt.

Knochen- und Weichteiltumoren sind sehr seltene Erkrankungen, die oftmals keine typischen Symptome zeigen. Manchmal werden derartige Geschwulste zufällig entdeckt, meist jedoch bemerken Patienten eine Schwellung, die auch schmerzlos sein kann.

Eine umfassende und sorgfältige Diagnostik sowie eine enge Zusammenarbeit erfahrener Spezialisten sind wichtig und notwendig. In fast jedem Fall ist es erforderlich, die Tumoren operativ zu entfernen. Gut- und bösartige Tumoren werden nach den allgemeinen onkologischen Leitlinien behandelt.

Die richtige Diagnostik und Behandlung

Download Bild Tumororthopädie
Tumorbedingte Knochenauflösung am Oberschenkel, kniegelenksnah (Knochensarkom)

Neben bildgebenden Verfahren wie MRT, CT und Röntgen stellt die Biopsie die zentrale Maßnahme zur Diagnostik des Tumors dar.

Je nach seiner Größe und Lage sowie nach Beurteilung der Röntgen-, MRT- und/oder CT-Bildgebung durch Radiologen, Pathologen und Operateur wird bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Malignom) eine kleine Probe aus dem Bereich entnommen, um die Diagnose zu sichern (Inzisionsbiopsie) und das weitere Vorgehen festzulegen.

Ergibt die Diagnostik keinen Verdacht auf einen bösartigen Tumor kann dieser in der Regel komplett entfernt werden.

Wir helfen Ihnen bei

Gutartigen Knochentumoren

Die meisten gutartigen Tumoren lassen sich in der Regel problemlos entfernen.

Einfache, solitäre Knochenzysten können häufig durch Anbohren und damit verbundener Druckenlastung oder auch im Rahmen einer pathologischen Fraktur ausheilen. Dagegen ist bei zystischen Läsionen ein differenziertes Vorgehen notwendig. So sollte zum Beispiel bei der aneurysmatischen Knochenzyste oder einem knöchernen Riesenzelltumor ein zweizeitiges Vorgehen gewählt werden, bei dem zunächst der Tumor alleine ohne Sicherheitszone entfernt wird. Dann kommen adjuvante Maßnahmen (temporäre Applikation von hochprozentigem Alkohol, H2O2 oder Kryotherapie) zur Anwendung, um die restlichen Tumorzellen zu vernichten. Anschließend empfiehlt es sich, den knöchernen Hohlraum mit einer Knochenzementplombe aufzufüllen. Durch die beim Abbinden des Zementes entstehende Hitze werden nochmals Tumorreste abgetötet und so die Rezidivrate (Rückfallrate) reduziert. Wenn nach ca. einem Jahr ein Rezidiv weitgehend ausgeschlossen ist, kann die Knochenzementplombe gegen körpereigenen Knochen und keramisches Knochenersatzmaterial ausgetauscht werden.

Bösartigen Knochentumoren - Knochensarkome

Primäre Knochensarkome (Tumore des Knochengewebes) sind selten und machen nur etwa 1% aller Knochentumoren aus. Bei den Knochensarkomen gibt es je nach Tumorart ein differenziertes, standardisiertes Vorgehen.

Osteo- und Ewingsarkome, die häufigsten Sarkome im Kinder- und Jugendalter, werden interdisziplinär behandelt. Eingebettet in eine prä- und postoperative Chemotherapie und ggfs. Radiotherapie erfolgt zu einem definierten Zeitpunkt die operative Resektion im Gesunden und meisten gleichzeitig auch die Rekonstruktion des entstandenen Defektes.

Nur in sehr seltenen Fällen ist heutzutage ist eine Amputation notwendig.

Chondrosarkome

Bei Chondrosarkomen (Tumore des Knorpelgewebes), den häufigsten Knochensarkomen der Erwachsenen, ist eine Chemo- oder Radiotherapie in den meisten Fällen nicht wirksam. Die operative Resektion im Gesunden und entsprechende Rekonstruktion ist die einzige Therapieoption. Nur bei wenigen, seltenen Entitäten ist eine adjuvante Chemotherapie hilfreich.

Gutartigen Weichteiltumoren

Unter diesen Tumoren gibt es sehr viele unterschiedliche Entitäten. Die meisten können durch eine einfache Resektion bzw. Enukleation entfernt werden und entwickeln kein Rezidiv.

Seltene, aggressive Weichteiltumoren, z.B. Desmoide werden wegen der hohen Rezidivrate interdisziplinär wie Sarkome behandelt.

Bösartigen Weichteiltumoren - Weichteilsarkome

Weichteilsarkome sind selten und machen bei den Erwachsenen etwa 1-2%, bei Kindern 10-15% aller Malignome aus. Die operative Therapie mit Entfernung im Gesunden steht wie bei den Knochensarkomen im Zentrum der Therapie. Interdisziplinär erfolgt entweder die Strahlentherapie vor oder nach der Operation und/oder eine postoperative Chemotherapie.

Knochenmetastasen

Metastasen im Knochen stellen die häufigsten Tumoren des Skelettes dar. Sie treten besonders bei Patienten mit Bronchial-, Brust-, Prostata-, Nierenzell- und Schilddrüsenkarzinomen auf.

Die operative Therapie hat meist einen palliativen Charakter, weil die Entfernung der Metastase in der Regel die Überlebenszeit nicht wohl aber die Lebensqualität positiv beeinflusst. Nur dann gibt es eine kurative Option, wenn die Metastase solitär bei einem Karzinom mit langer Überlebenszeit (z.B. Schilddrüsenkarzinom) besteht.

Die operative Therapie soll häufig eine drohende Fraktur verhindern oder eine bestehende Fraktur stabilisieren. An der Wirbelsäule stellt häufig eine drohende oder bereits bestehende Lähmung die Operationsindikation dar. Je nach Grunderkrankung kommen die fachspezifischen onkologischen Methoden zusätzlich zum Einsatz.

Weichteilmetastasen

Weichteilmetastasen sind sehr selten und werden wie die Knochenmetastasen je nach Grunderkrankung und Ausmaß der Metastasierung operativ behandelt, wenn nicht andere Methoden eine bessere Alternative darstellen.   

Interdisziplinäre Therapie

Als orthopädische Onkologie kooperieren wir eng mit der Plastisch-Rekonstruktiven und Handchirurgie und der Gefäß- und Viszeralchirurgie der Asklepios Klinik St. Georg und können so ein optimales operatives Ergebnis erreichen. Durch Haut- und Knochendefekte entstandene Funktionsstörungen können mit Ersatzoperationen für entfernte Muskeln und Nerven wie z. B. Nerventransplantationen behandelt werden. Auch lassen sich Funktionsstörungen nach großen Tumoroperationen z.B. bei Patienten mit liegender Tumorendoprothese erfolgreich verbessern.

In Abhängigkeit von der Diagnose stellen wir für Sie einen individuellen Behandlungsplan auf. Wir beraten Sie ausführlich und beantworten Ihnen Ihre Fragen - vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde „Tumororthopädie“.

Ärztlicher Ansprechpartner

Seite teilen: