Diagnosen und Experten

Im Da Vinci Zentrum Hamburg bieten wir zahlreiche roboterassistierte Eingriffe in verschiedenen Fachrichtungen für eine Vielzahl von Diagnosen an.

Chirurgie

Reflux-OP
Da Vinci-Op zur Implantation eines Reflux-Schrittmachers

Das Altonaer Team der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie setzt da Vinci ein bei

  • Rektumkarzinom
  • Rektumprolaps
  • Sigmakarzinom
  • Colonkarzinom
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (Reflux-Schrittmacher)
  • Bauspeicheldrüsenkarzinom
  • Speiseröhrenkarzinom und -divertikel

Da Vinci kommt bei Operationen in dieser Fachrichtung zum Einsatz, bei denen sehr begrenzte Räume das klassische minimalinvasive Operieren besonders erschweren, zum Beispiel im Becken oder in der Brusthöhle.

Studien zeigen bereits, dass bei Mastdarmresektionen von roboterassistierten Eingriffen kaum auf die offene OP-Technik umgestiegen werden muss, während es bei herkömmlichen minimal-invasivenOperationen in rund 20 Prozent der Fälle zu einem Umstieg auf die offene Technik kommt. Die enorme Vergrößerung und der dreidimensionale Blick schützen – ähnlich wie bei der Prostataresektion – das Nervengewebe, was im besseren Erhalt derKontinenz- und Sexualfunktionen seinen Ausdruck findet.

Der klassischen minimalinvasiven Operation leicht überlegen zeigt sich das roboterassistierte Verfahren zudem in der chirurgischen Radikalität, gemessen an der Präparatequalität bei tiefen Resektionen. Ähnlich positive Erfahrungen liegen für Resektionen der Speiseröhre vor, wo zwischen den Lungenflügeln und dem Herzen ebenfalls nur ein sehr begrenzter Raum für die Präparation zur Verfügung steht. Andere etablierte Indikationen für den Robotereinsatz sind Reflux sowie Resektionen der Bauchspeicheldrüse und derSchilddrüse. Insgesamt wird der Roboter zu einem weiteren Qualitätssprung in der minimal-invasiven Viszeralchirurgie führen und vielen Patienten den Zugang zur sicheren minimal-invasiven Operation überhaupt erst ermöglichen.

Bauchoperationen mit dem Da Vinci-Roboter

Minimalinvasive Eingriffe können künftig schonender durchgeführt werden. Dr. Christopher Pohland veranschaulicht, wie die vier Arme des chirurgischen Werkzeugs des Da Vinci-Roboters funktionieren und bei welchen Erkrankungen er eingesetzt wird.
 

HNO

HNO-OP
Roboterassistierte HNO-OP

Im Bereich der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie setzen wir da Vinci ein bei

  • Bösartiger Neubildung an den Mandeln
  • am Zungengrund
  • im Rachenraum
  • an der Seitenwand des Rachenraums
  • Nichttoxischer Struma
  • Hyperthyreose mit diffuser Struma

Im Kopf-Hals-Bereich hat die roboterassistierte Chirurgie grundsätzlich zwei verschiedene Anwendungsgebiete. Durch einen transoralen Zugang lassen sich die Schleimhautbereiche des oberen Aerodigestivtraktes minimalinvasiv erreichen (TORS, Transoral Robotic Surgery) und dort entstehende Tumoren organ- und funktionsschonend entfernen.

Zum anderen können Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und Halsweichteile, z.B. Lymphknoten mehrerer Halsregionen im Sinne einer Neck Dissection, durch einen transaxillären oder retroaurikulären Zugang ohne sichtbare Narbe operiert werden (TARS, Trans Axillary Robotic Surgery).

Bei der TARS geht es darum, durch einen transaxillären Zugang ohne sichtbare Narbe am Hals Schilddrüse, Nebenschilddrüsen oder Halsweichteile zu operieren. Das erfordert Expertise in der konventionellen Schilddrüsenchirurgie sowie in der Roboterchirurgie.

Urologie

Da Vinci-OP in der Altonaer Urologie
Roboterassistierter Eingriff in der Urologie

Das Team der Urologie setzt da Vinci unter anderem bei diesen Eingriffen ein:

  • Prostatakarzinom
  • Harnblasenkarzinom
  • Nierenkarzinom (radikale und Teilresektion)
  • Nierenbeckenabgangsenge
  • Inkontinenz

In der Urologie verfügt der da-Vinci-Operationsroboter über ein breites Indikationsspektrum. Zum Einsatz kommt das System vor allem bei Standard-Operationen der uroonkologischen Krankheitsbilder.

Dank der starken Vergrößerung und des übersichtlichen Operierens unter 3D-Bedingungen ist die radikale Prostatektomie zum häufigsten robotischen Eingriff in der Urologie geworden. Die roboterassistierte radikale Prostatektomie ermöglicht eine hohe Ergebnisqualität im Hinblick auf die onkologische Kontrolle sowie die Kontinenz- und Potenzraten.

Auch der zunehmende Trend zum Organerhalt in der Nierentumorchirurgie wird durch die Möglichkeiten der da-Vinci-Technik weiter vorangetrieben. Sie erlaubt es, nicht nur kleine und periphere, sondern auch komplexere und hiläre Tumoren minimal-invasiv zu entfernen und so die betroffene Niere zu erhalten.

Neben diesen häufigen onkologischen Standard-Indikationen wird das da-Vinci-System mehr und mehr auch für die radikale Zystektomie beim Harnblasenkarzinom und die retroperitoneale Lymphadenektomie (RLA) bei Hodentumorpatienten eingesetzt. Letztlich bietet der Roboter auch deutliche Vorteile bei rekonstruktiven Eingriffen wie Harnleiterrekonstruktionen und Nierenbeckenplastiken.

Spezielle Gynäkologie

da Vinci-Konsole
Blick in das da-Vinci-Konsolenfeld

In der Abteilung für spezielle operative und onkologische Gynäkologie sind folgende Diagnosen roboterassistiert therapierbar:

Benigne Operationen

  • einfache Hysterektomie mit/ohne Adnexe
  • einseitige/bilaterale Adnexektomie
  • Myomenukleation(-en)
  • Tuben-Anastomosen (selten)

Operationen bei Endometriose

  • einfache/komplexe Hysterektomie
  • partielle/komplette Douglasexcision
  • Ureterteilresektion bei Ureterendometriose
  • Blasenteilresektion bei Blasenendometriose
  • Darmteilresektion bei Darmendometriose
  • Exstirpation einer Ovarendometriose

Urogynäkologische Operationen

  • Kolposacropexie
  • Uterosacropexie
  • Fistelchirurgie

Gynäkologische Onkologie

  • pelvine +/- paraaortale Lymphonoedektomie im Rahmen des operativen Stagings
  • Hysterektomie + BSO+LNE beim Endometriumkarzinom
  • Konisation+LNE (Sentinel – LNE)
  • Rad. Hysterektomie+pelvine LNE beim Zervixkarzinom
  • Vordere Exenteration beim lokalen Tumorrezidiv
  • Parametrektomie + pelvine LNE

Zervix- und Endometriumkarzinome, schwere Endometriosen, urogynäkologische Eingriffe und die Tubenchirurgie sind im Bereich der Gynäkologie Indikationen, die von der Präzision und Bewegungsfreiheit der Robotertechnologie besonders profitieren können. Im Idealfall lassen sich mit ihrer Hilfe abdominelle Eingriffe vermeiden, indem sie die Möglichkeiten der laparoskopischen Chirurgie erweitert.

Das neue Robotersystem bietet dem Operateur eine 3D-Sicht, hohe Präzision sowie eine bisher nicht verfügbare Beweglichkeit und Kraft der Instrumentenarme. Damit ist diese Technik mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie greifbare Vorteile bringt, die sich in neuen Studien auch nachweisen lassen werden. Um das Indikationsspektrum der roboterassistierten Chirurgie über die bereits bisher laparoskopisch durchgeführten Operationen hinaus zu erweitern, plant die Abteilung für spezielle Gynäkologie eine Studie, die den zusätzlichen Nutzen der besseren Sichtbarkeit bei ausgewählten gynonkologischenEingriffen untersuchen soll.

So funktionieren roboterassistierte Operationen

Seite teilen: