Sprechstunde Medizin

Ihr Krankheitsbild - Unser Angebot: "Teamarbeit und neue minimalinvasive Techniken in der GastroClinic“

Sprechstunde Medizin

Puhl und Pohl
Prof. Dr. Jürgen Pohl und Prof. Dr. Gero Puhl

Seit Anfang Dezember leitet ein neues Chefärzteteam die Abteilungen für Gastroenterologie und Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. Der Gastroenterologe Prof. Dr. Jürgen Pohl und der Chirurg Prof. Dr. Gero Puhl haben bereits in Berlin zusammengearbeitet und kamen gemeinsam nach Altona, um hier unter dem Dach der renommierten fachübergreifenden GastroClinic neue Verfahren zu etablieren. Diese Verfahren betreffen vor allem die Therapie von Krebserkrankungen der Speiseröhre, des Magens, des Dickdarms, der Leber und der Bauchspeicheldrüse, die von der engen Kooperation der Fachgebiete besonders profitiert.

Zukunftsweisende Verfahren

Sprechstunde Medizin Gastro Clinic Endoskopiegeführte Magenwedge-Resektion
Teamarbeit GastroCliniC im OP: Endoskopiegeführte Magenwedge-Resektion

Eines der zukunftsweisenden Verfahren ist die Endoskopische Submukosadissektion (ESD), die bundesweit erst in wenigen Zentren routinemäßig durchgeführt wird. „Bei einer normalen Endoskopie werden die Tumorvorstufen mithilfe von Schlingen abgetragen. Bei einer ESD präparieren wir sie als Ganzes heraus und lösen sie noch unter der Darmschleimhaut von der Muskelunterlage ab. Damit bleiben viel seltener Gewebereste zurück“, so Prof. Dr. Pohl. Das Rezidiv-Risiko sinke so von bisher 30 auf unter fünf Prozent: „Außerdem können wir mit der ESD größere Krebsvorstufen und sogar frühe Tumoren entfernen, die bisher chirurgisch entfernt werden mussten.“

Noch weiter geht die erst vor wenigen Monaten zugelassene Dickdarm-Vollwandresektion, die nun ebenfalls in Altona eingesetzt wird: Mit dem FTRD (Full Thickness Resection Device) lassen sich Tumoren von bis zu zwei Zentimetern Größe mitsamt der Muskelschicht des Darmes endoskopisch entfernen und anschließend in der Pathologie untersuchen. So kann die Darmspiegelung in vielen Fällen einen chirurgischen Eingriff ersetzen.

Für die Planung des passenden Verfahrens und die Beherrschung möglicher Komplikationen erforderten diese sehr modernen Verfahren aber die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit erfahrener Gastroenterologen und Viszeralchirurgen, so Prof. Dr. Pohl. Mitunter seien auch gemeinsame Eingriffe erforderlich, ergänzt Chirurg PD Dr. Puhl: „Es gibt ein paar Beispiele, insbesondere im Bereich des oberen Magen-Darm-Traktes, wo man auf den Gastroenterologen regelmäßig angewiesen ist. Zum Beispiel bei kleinen Tumoren, die mit dem Endoskop von innen angehoben und dann von außen abgeschnitten werden. Der Chirurg sieht den Tumor nicht, weil die Magenwand sehr dick und der Tumor sehr klein ist. Das Endoskop des Gastroenterologen trägt eine Kappe am Ende, mit der er den Tumor von innen nach außen drückt, sodass ich ihn von außen abschneiden kann.“ Auch bei der Erfolgskontrolle nach chirurgischen Eingriffen sei das Zusammenspiel oft wichtig, oder bei schweren Blutungen im Darm, die die Übersicht des Chirurgen erschweren.

Immer gehe es darum, den Umfang der Operation auf das kleinstmögliche Maß zu reduzieren, so PD Dr. Puhl. Dieses Ziel verfolgt er auch mit der routinemäßigen Anwendung minimalinvasiver Verfahren („Schlüssellochtechnik“) bei Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, des Darms, der Leber und der Bauchspeicheldrüse sowie mit der Erweiterung des etablierten tumorchirurgischen Spektrums um neue Techniken in der Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenchirurgie.

 

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