Erkrankungen der Gallenblase

Die birnenförmige Gallenblase ist ein Hohlorgan. Sie liegt an der Unterseite der Leber und hält die Galle vor. Hier wird die Gallenflüssigkeit eingedickt und gespeichert. Sendet der Verdauungstrakt einen Reiz aus, gibt die Gallenblase die Galleflüssigkeit frei.

In der eingedickten Gallenflüssigkeit können sich Steine, sogenannte Gallensteine, bilden. Diese stellen die häufigste Erkrankung der Gallenblase dar. Gallenblasenkrebs entsteht, wenn die Zellen der Gallenblase entarten.

Informieren Sie sich auch gerne bei uns über mögliche Vorsorgeuntersuchungen – je rechtzeitiger unsere Experten Erkrankungen erkennen, umso besser sind die Behandlungsaussichten.

Krankheitsbilder

Gallensteine (Cholecystolithiasis)

Gallensteine weisen einen Durchmesser zwischen wenigen Millimetern und einigen Zentimetern auf. Manche Patienten leiden nur unter einem Gallenblasenstein (Solitärstein). Andere Patienten haben mehrere oder sogar sehr viele Steine in der Gallenblase. Kleine Steine können in den Hauptgallengang wandern und dort den Gallenabfluss verhindern. Betroffen sind zumeist leicht übergewichtige Frauen mittleren Alters mit hellem Hauttyp.

Zahlreiche Patienten mit Gallenblasensteinen können bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere fettreiche, nicht mehr gut vertragen. Typischerweise leiden sie an starken, wellenförmig an- und abschwellenden Schmerzen im rechten Oberbauch (Koliken). Diese können bis in die rechte Schulter oder die rechte Rückenseite ausstrahlen. Diese Koliken treten vorwiegend in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme auf. Klemmt sich ein Stein in dem Ausführungsgang zwischen Gallenblase und Zwölffingerdarm ein, tritt eine Gelbfärbung der Haut auf. Zudem entfärbt sich der Stuhl und der Urin wird braun. Damit einher gehen Schmerzen im rechten Oberbauch. Wiederholte Gallenkoliken können zu einer Entzündung der gesamten Gallenblase führen, wodurch sich ihre Wand verdickt.

Ihre persönliche Behandlungsstrategie erarbeiten wir auf Basis unserer präzisen Untersuchungen. Gemeinsam mit Ihnen stimmen wir jeden Schritt der Diagnostik und Therapie ab.

Diagnostik

Um Gallensteine festzustellen, führen unsere Fachärzte eine Ultraschalluntersuchung (ein bildgebendes, röntgenstrahlenfreies Verfahren) durch. Bevor wir eine Operation erwägen, führen wir eine Magenspiegelung durch, um Erkrankungen am Magen und am Zwölffingerdarm auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.

Treten Beschwerden und Koliken wiederholt auf, die auf eine Gallenblasenentzündung oder Gallenblasensteine zurückzuführen sind, raten wir die Entfernung der Gallenblase an. Mit unseren Patienten führen wir zuvor ein ausführliches Gespräch, in dem wir über das operative Verfahren aufklären und Fragen umfassend beantworten.

Therapie: Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie)

Die Gallenblase funktioniert zwar als ein Speicher, ist jedoch nicht lebensnotwendig. Ihre operative Entfernung verläuft meist völlig unkompliziert. Möglicherweise werden besonders fettreiche Speisen nach der Entfernung der Gallenblase nicht mehr gut vertragen.

Die Gallenblasenentfernung ist eine klassische chirurgische Operation. Unsere Experten führen diesen Eingriff meist minimalinvasiv (in schonender Schlüssellochtechnik) im sogenannten Rendezvous-Verfahren durch. Dies bedeutet: Während der Operation sind die Gallensteine in einem Röntgenbild sichtbar, sie werden über ein durch den Magen in den Zwölffingerdarm vorgeschobenes Endoskop (ein medizinisches, röhrenförmiges Sichtinstrument) entfernt. Dieses Vorgehen hat die offen-operative Ausräumung des Gallengangs weitestgehend ersetzt, sodass der hiermit verbundene quere Hautschnitt am Oberbauch entfällt. Beispielsweise bei sehr starken Verwachsungen nach vorherigen Operationen ist die Schlüssellochtechnik aufgrund technischer Aspekte nicht anwendbar. Unsere erfahrenen Operateure können dann auf das herkömmliche Verfahren mit Bauchschnitt wechseln. Die Einlage einer Drainage (Einführen eines Gummi- oder Glasröhrchens zur Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen) in den Hauptgallengang kann notwendig werden. Sie wird über die Bauchdecke ausgeleitet und verbleibt für etwa 10 Tage im Körper. Anschließend wird sie ohne weiteren operativen Eingriff gezogen.

Gallenblasenkarzinom

Bösartige Karzinome der Gallenblase treten insgesamt sehr selten auf. Sie machen weniger als 0,5 % aller Krebserkrankungen aus. Häufig werden sie zufällig nach einer aufgrund von Steinen erfolgten Gallenblasenentfernung entdeckt. Es ist anzunehmen, dass ein jahrelanger Entzündungsreiz in der Gallenblase die bösartige Entartung von Zellen auslöst.

Gallenblasenkarzinome sind sehr schnell wachsende und aggressive Tumore. Die Therapie erfolgt durch die chirurgischen Entfernung der Gallenblase einschließlich des an die Gallenblase angrenzenden Lebergewebes. Liegt ein Zufallsbefund vor, so müssen unsere Mediziner deshalb in einer zweiten Operation das entsprechende Lebergewebe entfernen. Da bösartige Karzinome der Gallenblase nur selten auftreten, handelt es sich um Ausnahmefälle.

Bei einer Operation aufgrund eines gesicherten Befunds oder bei dem Verdacht auf einen Gallenblasentumor bevorzugen wir ein offenes, herkömmliches Operationsverfahren. Nach der Entfernung der Gallenblase haben Patienten allgemein keine Beschwerden. Jedoch kann es sein, dass sie nach der Operation besonders fettreiche Speisen nicht mehr so gut vertragen, da die Speicher-Funktion der Gallenblase für die in der Leber produzierte Galle wegfällt.

Wir helfen Ihnen gerne weiter

Die Behandlung von gutartigen und bösartige Erkrankungen der Gallenblase nehmen wir schwerpunktmäßig vor. Sie werden mit modernsten Behandlungsmethosen und langjähriger Erfahrung umfassend versorgt. Kontaktieren Sie uns gerne bei Fragen.

Allgemeine Sprechstunde

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