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Fokale Therapie des Prostatakarzinoms

Ziel der fokalen Therapie des Prostatakarzinoms ist die Behandlung des Tumors ohne die Prostata selbst zu behandeln. So können Nebenwirkungen einer radikalen Therapie (Operation oder Bestrahlung) reduziert werden und die Prostata erhalten werden. Wichtig für eine erfolgreiche Durchführung der fokalen Therapie ist die exakte Lokalisation des Tumors durch eine innovative Bildgebung wie MRT, sowie innovativste Technologie zur Behandlung.

Gründe für eine fokale Therapie

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes in der westlichen Welt. Die Erkrankung kann dabei sehr unterschiedlich verlaufen. Bei aggressiven Tumoren, ist ein Überlebensvorteil durch die radikale Therapie (Operation oder Bestrahlung) klar bewiesen ist. Dennoch kann eine radikale Therapie mit Nebenwirkungen verbunden sein, die sich oft in Einschränkungen von Kontinenz und Potenz manifestieren. Durch die PSA-basierte Vorsorge werden vermehrt wenig aggressive Tumore entdeckt, die nur langsam voranschreiten. In solchen Fällen besteht bei einer radikalen Therapie die berechtigte Angst vor Übertherapie. Sie sollte daher vermieden werden.

Bei Patienten so genannten very low risk Tumore, die sehr wenig aggressiv sind, kann unter festgelegten Bedingungen eine aktive Überwachung (Active Surveillance) empfohlen werden.

So soll mit Hilfe regelmäßiger PSA-Kontrollen und Nachbiopsien der Prostata der Zeitpunkt einer radikalen Therapie hinausgezögert werden.  Da die Überwachung bei Prostatakrebs mit einer psychischen Belastung einhergeht, entscheiden sich viele Patienten dennoch für eine radikale Therapie. Die fokale Therapie ist ein angenehmer Kompromiss dieser beiden Formen und zwischen Activer Surveillance und radikaler Therapie anzusiedeln.

Funktionsweise der fokalen Therapie

Die fokale Therapie wird mit Focal One, der aktuell modernsten Weiterentwicklung des Hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU), durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine minimal-invasive Technologie, die eine gezielte lokale Behandlung von Prostatagewebe mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt ermöglicht. Mit Hilfe des HIFUs wurden in den letzten 30 Jahren weltweit rund 30.000 Behandlungen von Prostatakrebs durchgeführt.

Besonders beim Focal One ist, dass Bilddateien eines Prostata-MRTs eingelesen und für die weitere Planung der Behandlung verwendet werden können. Gemeinsam mit einem spezialisierten Radiologen werden die Umrisse der Prostata und der Tumorareale eingezeichnet. Anschließend kann Focal One das Ultraschallbild der Prostata und die MRT-Bilder übereinanderlegen, wodurch die Tumorareale sichtbar werden. Als Grundlage der Behandlungsplanung verwendet der Arzt dann diese Bilder.

Focal One enthält neben dem diagnostischen Ultraschall zur Darstellung der Prostata zudem auch einen Behandlungsultraschall. Dieser wird fokussiert auf bestimmte Areale der Prostata abgegeben. An Stellen, an den der Ultraschall gebündelt auftritt, bildet sich eine begrenzte Nekrose (abgestorbenes Gewebe) aus. Ziel ist es das Tumorareal zu nekrotisieren und gesundes Gewebe zu schonen.

Behandlungsablauf

Je nach Größe des zu behandelnden Bereichs dauert die Behandlung mit Focal One zwischen 30 und 60 Minuten. Zu Beginn wird die Narkose eingeleitet. Währenddessen liegt der Patient in Rechtsseitenlage auf dem Operationstisch. Anschließend wird die Behandlungssonde über den Enddarm eingeführt. Der Arzt plant das Behandlungsgebiet am Computer. Die Behandlung von Focal One wird dann robotisch durchgeführt. Das Tumorgebe wird nun durch gebündelte Ultraschallwellen zerstört. Abschließend ist eine erste Kontrolle des Therapieerfolges durch die Gabe von Ultraschall-Kontrastmittel möglich. Der Arzt kann so erkennen, welche Teile der Prostata durch die Behandlung nicht mehr durchblutet werden.

 

Sie können das Krankenhaus meist bereits zwei Tage nach der Behandlung verlassen. Die Kosten der HIFU-Operation werden in der Regel von Ihrer Krankenkasse getragen.

Voruntersuchung und Vorbereitung

Vor dem Start der fokalen Therapie muss eine erweiterte Diagnostik durchgeführt werden, damit der Tumor innerhalb der Prostata genau lokalisiert ist. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da das Prostatakarzinom meistens an mehreren Stellen innerhalb der Prostata auftritt (multifokal).

Um die Lage aggressiver Tumorherde einzugrenzen, ist eine spezielle Kernspintomographie erforderlich. Durch Ultraschallfusion können von diesen Bereichen gezielte Probenentnahmen durchgeführt werden. Liegen alle Befunde vor, kann gemeinsam mit dem Patienten besprochen werden, ob eine fokale Therapie durchgeführt werden kann.

Was geschieht nach der Therapie?

Nach Ihrer Therapie sind regelmäßige Nachuntersuchungen vorgesehen, die etwas aufwändiger sind als nach einer Operation oder Bestrahlung. Es müssen regelmäßige Kontrollen des PSA-Wertes durchgeführt werden und Abtastungen der Prostata erfolgen. Zudem muss die Prostata nach 6 – 12 Monate mit einer erneuten MRT-Untersuchung kontrolliert werden und auch mit einer Prostatastanzbiopsie überprüft werden, ob die Areale gänzlich frei von Tumorgewebe sind. Ergänzend erfassen wir mittels standardisierter Fragebögen Ihre Lebensqualität, sowie mögliche Nebenwirkungen.

Wir führen mit Ihnen gerne ein ausführliches und individuelles Gespräch durch, ob die fokale Therapie die beste Vorgehensweise für Ihre Gesundheit ist.

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