HIFU-Therapie bei Prostatakrebs: Mit Ultraschall gegen den Krebs

Die HIFU-Technologie verwendet hochenergetische Ultraschallwellen, die durch akustische Linsen auf das Prostatagewebe fokussiert werden. Im Fokuspunkt der Ultraschallwellen entstehen Temperaturen von ca. 90°C. Diese Hitze zerstört das Gewebe dauerhaft. Die Energie wird vom Enddarm her über eine löffelförmige Ultraschallsonde zugeführt. Der Eingriff wird mittels Computertechnologie exakt geplant und millimetergenau gesteuert.

©Asklepios

Die Asklepios Klinik Barmbek ist das größte HIFU-Zentrum Norddeutschlands. Wir verfügen über eine stationäre Behandlungseinheit und setzen diese moderne Technologie bereits seit dem Jahr 2002 ein. Mittlerweile blicken wir auf mehr als 500 Behandlungen zurück. Oberarzt Dr. Dietrich Pfeiffer erklärt im Experteninterview Ablauf und Vorteile der HIFU Behandlung.

Wir unterscheiden verschiedene Varianten der HIFU-Therapie

Die Wahl der Behandlungsstrategie hängt von der Tumorausdehnung innerhalb der Prostata ab.

Nerve sparing
Quelle: EDAP TMS © edap tms

HIFU-Behandlung der gesamten Prostata: Hierbei entfernen wir mit dem Ziel einer möglichst sicheren Krebstherapie das gesamte Prostatagewebe. Der Schließmuskel wird dabei geschont. Um die Erektionsfähigkeit zu erhalten und auch weitere Nebenwirkungen zu vermeiden, sparen wir aber die äußeren Ränder der Prostata aus.

hemi ablation
Quelle: EDAP TMS © edap tms

HIFU-Teilbehandlung: Finden sich nur in einer Hälfte der Prostata Krebsherde, wird auch nur dieses Gewebe zerstört.

focdal treatment
Quelle: EDAP TMS © edap tms

Zonale HIFU-Therapie: Hierbei wird die Tumorzone mit dem umliegenden Gewebe aus der Prostata entfernt. Das verbleibende Gewebe fügt sich wieder zusammen.

Fokale HIFU-Therapie: Handelt es sich um einen kleinen, lokal eng begrenzten Tumor, kann das erkrankte Gewebe punktgenau zerstört werden – das gesamte umliegende Gewebe wird geschont.

Wir führen den Eingriff unter Narkose durch. Nach dem Eingriff verbleiben Sie für zwei bis vier Tage in der Klinik, bereits am Behandlungstag können Sie aber wieder aufstehen, essen etc.

Welche Vorteile hat das Verfahren?

Die HIFU-Therapie bietet Ihnen als Patient zahlreiche Vorteile:

  • Es ist keine Operation nötig: Das bedeutet für Sie keine Schnitte, keine Narben und deutlich schnellere Erholung
  • Die Behandlung ist millimetergenau: So wird das umliegende Gewebe geschont –  und unerwünschte Nebenwirkungen wie Harninkontinenz oder eine Beschädigung der für die Erektion erforderlichen Nerven sind deutlich seltener.
  • Der Therapieumfang ist individuell anpassbar: Je nach medizinischen Erfordernissen und Ihren Wünschen können wir ausschließlich das erkrankte Gewebe oder auch das gesamte Organ behandeln.
  • Die HIFU-Therapie kann wiederholt werden, wenn es zu einem Rezidiv, also einem erneuten Krebs-Befall kommen sollte. Andere Therapieoptionen, wie eine radikale Prostatektomie oder eine Bestrahlung, bleiben erhalten.

Für wen eignet sich die HIFU-Therapie?

Ob eine HIFU-Behandlung bei Ihnen in Frage kommt, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen auf Basis Ihrer individuellen Situation. Generell kommt die Methode aber für folgende Patientengruppen in Frage:

  • Patienten, die noch nicht wegen Prostatakrebs behandelt wurden: Befindet sich der Tumor in einem lokalen Stadium (T1 oder T2) und ist er nicht zu aggressiv (sogenannter Gleason-Score bis max. 7) kann die HIFU-Behandlung mit bestmöglichem Erhalt der Lebensqualität eingesetzt werden. Im Einzelfall können auch Krebserkrankungen in weiter fortgeschrittenen Stadien behandelt werden.
  • Patienten, denen der Erhalt der Lebensqualität besonders wichtig ist: Wenn die Lokalisation eines umschriebenen Tumors in der Prostata genau festgestellt werden konnte, ist auch eine fokale Therapie – also eine ausschließliche Behandlung des erkrankten Gewebes – möglich. Dieses Verfahren ist sehr schonend für die verbliebene Prostata. Um eine dauerhaft erfolgreiche Behandlung zu sichern, empfehlen wir diese Behandlung aber nur sorgfältig ausgewählten Patienten mit kleinen Tumorherden und raten zu regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen.
  • Patienten, die bereits mit anderen Methoden gegen Prostatakrebs behandelt wurden: Bei einem Wiederauftreten des Prostatakarzinoms nach Strahlentherapie (externe Bestrahlung, Brachytherapie) bietet HIFU noch eine Chance auf Heilung. Voraussetzung ist, dass sich das Rezidiv innerhalb der Prostata befindet und sich nicht über das Organ hinaus ausgebreitet hat.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • unblutiger, schonender Eingriff
  • kurzer Krankenhausaufenthalt
  • keine Strahlenbelastung
  • Eingriff wiederholbar
  • kein Ausschluss weiterer Therapieoptionen

Wir helfen Ihnen gern

Sollte bei Ihnen der Verdacht auf einen Prostatatumor vorliegen, wenden Sie sich gern an uns. Wir besprechen mit Ihnen individuell die für Sie geeigneten Therapiemöglichkeiten.

 

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