COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung oder auch COPD (chronic obstructive pulmonary disease) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Atemwege. Sie ist durch eine fixierte, fortschreitende Verengung der Atemwege und eine gesteigerte Entzündungsreaktion der Bronchien auf Schadstoffe und Krankheitserreger gekennzeichnet. Die COPD kann sich als chronische Bronchitis oder als Überblähung der Lunge (Emphysem) bemerkbar machen.

Der Schweregrad der Erkrankung wird von Stadium I-IV nach der Lungenfunktion eingeteilt – beziehungsweise neuerdings unter Zuhilfenahme weiterer Parameter wie Luftnot und dem Grad der Verschlechterung der Symptome (Exazerbationsrate, siehe unten) den Stadien A-D zugeordnet. Dabei entspricht I beziehungsweise A dem niedrigsten und IV beziehungsweise D dem höchsten Stadium.

Ursachen

Hauptursache der COPD ist das Rauchen. Die Mehrheit aller Patienten raucht oder hat in der Vergangenheit geraucht. Üblicherweise bildet sich die COPD nach 40 bis 50 sogenannten pack years, Packungsjahren. Darunter ist die Dosis an Zigaretten zu verstehen, auf die es ein Raucher bereits gebracht hat und die relevant für das Risiko von raucherassoziierten Krankheiten ist. Wie der Name vermuten lässt, entspricht ein pack year einer Schachtel Zigaretten täglich über ein Jahr. Hat beispielsweise ein Raucher drei Jahre lang zwei Packungen Zigaretten am Tag geraucht, ergibt das sechs Packungsjahre.

Neben dem Rauchen kommen bei COPD noch andere Ursachen in Betracht – wenngleich diese weitaus seltener sind. Genetische Erkrankungen wie zum Beispiel Alpha1-Antitrypsinmangel, früher durchgemachte Infekte (zum Beispiel Tuberkulose) oder berufliche Noxen, also Belastungen (zum Beispiel Staub) können ebenso eine Rolle spielen, kommen allerdings eher in anderen Ländern vor. Beispielsweise begünstigt das hierzulande eher ungebräuchliche Verbrennen von Holz und anderen Materialien zum Kochen oder Heizen diese Lungenkrankheit.

Symptome

Die Symptome der COPD treten in der Regel schleichend auf. Luftnot (Dyspnoe) ist besonders typisch. Während diese in Anfangsstadien nur bei körperlicher Belastung auftritt, plagt sie die Betroffenen in fortgeschrittenen Stadien auch in Ruhe. Außerdem sind Husten, Auswurf, Brustschmerzen, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust und ein Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit Begleiterscheinungen dieser Krankheit.

Im Laufe der Erkrankung verschlimmert sich die Luftnot. Phasen völliger Beschwerdefreiheit wie etwa beim Asthma bronchiale treten bei der COPD nicht auf.  Allerdings variiert die Schwere der Symptomatik von Tag zu Tag, das heißt, es gibt gerade in den Anfangsstadien durchaus Tage, an denen nahezu keine Einschränkung vorhanden ist.

Verstärken sich Luftnot, Husten und Auswurf binnen kurzer Zeit, spricht man von einer akuten Verschlechterung, sogenannter Exazerbation der COPD. Exazerbationen sind wichtige Ereignisse im Verlauf der COPD, da sie die Lungenschädigung jedes Mal weiter vorantreiben.

Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?

Grundsätzlich muss jede Luftnot (Dyspnoe), die ohne erkennbare Ursache längerfristig besteht, ärztlich abgeklärt werden. Die COPD ist eine der häufigsten Ursachen dafür. Weitere Symptome, die Sie zu einem Arzt führen sollten, sind Husten, Auswurf oder Brustschmerzen. Im stabilen Krankheitszustand werden diese Beschwerden in der Regel von einem niedergelassenen Arzt (Hausarzt, Internist, Pneumologe) geprüft. Er leitet eine Behandlung ein oder weist Sie – je nach Schwere der Erkrankung – stationär ein. Im Notfall ist eine stationäre Aufnahme bei uns, über die Zentrale Notaufnahme der Asklepios Klinik Altona, jederzeit möglich – jeden Tag, rund um die Uhr.

Für eine stationäre Abklärung stehen Ihnen unsere Experten immer zur Verfügung.

Wann muss ich den Rettungsdienst und den Notarzt rufen?

Bei starker Luftnot (Dyspnoe), Husten und/oder Auswurf in Ruhe, insbesondere mit weiteren Symptomen wie Schläfrigkeit, Herzrasen oder Schwindel, sollten Sie den Notarzt rufen, da eine akute, schwere Verschlechterung (Exazerbation) der COPD vorliegen kann, die meist stationär behandelt werden muss. Die Erstbehandlung erfolgt dann in der Zentralen Notaufnahme, danach verlegen wir den Patienten je nach Schwere der Exazerbation auf eine Normal- oder Überwachungsstation.

Was tun wir für Patienten mit COPD?

In der Notaufnahme prüfen wir zunächst, ob Lebensgefahr besteht und ob unser Patient intensivmedizinische Hilfe braucht. Sollte die Lungenfunktion durch die COPD akut so stark eingeschränkt sein, dass eine Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxämie) oder ein erhöhter Kohlendioxidwert (Hyperkapnie) im Blut nachweisbar sind, ist in der Regel eine Beatmung erforderlich. Meist können wir unsere Patienten auf nichtinvasive Weise beatmen, also mit Maske und ohne Intubation. Wir versorgen sie mit Sauerstoff und Medikamenten, die die Bronchien erweitern, bei Infekten erhalten sie zusätzlich Antibiotika. Außerdem spielt die Atem- und Physiotherapie eine wichtige Rolle.

Ist die akute Verschlechterung überwunden oder die COPD stabil, überprüfen wir Ihre Lungenfunktion, anhand derer wir die Atemwege beurteilen können. Ein Röntgenbild der Lungen gehört zu den Standarduntersuchungen. Bei spezielleren Fragestellungen veranlassen wir eine Computertomografie (computergestütztes Röntgenverfahren für überlagerungsfreie Bilder). Ob dauerhaft Sauerstoff gegeben werden muss, ergibt eine sogenannte Blutgasanalyse.

Neben der medikamentösen Therapie mit bronchialerweiternden und neuen, entzündungshemmenden Mitteln ist es in ausgewählten Fällen auch möglich, zur Erleichterung des Atmens mithilfe eines Endoskops Luftgeschwulste (Emphyseme) zu verkleinern. Unser Ärzteteam steht Ihnen für Fragen zu diesem Thema gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen

Die Symptome Husten und Atemnot können viele Ursachen haben. Eine ernste Erkrankung ist die chronische obstruktive Lungenerkrankung, auch COPD genannt. Häufig leiden Betroffene an entzündeten und verengten Atemwegen. PD Dr. Hans-Peter Hauber, Sektionsleiter der Pneumologie der Asklepios Klinik Altona erklärt die Differenzierung zu anderen Atemwegserkrankungen wie Asthma und wie COPD behandelt werden sollte.

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