Nierenbeteiligung bei immunologischen Systemerkrankungen

Wir bieten Patienten mit entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen Rat und Hilfe, bei denen die Niere betroffen ist. Am häufigsten kommen die unten angeführten Erkrankungen vor. Nierenbeteiligungen gibt es auch bei anderen Vaskulitiden und bei manchen Arthritiden sowie bei den autoinflammatorischen Krankheiten und bei Stoffwechselerkrankungen.

Nephrologisch-Rheumatologische Sprechstunde

Nierenbeteiligung bei Lupus

Besteht ein Systemischer Lupus Erythematodes (SLE), sollte kontrolliert werden, ob eine Nierenbeteiligung vorliegt. Hinweise hierfür sind zum Beispiel eine Einschränkung der Nierenfunktion, eine Eiweißausscheidung im Urin, Bluthochdruck oder ein aktives Urinsediment. Letzteres beinhaltet beispielsweise den Nachweis von Akanthozyten, die auf eine glomeruläre Blutungsquelle hinweisen, den Nachweis von Leukozyten im Urin, ohne dass ein offensichtlicher Infekt als Ursache vorliegt, sowie den Nachweis von Erythrozyten- und Leukozytenzylindern. Die Bestätigung für eine Beteiligung der Niere beim Lupus, das heißt einer Lupus Nephritis, erfolgt durch eine Nierenbiopsie. Das Ergebnis der Nierenbiopsie bildet dann die Grundlage für die Entscheidung über eine weitergehende Therapie.

Nierenbeteiligung bei Systemischer Sklerose

Die Niere ist bei der Systemischen Sklerose in etwas weniger als der Hälfte der Fälle beteiligt, bei etwa 40 bis 50 % der Patienten. Hinweise für eine Beteiligung der Niere sind dann oft Bluthochdruck, eine Eiweißausscheidung im Urin oder eine eingeschränkte Nierenfunktion.

Die Nierenbeteiligung bei der Systemischen Sklerose kann selten auch sehr schwer verlaufen und sich als plötzlich auftretende Einschränkung der Nierenfunktion äußern, zusammen mit schwerem Bluthochdruck mit diastolischen Werten von über 110 Millimeter Quecksilbersäule, begleitet von einer Eiweißausscheidung und Hämaturie. Hier spricht man dann von einer renalen Krise.

Nierenbeteiligung beim Sjögren-Syndrom

Etwa ein Drittel der Patienten mit Sjögren-Syndrom entwickelt eine Beteiligung der Niere am Krankheitsgeschehen. Hier kann es zum Beispiel zu einer Nierenentzündung kommen, einer sogenannten Nephritis.

Nierenbeteiligung bei ANCA-assoziierter Vaskulitis

Zu den ANCA-assoziierten Vaskulitiden gehören zum Beispiel:

  • die Granulomatose mit Polyangitis (GPA, früher: „Wegenersche Granulomatose“)
  • die mikroskopische Polyangitis (MPA)
  • die Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA, früher: „Churg-Strauss-Syndrom“ (CSS))
  • die renal limitierte Vaskulitis

 

Eine Nierenbeteiligung tritt bei der GPA und MPA typischerweise zusammen mit einem Befall anderer Organe auf. In der feingeweblichen Untersuchung der Niere findet sich dann klassischerweise eine pauci-immune nekrotisierende Glomerulonephritis. Allerdings kann bei manchen Patienten auch eine auf die Niere beschränkte Vaskulitis vorliegen, eine renal limitierte Vaskulitis.

Sobald Sie die Diagnose einer ANCA-assoziierten Vaskulitis bekommen haben, sollte so schnell wie möglich eine Therapie beginnen. Rasches Handelns ist sehr wichtig, da Ihre Prognose umso besser ist, je weniger die Niere schon in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

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