Pneumonie und Pleuritis – was ist das?

„Pneumonie“ ist der medizinische Fachbegriff für eine Lungenentzündung. Im Gegensatz zur einfachen Bronchitis ist bei der Pneumonie das gesamte Lungengewebe betroffen und der Verlauf in der Regel schwerer. Die Pneumonie ist eine der häufigsten Ursachen für eine Einweisung ins Krankenhaus.
Pleuritis ist der medizinische Fachbegriff für eine Rippenfellentzündung (Rippenfell = Pleura).

„Pleuritis“ (von Pleura: Rippenfell) ist der medizinische Fachbegriff für eine Rippenfellentzündung.

Pneumonien werden heutzutage danach eingeteilt, ob sie zu Hause (ambulant erworbene Pneumonie oder auch community acquired pneumonia, CAP) oder im Krankenhaus erworben worden sind (nosokomiale Pneumonie). Diese Unterteilung ist wichtig für die antibiotische Therapie, da sich das Erregerspektrum der beiden Pneumonieformen deutlich unterscheidet. Daneben spielen Risikofaktoren wie Vorerkrankungen (zum Beispiel Herzinsuffizienz) eine wichtige Rolle für die Behandlung.

Die Pleuritis bezeichnet eine Entzündung des Rippenfells. Dieses umkleidet den Brustkorb von innen und grenzt an das Lungenfell, das die Lunge nach außen hin umschließt. Zwischen Rippen- und Lungenfell existiert unter normalen Bedingungen ein minimaler, mit Flüssigkeit gefüllter Spalt, der ein Gleiten der beiden Häute gegeneinander und somit die Atembewegungen ermöglicht. Bei Entzündungen der Pleura kommt es zu vermehrter Flüssigkeitsabsonderung mit der Ausbildung von Ergüssen innerhalb der Brusthöhle, sogenannten Pleuraergüssen. Eine Pneumonie und eine Pleuritis treten oft gemeinsam auf. Man spricht dann von einer Pleuropneumonie.

Die Behandlung von Patienten mit Pneumonie und Pleuritis bildet einen der Schwerpunkte unserer Abteilung. Mit umfassendem Fachwissen sind wir für Ihre Diagnostik und Therapie da.

Ursachen

Eine Pneumonie wird in der Regel durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Pilze oder Parasiten spielen eine untergeordnete Rolle und treten unter anderem bei Patienten mit einer Schwächung des Immunsystems auf, beispielsweise bei einer HIV-Infektion oder unter einer Chemotherapie. Das Spektrum möglicher Erreger hängt auch davon ab, ob die Pneumonie zu Hause (CAP) oder im Krankenhaus (nosokomiale Pneumonie) erworben wurde.

Eine Pleuritis kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Bakterien, die eine Pneumonie auslösen, können auch eine Pleuritis verursachen, zumal Pneumonie und Pleuritis oft zusammen auftreten. Auch Viren spielen eine wichtige Rolle. Daneben ist bei einer Pleuritis auch immer an eine Tuberkulose zu denken. Pilze und Parasiten sind in unseren Breitengraden selten die Ursache. Auch Krebserkrankungen und Autoimmunerkrankungen als nichtinfektiöse Ursachen können zu einer Pleuritis führen.

Symptome

Es gibt typische und atypische Verläufe einer Pneumonie, die auch als typische und atypische Pneumonie bezeichnet werden. Bei ersterer Form treten hohes Fieber, Husten mit eitrigem Auswurf, Luftnot, Brustschmerzen und ein starkes allgemeines Krankheitsgefühl auf. Die Symptomatik beginnt in der Regel akut, das heißt innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen. Bei der atypischen Form kommt es zu erhöhter (subfebriler) Temperatur, Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie – wenn auch vergleichsweise seltener – zu trockenem Husten und Luftnot. Wichtig ist zu wissen, dass sich eine Pneumonie im hohen Lebensalter völlig untypisch äußern kann, beispielsweise nur durch Schwäche, Schläfrigkeit oder Verwirrtheit.

Die Pleuritis führt zu starken atemabhängigen Brustschmerzen und weiteren Symptomen wie Fieber und Husten. Kommt es bei einer Pneumonie zu Brustschmerzen, so ist in der Regel von einer begleitenden Pleuritis auszugehen, sogenannter Pleuropneumonie.

Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?

Bei typischen Symptomen einer Pneumonie wie Fieber, Luftnot oder Husten mit Auswurf sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Auch länger anhaltende grippale Beschwerden mit Husten und Luftnot oder atemabhängige Brustschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden. Meist wird dies ein niedergelassener Arzt (Hausarzt, Internist oder Pneumologe) tun. Dieser wird eine Behandlung einleiten oder bei schweren Fällen eine stationäre Einweisung veranlassen. Im Notfall ist eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus jederzeit bei uns, über die Zentrale Notaufnahme der Asklepios Klinik Altona, möglich – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Für eine stationäre Abklärung stehen wir Ihnen natürlich auch immer zur Verfügung.

Wann muss ich den Rettungsdienst und den Notarzt rufen?

Bei starker Luftnot, Husten mit eitrigem Auswurf und hohem Fieber unter anderem in Verbindung mit weiteren Symptomen wie atemabhängigen Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel oder Müdigkeit, sollte ein Notarzt gerufen werden, da eine schwere, lebensbedrohliche Pneumonie vorliegen kann und die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) besteht. Die Erstbehandlung erfolgt in der Zentralen Notaufnahme und dann je nach Schwere der Pneumonie auf einer Normal- oder Intensivstation.

Im Zweifel immer:  112

Was tun wir für Patienten mit Pneumonie und Pleuritis?

Nach der Aufnahme wird zunächst geprüft, ob eine lebensbedrohliche Situation vorliegt und ob eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich ist.

An erster Stelle der Behandlung einer Pneumonie steht die antibiotische Therapie. Nach den ersten notwendigen diagnostischen Schritten (Blutentnahme und Röntgenbild der Lunge sowie Punktion des Rippenfells bei größeren Ergüssen) bekommt unser Patient noch in der Notaufnahme ein Antibiotikum, das das zu erwartende Keimspektrum abdeckt. Sollte eine Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxämie) bestehen, gleichen wir dieses Defizit aus. Ist es schwer und/oder liegt ein erhöhter Kohlendioxidwert (Hyperkapnie) im Blut vor, ist in der Regel eine Behandlung auf der Intensivstation mit Beatmung erforderlich.

Außerdem bekommt der Patient kreislaufunterstützende Medikamente, Mittel gegen Fieber und Schmerzen sowie eine Prophylaxe gegen Blutgerinnsel (Thromboseprophylaxe). Daneben spielen Atem- und Physiotherapie eine wichtige Rolle.

Bei einer Pleuritis ist es in vielen Fällen erforderlich, einen Schlauch zum Abfließen von Flüssigkeit in die Brusthöhle zu legen (Thoraxdrainage). Sollte sich bereits Eiter in der Brusthöhle gesammelt haben (Pleuraempyem), ist eine Operation erforderlich.

Unsere Ärzte stehen Ihnen während der gesamten Zeit der Behandlung gern für Fragen zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an.

Wir sind für Sie da

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