Interventionelle Bronchoskopie

Wir helfen Ihnen bei

Die interventionelle Bronchoskopie bezeichnet therapeutische Verfahren, die im Rahmen einer Bronchoskopie (Lungenspiegelung) durchgeführt werden. In den letzten Jahren hat die interventionelle Bronchoskopie rasante Fortschritte gemacht, so dass sie in vielen Bereichen eine Alternative zur Operation darstellt.

Neben den „klassischen“ Verfahren wie Fremdkörperentfernung und Blutstillung stehen das endobronchiale Stenting, Abtragung von Tumorgewebe und gerade in jüngerer Zeit die endoskopische Lungenvolumenreduktion zur Verfügung.

Die interventionelle Bronchoskopie ist einer unserer  Behandlungsschwerpunkte.

Fremdkörperentfernung

Durch das Verschlucken (sog. Aspiration) können feste oder flüssige Speisen, Mageninhalt, Tabletten oder auch andere Gegenstände in die Bronchien gelangen. Gerade Patienten mit eingeschränktem Bewusstseinszustand (z. B.: Demenzkranke oder alkoholisierte Patienten) oder mit neuromuskulären Erkrankungen sind gefährdet. Die Fremdkörper verlegen Bronchien und können so zu respiratorischer Insuffizienz oder auch Pneumonien führen. Mit Hilfe der Bronchoskopie können die Fremdkörper lokalisiert und dann mit Zangen oder Körbchen ohne größeren Schaden für den Patienten entfernt werden.

Endoskopische Blutstillung

Butungen aus der Lunge führen zu Bluthusten (sog. Hämoptysen). Hämoptysen oder Hämoptoe (massives Abhusten von Blut) sind ein bedrohliches, teilweise lebensgefährliches Symptom, das umgehend weiterer ärztlicher Abklärung bedarf. Die Bronchoskopie ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren bei Hämoptysen. Blutungsquellen können detektiert und versorgt werden. Neben der lokalen Appikation von blutstillenden Substanzen können stärkere Blutungsquellen in den Bronchien mit einem Laser verödet werden. Bei massiven Blutungen kann über das Bronchokop ein Verschluss eines blutenden Bronchus mit einem sog. Bronchusblocker erfolgen, um Zeit für eine operative oder interventionell-radiologische (Verschluss des Gefäßes durch Embolisation) Versorgung zu gewinnen.

Bronchoskopische Abtragung von Tumorgewebe

Das Lungenkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen. Die Bronchoskopie spielt eine entscheidende Rolle in der Diagnostik. Aber auch therapeutisch kann sie in Fällen hilfreich sein, in denen Tumorgewebe Bronchien einengt oder verlegt. Wenn andere Therapien wie Operation, Bestrahlung, Chemotherapie keine Wirkung zeigen oder wenn es um eine schnelle Beseitigung von Tumorgewebe geht, kann dies bronchoskopisch entfernt werden. In der Regel wird dabei das Tumorgewebe mit einem Laser koaguliert und dann schrittweise abgetragen. Hierdurch werden größere bronchiale Blutungen verhindert und das Gewebe kann einfach entfernt werden. Auf diese Weise kann die Belüftung von Lungenabschnitten hinter dem Tumor wieder hergestellt bzw. verbessert werden.

Endobronchiales Stenting

Lungenkrebs aber auch andere Tumoren im Mediastinam wie beispielsweise Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) können die Luftröhre (Trachea) oder die Bronchien von außen einengen. Neben der Operation, Bestrahlung, Chemotherapie besteht bei Versagen dieser Methoden oder in fortgeschrittenen Stadien der Krebserkrankung die Möglichkeit, Engstellen durch bronchoskopische Einlage eines Stents aufzudehnen und offen zu halten. Auf diese Weise gelingt sehr schell eine Linderung der Symptomatik (v. a. Luftnot).

Endoskopische Lungenvolumenreduktion

Die endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR) ist ein neuartiges Verfahren, bei dem durch bronchokopische Techniken ein Teil der Lunge ausgeschaltet wird, um die Atemmechanik bei Emphysem zu verbessern.

Patienten mit Emphysem weisen eine verschlechterte Atemmechanik auf, d. h. die Zwerchfelle stehen tiefer und die Atemarbeit ist gesteigert. Wenn nun Teile der durch das Emphysem überblähten Lunge entfernt werden, können die Zwerchfelle wieder besser arbeiten und die Atemarbeit wird vermindert. Die Patienten merken dies an einer Besserung der Dyspnoe und Zunahme der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Früher war eine Lungenvolumenreduktion beim Emphysem nur chirurgische möglich mit einer relativ hohen Komplikationsrate. Durch Verbesserungen in der bronchoskopischen Technik steht heute die ELRV zur Verfügung.

Es gibt zwei Techniken, die eingesetzt werden. Bei der einen werden kleinen Ventile in die Bronchien eingesetzt, die zum überblähten Lungenareal führen. Diese Ventile lassen Luft bei der Ausatmung und Sekrete aus den Lungenabschnitten entweichen aber keine Luft hineinströmen. Auf diese Weise kollabiert der überblähte Lungenabschnitt (sog. Atelektase) und die anderen Lungenabschnitte können sich wieder ausdehnen.

Die andere Möglichkeit besteht in der Implantation kleiner Spiralen (sog. Coils) in die Lunge. Diese Coils ziehen das umgebende Lungengewebe zusammen. Andere Lungenabschnitte können sich wieder ausdehnen und die Zwerchfellmechanik verbessert sich.

Bei der ELRV handelt es sich um ein Spezialverfahren, das bei ausgesuchten Patienten mit schwerem Emphysem eingesetzt werden kann. Vor einer ELRV führen wir eine Reihe von Untersuchungen durch, um zu klären ob ein Patient für das Verfahren geeignet ist und davon profitieren wird.

Seite teilen: