Herzkatheteruntersuchung

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Abteilung ist die interventionelle Therapie der koronaren Herzerkrankung und des Herzinfarktes.

Wir helfen Ihnen bei

Die interventionelle Therapie der koronaren Herzerkrankung und des Herzinfarktes findet in einem der beiden im Jahr 2013 vollständig erneuerten Herzkatheterlabore neuester Technik statt, wo jährlich über 2.500 Patienten untersucht und meist in gleicher Sitzung auch behandelt werden. Dabei dauert die eigentliche Untersuchung nur wenige Minuten und ist ausgesprochen schmerz- und komplikationsarm. Derzeit werden ca. 80 - 90 % der Untersuchungen über den schonenden Zugang der Handgelenksarterie (radialer Zugang) durchgeführt, über den in den allermeisten Fällen auch die Ballondehnungen der Herzkranzgefäße in gleicher Sitzung erfolgen können. Im vergangenen Jahr wurden in unserer Abteilung über 1.000 Ballonerweiterungen (PTCA) der Herzkranzgefäße vorgenommen. Damit gehört die Asklepios Klinik Altona zu den größten und führenden Einrichtungen Hamburgs.

Beim akuten Herzinfarkt zählt jede Minute, denn je länger ein Herzkranzgefäß verschlossen ist, desto größer ist der Schaden, der am Herzen entsteht, und desto größer ist die Gefahr, an den Folgen des Infarktes zu versterben. Daher ist es wichtig, jeglichen noch so minimalen Zeitverlust zu vermeiden, bis das Herzkranzgefäß wieder eröffnet wird. Um dieses Ziel für unsere Patienten optimal erreichen zu können, haben wir in unserer Klinik feste Abläufe für die priorisierte Behandlung der Patienten mit Herzinfarkt etabliert, die schon bei der Diagnosestellung durch den Notarzt im Rettungswagen beginnen. Sobald wir von einem Patienten mit akutem Myokardinfarkt erfahren, wird ein Herzkatheterlabor frei gehalten oder sogar frei geräumt (indem eine begonnene Routineuntersuchung abgebrochen wird), um den Infarktpatienten sofort lebensrettend zu behandeln.

Selbst wenn wir für wenige unserer Patienten mit koronarer Herzerkrankung oder mit akutem Myokardinfarkt die Hilfe unserer herzchirurgischen Kollegen aus der Asklepios Klinik St. Georg benötigen, ist dies völlig unproblematisch, da wir mit unserer Herzchirurgie in der AK St. Georg seit Jahren eine sehr enge Zusammenarbeit pflegen, die der Versorgung unserer Patienten zugute kommt.

Folgende Techniken werden regelmäßig eingesetzt:

  • Diagnostische Linksherzkatheterdiagnostik überwiegend (90 %) minimal-invasiv über den sogenannten radialen Zugang (Handgelenksarterie)
  • 24 Stunden/Tag, 7 Tage/Woche PCI-Bereitschaft für Herzinfarkte
  • Rechtsherzkatheterdiagnostik
  • Ballondilatation (PTCA, auch medikamentenbeschichtete Ballons)
  • Einbau von Gefäßstützen (Stents, auch medikamentenbeschichtet)
  • Einbau von biologisch abbaubaren Gefäßstützen (scaffolds)
  • Rotablation (PTCRA)
  • Wiedereröffnung chronischer Gefäßverschlüsse (CTO, auch retrograd - reversed CART)
  • Intravaskulärer Ultraschall (IVUS)
  • Druckdrahttechnik (Pressure wire, FFR)
  • Filterwire bei der Behandlung von Bypassstenosen
  • Intraaortale Ballongegenpulsation (IABP) zur Behandlung des kardiogenen Schocks
  • Katheterbehandlung von Nierenarterienstenosen
  • Renale Denervierung bei therapieresistentem arteriellen Hypertonus
  • Katheterbehandlung von Herzklappenerkrankungen und angeborenen Herzfehlern
  • Interventioneller PFO- und ASD-Verschluss
  • Interventioneller Vorhofsohrverschluss

Herzkatheteruntersuchung: 3 Fragen 3 Antworten

Mit einer Herzkatheteruntersuchung können Ärzte sehen wie gut die Herzkranzgefäße durchblutet sind. Einige Engstellen können sofort per sogenanntem Ballon oder Stent behoben werden. Prof. Dr. Jochen Müller-Ehmsen erklärt, was bei diesem Verfahren genau gemacht wird.

Linksherzkatheter

Nach umfangreicher Vorbereitung (EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens, Laboruntersuchungen, Röntgenuntersuchung des Brustkorbs etc.) wird der Patient in liegender Position im Herzkatheterlabor untersucht. Nach örtlicher Betäubung der Punktionsstelle wird meist über die Handgelenksarterie (schonender Zugang) ein Katheter in die linke Herzkammer oder an den Abgang der Herzkranzgefäße vorgebracht. Der Untersucher überwacht den Vorgang am Bildschirm. Die erhobenen Untersuchungsdaten werden digital gespeichert und umgehend ausgewertet. Sollte eine Behandlung in Form einer Ballonerweiterung erforderlich sein, wird dies mit dem Patienten besprochen und nach Einverständnis in den allermeisten Fällen in der gleichen Sitzung durchgeführt.

Ballondilatation

Eine Verengung von Herzkranzgefäßen entsteht neben einer Verkalkung meist über eine Einlagerung von Blutfetten in die Gefäßwand. Daneben spielen aber noch eine Reihe anderer Faktoren eine Rolle.

Wird die Blutversorgung durch die Engstelle behindert, können Schmerzen in der Herzgegend auftreten (Angina pektoris). Verschließt sich ein Herzkranzgefäß plötzlich und ganz, so führt dies zum Herzinfarkt. Der von der Blutversorgung abgeschnittene Teil des Herzmuskels stirbt ohne Therapie ab, vernarbt und kann seine Funktion nicht mehr erfüllen.

Um die beschriebenen Folgen einer Verengung der Herzkranzgefäße zu vermeiden, reicht oft eine medikamentöse Therapie nicht aus. Die Verengung muss dann mit einem Ballonkatheter gedehnt werden, um eine ausreichende Blutversorgung wiederherzustellen. Dabei wird in einem Führungskatheter zunächst ein feiner Draht in das Herzkranzgefäß vorgeschoben und in einem zweiten Schritt ein Ballonkatheter über den Draht in der Engstelle platziert. Nach Füllen des Ballons mit Kontrastmittel wird die Engstelle aufgedehnt und anschließend meistens ein Stent (Gefäßstütze) implantiert, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten. In ausgewählten Fällen ist heute auch die Implantation von biologisch abbaubaren Gefäßstützen (scaffolds) möglich, auch diese Technik wird in unserer Klinik angeboten.

Stents bestehen heute meist aus rostfreiem Edelstahl und sind in gefalteter Form auf Ballonkatheter montiert. Durch Aufblasen des Ballons werden die Stents entfaltet und in die Gefäßwand gepresst. Im Anschluss ist eine spezielle medikamentöse Therapie zur Hemmung der Blutplättchen erforderlich, um einen frühzeitigen Verschluss des Stents durch ein Blutgerinnsel zu verhindern. Die Dauer der Einnahme der Medikamente richtet sich nach der Art des Stents und ist klar vorgeschrieben.

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