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Erkrankungen der Gallenwege / Gallenblase

Die Produktion der Gallenflüssigkeit findet in der Leber statt. Über ein Gangsystem wird die Gallenflüssigkeit von der Leber zum Dünndarm transportiert, wo sie die Verdauung der Nahrungsbestandteile mit bewirkt. Die Gallenblase ist ein Organ, unterhalb der Leber welche zur Speicherung der Gallenflüssigkeit dient.

Wichtig für die Verdauungsfunktion des Magen-Darm-Trakts ist die Produktion und Sekretion (Bildung und Absonderung) von Gallenflüssigkeit. In den Gallenwegszellen wird die hochpotente Gallenflüssigkeit produziert. Sie ermöglicht die Aufnahme spezieller Nährstoffe und Fette aus der verdauten Nahrung. Die Galle wird zunächst in der Gallenblase eingelagert und eingedickt. Bei Bedarf wird sie auf einen chemischen Reiz hin über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben. Der sogenannte Hauptgallengang geht von der Gallenblase ab, verläuft durch den Kopfteil der Bauchspeicheldrüse und mündet in den Zwölffingerdarm.

Bei der Behandlung von Erkrankungen der Gallenwege ist unser Team sehr versiert. Ihre Fragen zu Diagnostik und Therapie beantworten wir Ihnen gerne – gemeinsam finden wir das für Sie persönlich geeignete Behandlungskonzept.

Gutartige Krankheitsbilder

Gallenblasensteine (Cholezystolithiasis)

Gallensteine weisen einen Durchmesser zwischen wenigen Millimetern und einigen Zentimetern auf. Manche Patienten leiden nur unter einem Gallenblasenstein (Solitärstein). Andere Patienten haben mehrere oder sogar sehr viele Steine in der Gallenblase. Kleine Steine können in den Hauptgallengang wandern und dort den Gallenabfluss verhindern. Betroffen sind zumeist leicht übergewichtige Frauen mittleren Alters mit hellem Hauttyp.

Zahlreiche Patienten mit Gallenblasensteinen können bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere fettreiche, nicht mehr gut vertragen. Typischerweise leiden sie an starken, wellenförmig an- und abschwellenden Schmerzen im rechten Oberbauch (Koliken). Diese können bis in die rechte Schulter oder die rechte Rückenseite ausstrahlen. Diese Koliken treten vorwiegend in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme auf. Klemmt sich ein Stein in dem Ausführungsgang zwischen Gallenblase und Zwölffingerdarm ein, tritt eine Gelbfärbung der Haut auf. Zudem entfärbt sich der Stuhl und der Urin wird braun. Damit einher gehen Schmerzen im rechten Oberbauch. Wiederholte Gallenkoliken können zu einer Entzündung der gesamten Gallenblase führen, wodurch sich ihre Wand verdickt.

Ihre persönliche Behandlungsstrategie erarbeiten wir auf Basis unserer präzisen Untersuchungen. Gemeinsam mit Ihnen stimmen wir jeden Schritt der Diagnostik und Therapie ab.

Diagnostik

Um Gallensteine festzustellen, führen unsere Fachärzte eine Ultraschalluntersuchung (ein bildgebendes, röntgenstrahlenfreies Verfahren) durch. Bevor wir eine Operation erwägen, führen wir eine Magenspiegelung durch, um Erkrankungen am Magen und am Zwölffingerdarm auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.

Treten Beschwerden und Koliken wiederholt auf, die auf eine Gallenblasenentzündung oder Gallenblasensteine zurückzuführen sind, raten wir die Entfernung der Gallenblase an. Mit unseren Patienten führen wir zuvor ein ausführliches Gespräch, in dem wir über das operative Verfahren aufklären und Fragen umfassend beantworten.

Therapie: Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie)

Die Gallenblase funktioniert zwar als ein Speicher, ist jedoch nicht lebensnotwendig. Ihre operative Entfernung verläuft meist völlig unkompliziert. Möglicherweise werden besonders fettreiche Speisen nach der Entfernung der Gallenblase nicht mehr gut vertragen.

Die Gallenblasenentfernung ist eine klassische chirurgische Operation. Unsere Experten führen diesen Eingriff meist minimalinvasiv (in schonender Schlüssellochtechnik) im sogenannten Rendezvous-Verfahren durch. Dies bedeutet: Während der Operation sind die Gallensteine in einem Röntgenbild sichtbar, sie werden über ein durch den Magen in den Zwölffingerdarm vorgeschobenes Endoskop (ein medizinisches, röhrenförmiges Sichtinstrument) entfernt. Dieses Vorgehen hat die offen-operative Ausräumung des Gallengangs weitestgehend ersetzt, sodass der hiermit verbundene quere Hautschnitt am Oberbauch entfällt. Beispielsweise bei sehr starken Verwachsungen nach vorherigen Operationen ist die Schlüssellochtechnik aufgrund technischer Aspekte nicht anwendbar. Unsere erfahrenen Operateure können dann auf das herkömmliche Verfahren mit Bauchschnitt wechseln. Die Einlage einer Drainage (Einführen eines Gummi- oder Glasröhrchens zur Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen) in den Hauptgallengang kann notwendig werden. Sie wird über die Bauchdecke ausgeleitet und verbleibt für etwa 10 Tage im Körper. Anschließend wird sie ohne weiteren operativen Eingriff gezogen.

Gallengangssteine (Choledocholithiasis)

Gerät das Verhältnis der Stoffe in der Gallenflüssigkeit aus dem Gleichgewicht, können sich Gallensteine (Cholelithiasis) bilden. Kleine Steine können auch in den Hauptgallengang wandern, der die Gallenblase mit dem Zwölffingerdarm verbindet. Dort verhindern sie den Gallenabfluss, sodass sich die Gallenflüssigkeit aufstaut. Sie reichert sich folglich im ganzen Körper an und verursacht Gelbsucht (Ikterus). Zahlreiche Patienten mit Gallenblasensteinen vertragen bestimmte Speisen, insbesondere fetthaltige, nicht mehr. Typischerweise treten wellenförmig an- und abschwellende Schmerzen im rechten Oberbauch (Koliken) auf. Diese Koliken können bis in die rechte Schulter oder auch die rechte Rückenseite ausstrahlen. Sie treten vorwiegend bedingt durch die Nahrungsaufnahme auf. Neben der individuell auf Sie abgestimmten Schmerztherapie können unsere Fachärzte Gallengangsteine endoskopisch entfernen, mithilfe eines medizinischen, röhrenförmigen Sichtinstruments. Dadurch ist der Eingriff sehr schonend. Zudem bieten wir die Entfernung der nicht lebensnotwendigen Gallenblase an. Welche Therapie für Sie am besten geeignet ist, stimmen unsere Experten individuell mit Ihnen ab.

Bösartige Krankheitsbilder

Gallenblasenkarzinom

Bösartige Karzinome der Gallenblase treten insgesamt sehr selten auf. Sie machen weniger als 0,5 % aller Krebserkrankungen aus. Häufig werden sie zufällig nach einer aufgrund von Steinen erfolgten Gallenblasenentfernung entdeckt. Es ist anzunehmen, dass ein jahrelanger Entzündungsreiz in der Gallenblase die bösartige Entartung von Zellen auslöst.

Gallenblasenkarzinome sind sehr schnell wachsende und aggressive Tumore. Die Therapie erfolgt durch die chirurgischen Entfernung der Gallenblase einschließlich des an die Gallenblase angrenzenden Lebergewebes. Liegt ein Zufallsbefund vor, so müssen unsere Mediziner deshalb in einer zweiten Operation das entsprechende Lebergewebe entfernen. Da bösartige Karzinome der Gallenblase nur selten auftreten, handelt es sich um Ausnahmefälle.

Bei einer Operation aufgrund eines gesicherten Befunds oder bei dem Verdacht auf einen Gallenblasentumor bevorzugen wir ein offenes, herkömmliches Operationsverfahren. Nach der Entfernung der Gallenblase haben Patienten allgemein keine Beschwerden. Jedoch kann es sein, dass sie nach der Operation besonders fettreiche Speisen nicht mehr so gut vertragen, da die Speicher-Funktion der Gallenblase für die in der Leber produzierte Galle wegfällt.

Gallenwegskarzinom

Bösartige Tumore der Gallenwege können im gesamten Bereich der Gallenwege entstehen – bereits in der Leber (intrahepatisches cholangiozelluläres Karzinom oder CCC), an der Leberpforte (Klatskin-Tumor) oder im Verlauf des in den Zwölffingerdarm mündenden Gallengangs (extrahepatisches cholangiozelluläres Karzinom). Unabhängig von seiner Lage geht der Tumor stets von der gleichen Zellreihe, nämlich den Gallengangszellen, aus. Gallenwegskarzinome sind seltene Erkrankungen. Jährlich werden nur ein bis zwei Fälle unter 100.000 Einwohnern festgestellt.

Betroffene sind lange Zeit symptomfrei, verspüren also keine Beschwerden, sodass die Diagnose zumeist erst in fortgeschrittenen Tumorstadien (Entwicklungsstufen) erfolgt. Ein typisches, insbesondere bei Tumoren des Hauptgallengangs auftretendes, Krankheitszeichen ist die unvermittelte, schmerzlose Gelbfärbung der Haut und Schleimhaut (Ikterus). Dennoch sind Gallenwegstumore schwer zu diagnostizieren, da ihre weiteren Symptome wie Schwäche, ungewollter Gewichtsverlust und Leistungsminderung, unspezifisch sind. Wenden Sie sich bei Beschwerden an einen Arzt ihres Vertrauens.

Durch die vollständige Entfernung des Gallenwegkarzinoms können Betroffene erfolgreich therapiert werden. Ein Ziel unserer Operateure ist dabei, die Galletransportwege wiederherzustellen, sodass die Galle ungehindert in den Verdauungstrakt gelangt. Die notwendigen Operationen schließen oft eine ausgedehnte Entfernung von Lebergewebe ein. Selbstverständlich klären unsere Experten Sie vor der Operation umfassend auf und beantworten alle Ihre Fragen.

Der Klatskin-Tumor ist eine spezielle Unterform des Gallengangstumors in der Leberpforte. Eine Operation in diesem Gebiet ist hochkomplex. Unser Chefarzt Prof. Oldhafer zählt in diesem Bereich zu den erfahrensten Chirurgen. Sowohl bei einem Tumor am Übergang des Gallengangs in den Zwölffingerdarm als auch bei einem Tumor der Bauchspeicheldrüse wenden unsere Fachärzte die Whipplesche Operation an.

Wir helfen Ihnen gerne weiter

Wir behandeln schwerpunktmäßig sowohl gutartige als auch bösartige Erkrankungen der Leber und der Gallenwege. Unsere Spezialisten helfen Ihnen mit modernsten Behandlungsmethoden und langjähriger Erfahrung. Gerne beantworten wir Ihnen alle Ihre Fragen.

Allgemeine Sprechstunde

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