Speicherkrankheiten

Morbus Fabry


Morbus Fabry ist eine seltene Stoffwechselstörung, die durch einen genetischen (= vererbten) Defekt hervorgerufen wird.

Bei dieser Erkrankung fehlt den Patienten das Enzym alpha-Galaktosidase A (α-GAL A) in vollem Umfang, oder sie produzieren zu wenig davon. Dadurch sammeln sich Stoffwechselprodukte in unterschiedlichen Zelltypen an und beeinträchtigen die Funktion zahlreicher Organe. Dies verursacht vielfältige Symptome an Haut, Muskeln, Gelenken und Organen und kann im weiteren Verlauf zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder zur Dialysepflicht führen.

Es gibt sehr unterschiedliche Verläufe mit unterschiedlichen Organmanifestationen:
Nervensystem: Innenohrschwerhörigkeit, Hitzeintoleranz, Tinnitus
Gastrointestinaltrakt: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, postprandiale Flatulenz und Schmerzen, verfrühtes Sättigungsgefühl, Kachexie
Haut: Angiokeratome, Hypohidrose
Augen: Linsen- und Hornhauttrübungen („Cornea verticiliata“), Retinale oder konjunktivale Vaskulopathie
Nieren: Mikroalbuminurie, Proteinurie, Beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit, Gesteigerte Urin-Gb3 Exkretion
Herz: Verringerte Herzfrequenzvariabilität, Arrhythmien, EKG Veränderungen (verkürzte PR Zeit)

Zusätzlich bestehen häufig Gelenk- und Knochenschmerzen, die in Form sogenannter „Fabry-Krisen“ auftreten, dann gemeinsam mit Parästhesien der Extremitäten. Im Allgemeinen besteht auch eine starke Erschöpfbarkeit („Fatigue“).

Im Echokardiogramm kann eine konzentrische Hypertrophie nachgewiesen werden, oft auch eine Dilatation der Aortenwurzel,  in der Nierenbiopsie typische Ablagerungen in den Podozyten, im Angio-MRT des Schädels Gefäßdilatationen, intrazerebrale Läsionen, im Bereich des Skelettsystems zeigt sich eine generalisierte Osteopenie. Wirbelkörperfrakturen sind häufig. Bei männlichen Patienten besteht oft eine Azoospermie, häufig sind auch eine Hypothyreose, sowie ein Lymphödem. Der Erbgang ist X-chromosomal.

Therapeutisch wird eine Enzymersatztherapie (Agalsidase) durchgeführt, außerdem kommen symptomatische Maßnahmen wie z.B. eine schmerzdistanzierende Behandlung bei der Neuropathie in Betracht.

 

Morbus Gaucher

Morbus Gaucher ist eine vererbte Stoffwechselstörung, bei der im Körper zu wenig von einem Enzym namens Beta-Glukozerebrosidase produziert wird.

Die Symptome eines Morbus Gaucher können unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von leicht bis sehr schwer. Da das „Abbau-Enzym“ Beta-Glukozerebrosidase nicht bzw. nur unzureichend zur Verfügung steht oder defekt ist, reichert sich der zuckerhaltige Fettstoff Glukozerebrosid in einem bestimmten Zelltyp des Immunsystems, den sogenannten Makrophagen (Fresszellen) an. Dies betrifft vor allem Leber, Milz und das Knochenmark; aber auch andere Gewebe, wie das Nervensystem, die Lungen, das Herz und die Nieren können betroffen sein.

Die Folgen sind Vergrößerungen und Funktionsstörungen der betroffenen Organe. Dies führt typischerweise zu Blutarmut (= Anämie), Müdigkeit, Leistungsminderung, Blutungsneigung bzw. häufigen Blutergüssen, Knochenschmerzen, Gelenkkomplikationen und Knochenbrüchen. Bei Kindern sind Wachstumsstörungen typisch.

Therapie ist der Enzymersatz oder die Synthese-Inhibitions-Therapie.
Differenzialdiagnostische Abklärung bei Fieber bzw. Entzündungsparametern unklarer Ursache
Hier werden zunächst häufigere Ursachen wie Infektionen abgeklärt, und dann, je nach Alter und einem Algorithmus folgend, andere Ursachen wie Malignome, Vaskulitiden, Kollagenosen ausgeschlossen. Die Aufklärung der Ursache gelingt nach neuerer Literatur nur in ca. 70 % der Fälle, am häufigsten werden hämatologische Grunderkrankungen oder Infektionen gefunden, gefolgt von entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen.

 

Morbus Niemann-Pick

Die Erkrankung wird auch als Sphingomyelin-Cholesterol- Lipidose bezeichnet. Eigentlich handelt es sich um eine Gruppe autosomal-rezessiv vererbter Erkrankungen, die mit einer Splenomegalie, variablen neurologischen Ausfällen und der Speicherung von Sphingomyelin in den Organen einhergeht. Es werden zwei Hauptgruppen unterschieden. Typ A und B sind durch Mutationen im Sphingomyelin Phosphodiesterase-1 Gen verursacht, es besteht ein Mangel an saurer Sphingomyelinase. Typ C ist durch Mutationen des NPC1 und NPC2 Gens bedingt, die zu einer Behinderung des Transports und der intrazellulären Prozessierung von LDL Cholesterin führt.

Typ B und C können auch erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden, bei Typ B besteht eine Hepatosplenomegalie und eine durch den Hypersplenismus bedingte Thrombozytopenie. Neurologisch bestehen lediglich verlängerte Nervenleitgeschwindigkeiten. Laborchemisch fällt vor allem eine Erhöhung des LDL Cholesterins und eine Erniedrigung des HDL Cholesterins auf, sowie eine Hypertriglyceridämie. Bei Typ C sind fast immer eine Leber-, Milz und/oder Lungenbeteiligung vorhanden und geht den neurologischen Symptomen voraus. Neurologisch kommt es aufgrund einer Kleinhirnbeteiligung zu einer Gangataxie. Bei Typ B und C wird in der entsprechenden Bildgebung eine Hirnatrophie gefunden.

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